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Rot-Weiss Essen schlittert immer tiefer in die Krise

Das Leiden der Rot-Weissen: Marcel Platzek und Philipp Zeiger sind enttäuscht und ratlos. Foto: T.Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Das Leiden der Rot-Weissen: Marcel Platzek und Philipp Zeiger sind enttäuscht und ratlos. Foto: T.Tillmann Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Spiel eins nach Trainer Sven Demandt – und es ist nicht besser geworden. Die RWE-Defensive agierte beim 2:3 in Rödinghausen teilweise fahrlässig.

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Spiel eins nach Sven Demandt. Und es ist nicht besser geworden. All jene, die hofften, dass der Trainerwechsel etwas bewirken würde, den entscheidenden Impuls geben könnte, wurden bitter enttäuscht. Diesmal reichte es nicht einmal für ein Unentschieden, dem Standardergebnis der vergangenen Woche, weil auch Pech hinzukam. So schlittern die Rot-Weissen mit der 2:3-Niederlage beim SV Rödinghausen tiefer in den Sumpf. Natürlich zeigten sie Moral und kämpften bis zum Schluss, doch zwischenzeitlich stellten sie sich auch ein Armutszeugnis aus – vor allem in der Defensive, die teilweise fahrlässig agierte und haarsträubende Fehler produzierte.

Dass sich die Ostwestfalen nach dem Erfolg vorübergehend an die Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga gesetzt hatten, beweist, dass dieser Gegner alles andere als ein Leichtgewicht ist. Vor allem die Offensive hat Qualität, fast 30 Tore hat der SVR in elf Spielen erzielt. Und Rödinghausen führte auch diesmal den Gegner nach allen Regeln der Konterkunst vor. Die Gastgeber machten das klasse, profitierten jedoch vom dilettantische Abwehrverhalten des Widersachers. Eine Mannschaft mit Qualitätsanspruch darf solche Treffer nicht zulassen. „Da muss man einfach wacher sein“, meinte RWE Co-Trainer Carsten Wolters, der gemeinsam mit Sportdirektor Jürgen Lucas coachte. „Wenn du gegen eine Truppe spielst, die so im Aufwind ist, muss einem klar sein, dass sie mit Selbstvertrauen kontern.“

Das frühe 1:0 stielten die Rot-Weissen selbst ein. Timo Brauer und Benjamin Baier machten es zunächst gut, pressten energisch und eroberten den Ball. Baier lief mit der Kugel am Fuß einige Meter zurück in die eigene Hälfte und ließ sie sich wieder abjagen. Schon war bei RWE Haus der offenen Tür. Tobias Steffen stand auf der anderen Seite einsam und verlassen, bekam den Ball und vollstreckte zum 1:0 (7.). Direkt nach der Pause ein Schnitzer von Robin Urban in Höhe der Mittellinie, wieder waren die Essener prompt hinten in Unterzahl. Bülter machte es allein und gut: 2:0 (46.).

„In der ersten Halbzeit waren wir mit Ball viel zu mutlos, einige haben sich wieder versteckt und es wurden oft falsche Entscheidungen getroffen“, kritisierte Sportdirektor Jürgen Lucas. „Es reicht nicht, nur den Ball nach vorn zu schießen und die Daumen zu drücken, das schon irgendetwas passieren wird.“

Alles an Erfahrung aufgeboten, was möglich ist

Dabei hatte das Trainerteam alles an Erfahrung aufgeboten, was ging. Robin Urban rückte in den Innenblock für Timo Becker, und der andere Youngster Nico Lucas, wurde durch Jan Steffen Meier ersetzt. In die Sturmspitze wurde David Jansen beordert, neben ihm sollte Marcel Platzek über rechts für Druck sorgen. Kai Pröger rückte nach links. Die Rot-Weissen erarbeiteten sich in Hälfte eins aber nicht eine nennenswerte Torchance.

Die gute Nachricht: Die Roten kamen zurück. In Hälfte zwei packten sie an, waren aggressiver in den Zweikämpfen und versuchten alles. SVR-Rödinghausen bezeichnete es anschließend als „brutalen Kampf“, den Essener ablieferte. Nach einem Eckball ließ Marcel Platzek seinen ehemaligen Kollegen im SVR-Tor, Niclas Heimann, alt aussehen und köpfte das 1:2 (55.), nach einer weiteren Ecke erhielt RWE einen Handelfmeter zugesprochen, den Baier zum 2:2 (77.) verwandelte.

Die Gäste waren der Führung näher als Rödinghausen

Die Gäste waren am Drücker, der Führung näher als Rödinghausen. Und dann erneut ein eklatanter Aussetzer. Nach einem halbherzigen Abschluss der Essener, warf SVR-Keeper Heimann den eingewechselten Kelvin Lunga an, der den Turbo startete, während die Essener zunächst gar nicht schalteten. Trotz dieser wiederholten Schlafmützigkeit im Umschaltspiel waren die Roten im eigenen Strafraum in 4:2-Überzahl. Dennoch kam Lunga unbedrängt an den Ball und dessen Schuss wurde von Philipp Zeiger unhaltbar abgefälscht zum 2:3. (82.). „Dieses Tor“, sagte Wolters anschließend, „ist symptomatisch für die schwierige Phase, die wir gerade durchmachen.“

Die Statistik - SV Rödinghausen - Rot-Weiss Essen 3:2 (1:0)

RWE: Heller – Meier, Malura, Urban (63. Lucas), Brauer (74. Bednarski), Grund (86. Ngankam), Platzek, Pröger, Zeiger, Baier, Jansen.

Schiedsrichter: Schäfer (Iserlohn).

Zuschauer: 1702.

Tore: 1:0 Steffen (7.), 2:0 Bülter (46.), 2:1 Platzek (55.), 2:2 Baier (FE, 77. Baier), 3:2 Lunga (82.).

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