Rot-Weiss Essen

Rot-Weiss Essen: Karsten Neitzel fordert Respekt

RWE-Trainer Karsten Neitzel

RWE-Trainer Karsten Neitzel

Essen.  Vor dem Viertelfinale am Samstag bei Union Nettetal wehrt sich der RWE-Trainer gegen Anfeindungen und Kritik unter der Gürtellinie

Die Rot-Weissen müssen sich am kommenden Wochenende im Verbandspokal auf ein weiteres Saisonziel konzentrieren. Sie sind im Verbandspokal gefordert, wo sie auch in dieser Spielzeit das Finale anstreben, um sich letztlich für die lukrative erste Hauptrunde im DFB-Pokal zu qualifizieren. Im Viertelfinale treffen die Essener am Samstag auf Union Nettetal (14.30 Uhr, Lobbericherstraße).

RWE-Trainer Neitzel würdigt den Pokal-Gegner

„Eine gute Oberliga-Mannschaft“, meint RWE-Trainer Karsten Neitzel, der sich gemeinsam mit Sportdirektor Jürgen Lucas am vergangenen Sonntag das Ligaspiel der Gastgeber bei Jahn Hiesfeld (1:1) anschaute. Die Essener sind als Viertligist natürlich favorisiert, aber für Neitzel ist klar: Auch diese Aufgabe ist nicht im Vorbeigehen zu lösen. Stark reden will er den Gegner zwar nicht, aber er zeigt Respekt. Wie es sich gehört.

Genau diesen Respekt fordert Neitzel auch von anderen – vor allem ihm und seiner Mannschaft gegenüber. Es sollte am Mittwoch ein ganz normaler Presseplausch werden mit dem üblichen Blick auf die bevorstehende Begegnung. Aber am Ende wollte der RWE-Coach noch etwas loswerden, was ihm derzeit übel aufstößt.

Neitzel ärgert sich über Anfeindungen gegen Spieler

Er sei am vergangenen Samstag nach dem 2:0-Heimsieg über Rödinghausen nach Hause gefahren und habe sich irgendwie nicht so befreit und erleichtert gefühlt wie sonst nach einem Erfolg. Der Grund sei eine Entwicklung, die der Fußballlehrer so nicht akzeptieren will. „Es kann und darf nicht sein, dass unsere Spieler teilweise Anfeindungen eigener Zuschauer ausgesetzt sind. Der große Teil der Fans steht ja hinter uns und unterstützt uns. Aber einige wenige vergreifen sich deutlich im Ton“, echauffiert sich Neitzel. „Ich habe absolut nichts gegen Kritik, die auch richtig heftig ausfallen kann. Aber so unter die Gürtellinie, das geht gar nicht.“ Aber genau das passiere immer häufiger, sagt Neitzel, dem mächtig der Kamm schwillt, wenn er nur daran denkt.

Auch gegen Rödinghausen wurden einige Rot-Weiss-Spieler von der Tribüne aus übel beschimpft und beleidigt. „Alle erzählen immer, man weiß doch, auf was man sich einlässt, wenn man sich für RWE entscheidet, und was an der Hafenstraße los ist. Man solle nicht so empfindlich sein, das müssen die Spieler aushalten. Nein, das müssen sie nicht! Man kann sich nicht alles gefallen lassen. Wir sind doch kein Freiwild!"

Pfiffe, harte und deutliche Worte vom Anhang wie nach der Pleite gegen Düsseldorf seien nicht das Problem. „Da hatten wir es auch verdient, das war absolut okay. Danach muss es aber auch gut sein. Wir wollen doch alle gewinnen und uns dann gemeinsam darüber freuen.“

Pfiffe und unsachliche Kritik

Gegen Rödinghausen waren Timo Brauer und Kapitän Benjamin Baier von einzelnen Zuschauern angefeindet worden. Pfiffe gab es nicht zum ersten Mal für Nico Lukas, als der kurz vor Schluss eingewechselt wurde. Wohlgemerkt bei einer 2:0-Führung. Gerade der junge Lucas ist für einige auf der Tribüne inzwischen ein rotes Tuch. Dabei scheint es gar nicht um die Leistung des 21-Jährigen an sich zu gehen, sondern der absurde, unreflektierte Vorwurf steht im Raum, dass der junge Mann nur spiele, weil der Herr Papa, Sportdirektor Jürgen Lucas, es so wünsche.

„Wir haben vor allem zu Hause sechs bis neun Punkte zu wenig geholt“, gibt Neitzel zu. „Das ist allein unsere Schuld, dafür machen wir auch niemanden verantwortlich. Aber mit solchen Aktionen gegen uns stärkt man nur den Gegner. Sie sind ungerecht, und verdient haben es die Jungs ebenfalls nicht. Ich kann nur sagen: Sie arbeiten gut und geben ihr Bestes.“

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