Fußball

Rot-Weiss Essen muss hungrige Düsseldorfer Talente bändigen

Brennen auf einen Einsatz: Neuzugang Erolind Krasniqi (l.) und Jan-Lucas Dorow.

Brennen auf einen Einsatz: Neuzugang Erolind Krasniqi (l.) und Jan-Lucas Dorow.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  In der Fußball-Regionalliga sorgt Rückzug der SG Wattenscheid 09 weiter für Diskussionen. Rot-Weiss Essen hat Aufgabe in Düsseldorf zu lösen.

Der Rückzug der SG Wattenscheid 09 hallt nach und ist nach wie vor ein Thema in der Fußball-Regionalliga West. Auch bei den Rot-Weissen, die an diesem Samstag bei der U23 von Fortuna Düsseldorf auflaufen (14 Uhr, Flinger Broich). Anders als die Essener profitieren die Gastgeber von dem Wattenscheider Aus, denn erst am vergangenen Wochenende hatten sie dort in der Lohrheide mit 0:3 verloren.

Die Fortunen dürfen sich nun glücklich schätzen, denn diese Niederlage und natürlich auch die Gegentore sind bereits aus der Tabelle gestrichen. RWE wiederum hat seit Wochenmitte drei Zähler und zwei Treffer weniger auf dem Konto und damit aktuell acht Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter SC Verl. Allerdings hat der ein Spiel mehr ausgetragen. Die Verler, die gegen die SG 09 verloren hatten, ziehen ebenfalls ihren Vorteil aus Entwicklung und haben nun zumindest eine um zwei Treffer bessere Tordifferenz als zuvor.

RWE-Trainer Christian Titz spricht von Wettbewerbsverzerrung

RWE-Chef Marcus Uhlig hatte sich ja schon zu diesem Thema geäußert und das doch ziemlich oberflächliche Lizenzierungsverfahren des Westdeutschen Fußballverbandes in der 4. Liga kritisiert. RWE-Trainer Christian Titz tendiert in die gleiche Richtung. „Es tut mit leid für Wattenscheid. Für mich ist das aber völlige Wettbewerbsverzerrung.“

Außerdem haben nun einige Vereine ein Heimspiel weniger als die kalkulierten 18 Partien, was vielleicht noch Probleme bei den Dauerkarten geben könnte. Der Verband, sagt Christian Titz, stünde in der Verantwortung, Lösungen zu finden. „Ich will auf niemanden mit dem Finger zeigen, aber das sind Dinge, die wir so nicht haben wollen.“

Verband bestätigt Anfrage zum Rückzug vom Rückzug

Und dann noch die Meldung, die am Freitag aufhorchen ließ und für Verwirrung sorgte. Möglicherweise spielt Wattenscheid ja doch weiter. Jedenfalls gibt es Gerüchte um einen Investor, der plötzlich aufgetaucht sein soll. Der Sprecher der Westdeutschen Fußballverbandes bestätigte lediglich, dass es eine Anfrage in diese Richtung gegeben habe und vertröstete auf nächste Woche.

Das alles darf die Rot-Weissen aber nicht interessieren, sie müssen sich auf das Sportliche konzentrieren. Und die Aufgabe wird nicht leicht beim Tabellenvierzehnten in Düsseldorf. „Eine Mannschaft mit jungen, hungrigen, hochtalentierten Spielern“, fasst Christian Titz die Eigenheiten des Gegners zusammen.

„Talentiert und unbekümmert“

„Mitunter unbekümmert und mit einer hohen Bereitschaft, auch mal Mut zum Risiko zu zeigen.“ Aufgrund des Alters seien dort Leistungsschwankungen normal. „Zuletzt haben sie gewackelt, aber an einem guten Tag können sie auch jeden schlagen.“ Der RWE-Trainer beobachtet die Düsseldorfer bei dessen 2:1-Heimsieg gegen Schalke 04 II. „Da haben sie stark gespielt und waren dominant.“

Und genau da soll der Plan der Essener greifen, die dem Spiel den Stempel aufdrücken wollen. Der 2:1-Sieg vor einer Woche in Bergisch Gladbach sollte wieder das Selbstvertrauen gestärkt haben und ein für etwas mehr Lockerheit geben. RWE reist ohne Personalprobleme an. Bis auf die Rekonvaleszenten Harenbrock und Zeiger hat Titz freie Auswahl. Auch Jan-Lucas Dorow, der angeschlagen war, hat sich nach dem Training am Freitag fit gemeldet.

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