Rot-Weiss Essen

2:4! Rot-Weiss Essen verpatzt Generalprobe gegen Viktoria Köln

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RWE-Zugang Marius Kleinsorge (l.) hat mit Rot-Weiss Essen ein 2:4 bei Viktoria Köln kassiert.

RWE-Zugang Marius Kleinsorge (l.) hat mit Rot-Weiss Essen ein 2:4 bei Viktoria Köln kassiert.

Foto: Markus Endberg / ffs

Köln.  Rot-Weiss Essen hat seine Generalprobe vor der Rückkehr in den Liga-Betrieb bei Viktoria Köln gründlich verpatzt. RWE kassierte ein 2:4 (0:2).

Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen hat eine Woche vor Rückrunden-Reststart noch reichlich Hausaufgaben aufgezeigt bekommen. Im letzten Testspiel gab es eine verdiente 2:4-Niederlage beim Drittligisten Viktoria Köln, der einige Schwächen noch schonungslos aufdeckte.

Rot-Weiss Essen: Viktoria Köln springt kurzfristig ein

Die Generalprobe vor dem Ligaauftakt gegen den Wuppertaler SV am Sonntag nächster Woche hatte sich kurzfristig ergeben, da Kölns Ligagegner Zwickau wegen einiger Coronafälle passen musste. So nutzten die Essener den kurzen Draht zum Viktoria-Urgestein Franz Wunderlich und vereinbarten den interessanten Vergleich unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Dass die Viktoria schon bereit für den Liga-Alltag war, zeigte sich von Beginn an in der Partie. Das Team von Trainer Olaf Janßen, an der Hafenstraße noch bestens bekannt, war gleich klar spielbestimmend, kombinierte sich gefällig bis zum Essener Strafraum durch, ehe die anfangs aufmerksame RWE-Abwehr zuschnappte, in der diesmal Rios Alonso auf rechts Sandro Plechaty vertrat. Die erste Chance der Essener schon in der dritten Minute sollte auch gleich die letzte in der ersten Halbzeit sein: Cedric Harenbrock hatte butterweich auf Neuzugang Marius Kleinsorge gepasst, doch die Lauterer Leihgabe zielte beim Halbvolley in die dritte Etage.

Da machte es Viktoria schon besser. Nach 14 Minuten wehrten die Essener den Ball aus der Gefahrenzone zu kurz ab, genau auf den Schlappen von Christoph Gregor, der ihn volley in den Knick schickte, da konnte RWE-Kapitän Daniel Davari nur staunend hinterher schauen. Und Köln blieb dominant, genoss dabei ziemlich viele Freiheiten auf den Flügeln, die in der 38. Minute zum völlig verdienten 2:0 führten. Auf rechts kam Ex-Bundesligaprofi Marcel Risse völlig unbedrängt zum Flanken, in der Mitte köpfte Seokju Hong aus drei Metern ebenso blank lässig ein. Die Abwehrlücken bei Rot-Weiss waren schon erstaunlich.

Nach dem Wechsel durfte sich Zlatko Janjic für Simon Engelmann in der Angriffsspitze versuchen. Neuzugang Fabian Rüth (angeschlagen) saß mit den verletzten Erol Krasniqi und Kevin Holzweiler auf der Tribüne, die beiden Erstgenannten sollen Anfang der Woche wieder ins Training einsteigen. Nach einer Stunde wurde beim Drittligisten kräftig durchgewechselt, auch auf Essener Seite kam für Kleinsorge nun Sascha Voelcke, der seine Patellasehnen-Probleme vom Trainingsstart mittlerweile überwunden hat. Dem Spiel der Gäste gab dies allerdings kaum neue Impulse, zu viele Fehler im Aufbauspiel machten RWE-Angriffsszenen schnell zunichte.

Gefährlicher blieben die Kölner, auch wenn ihre Bemühungen in der zweiten Hälfte auch abflachten. Ein Querschläger von Alonso landete genau vor die Füße von Hong, der die Kugel aus spitzem Winkel nur ans Außennetz brachte (67.). Eine Minute später tauchte David Philipp frei vor Davari auf, der RWE-Keeper blieb Sieger. Nicht so gut sah in der 70. Minute dagegen sein Pendant Elias Bördner aus, der sich einen als Flanke gedachten Ball von Niklas Tarnat in den Winkel schaufelte: 2:1.

Rot-Weiss Essen betreibt Ergebniskosmetik

Ein kurioser Anschlusstreffer, der dem Regionalligisten kurzzeitig Auftrieb gab. Bis zur 75. Minute: Philipp wackelte mit einer Körperbewegung Herzenbruch aus und traf ins kurze Eck: 3:1 – der alte Abstand war wieder hergestellt, und er war verdient. Und Handle (78.) setzte aus 18 Metern noch eins drauf, die RWE-Abwehr störte den Schützen nicht, und Davari schaute wieder hinterher: 4:1. Das war jetzt deftig.

Und wurde etwas gemildert, als der eingewechselte Felix Heim auf den eingewechselten Plechaty passte, der die Kugel im Sechszehner humorlos unter die Latte zum 2:4 donnerte (83.). Am sehr durchwachsenen Eindruck konnte auch dieses Tor aus Essener Sicht nichts mehr ändern.

Viktoria Köln – RW Essen 4:2 (2:0)

RWE: Davari, Alonso (80. Plechaty), Heber (80. Langesberg), Herzenbruch, Bastians, Tarnat, Dürholtz (80. Kaiser), Harenbrock (77. Heim), Kleinsorge (60. Voelcke), Engelmann (46. Janjic), Young (77. Kefkir).

Tore: 1:0 Greger (14.), 2:0 Hong (38.), 2:1 Tarnat (70.), 3:1 Philipp (75.), 4:1 Handle (78.), 4:2 Plechaty (83.)

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