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RWE: Enzo Wirtz erzielt seine ersten Tore an der Hafenstraße

Die ganze Welt umarmen: Doppeltorschütze Enzo Wirtz (RWE).Foto: Michael Gohl

Die ganze Welt umarmen: Doppeltorschütze Enzo Wirtz (RWE).Foto: Michael Gohl

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Essen.   Stürmer trifft beim verdienten 2:0-Heimerfolg von Rot-Weiss Essen gegen Rödinghausen. Gastgeber setzen mehr auf Physis als auf feine Klinge.

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Als sich Enzo Wirtz knapp zwei Stunden nach Spielschluss auf den Heimweg machte, war ihm das Lächeln noch immer nicht vergangen. So sehen Sieger aus. Der 22-jährige Stürmer hatte beim 2:0-Heimerfolg der Rot-Weissen über den SV Rödinghausen gleich beide Tore erzielt, ein Erfolgserlebnis erster Klasse, das der Neuzugang einfach nur genoss wie die zahlreichen Glückwünsche danach. „Es war super“, strahlte der junge Mann direkt nach dem Spielende in der Mixedzone. „Das waren meine ersten beiden Tore an der Hafenstraße, ein unfassbares Gefühl. Das ist nur schwer in Worte zu fassen.“

Die Freude ist verständlich, denn bislang hatte sich Wirtz schwergetan bei RWE, für einen Startelf-Einsatz hatte es nur selten gereicht. Gegen Rödinghausen war es aber wieder soweit. Ausgerechnet. Bei der 1:2-Pleite im Hinspiel hatte er in der Nachspielzeit die riesige Chance zum Ausgleich versemmelt.

Für Startelf-Einsatz hatte es bisher selten gereicht

Trainer Karsten Neitzel verriet, dass er verschiedene Varianten im Kopf durchgespielt hatte. Schließlich entschied er sich für den körperlich robusten Wirtz. „Bei ihm hatte ich das Gefühl, dass ich mit ihm einen Mann mehr auf dem Platz habe, der ein Tor erzielen könnte.“ Aber vor allem war es auch eine Entscheidung für ein körperbetontes Spiel, das RWE an diesem Tag pflegte. „Wir haben uns den Sieg erarbeitet“, sagte Neitzel. „Die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, war nicht die feine technische Klinge. Ich weiß, dass wir besser spielen können, aber auch, dass wir Ergebnisse brauchen.“

Sein Team habe gefightet, kompakt gestanden und die Zweikämpfe angenommen. „Alles Dinge, die wir brauchen, um unsere Situation wieder etwas umzubiegen.“

Essener belohnen sich für Einsatz und Leidenschaft

Dass Wirtz auf der linken Außenbahn den Rasen beackerte, ist zwar ungewöhnlich, war aber für den Mittelstürmer offenbar kein Problem: „Ich bin flexibel einsetzbar, habe früher oft dort gespielt. Gegen Rödinghausen hat es gut gepasst.“

Wohl wahr. Die Rot-Weissen waren von Beginn an deutlich engagierter als der Gast, der enttäuschend wenig ins Spiel investierte. Die Essener wurden schließlich nach einer an Chancen sehr armen ersten Hälfte erst nach der Pause für ihre Leidenschaft belohnt.

Man spürte aber im ersten Durchgang, auf welcher Seite der Erfolg in der Hinrunde zu Hause war. Der Tabellenvierte hatte zuvor sechs der vergangenen sieben Spiele gewonnen und reiste als beste Auswärtsmannschaft an. Die Ostwestfalen standen ebenfalls kompakt und ließen ganz unaufgeregt die Dinge auf sich zukommen. Sie wirkten auch in der Spielanlage ruhiger und reifer, allerdings gelang ihnen unterm Strich nur wenig nach vorn.

Die Gäste besaßen jedoch die einzige Chance im ersten Durchgang. Timo Becker wurde von hinten von Kelvin Lunga gestoßen, der Unparteiische ließ großzügig weiterlaufen, doch Lunga verzog deutlich (16.).

Nach der Pause hatte RWE einige Chancen

Nach dem Wechsel aber hatte RWE Chancen. Lukas Scepanik, der zentraler agierte als sonst, scheiterte mit einem Distanzschuss (50.) an dem ehemaligen RWE-Keeper Niclas Heimannn (50.). Als Marcel Platzek im gegnerischen Strafraum quer auf Wirtz legte, schob dieser den Ball freistehend aus 14 Metern am Ziel vorbei. Ein Probelauf, mehr nicht. Beim zweiten Versuch funktionierte es: Pröger spielte den Ball Scepanik in den Lauf, der setzte sich gekonnt an der Grundlinie durch, scharfer Pass nach innen, in den Wirtz spritzte und den Ball zum 1:0 versenkte (64.). Und einmal getroffen, legte Enzo Wirtz gleich nach. Er bedrängte seinen Gegenspieler, der allzu sorglos klären wollte, gewann den Zweikampf und tunnelte Heimann zum 2:0 (71.).

„Ein bitterer Tag für uns“, sagte SRV-Trainer Enrico Maaßen angesäuert, er hatte eine sehr ausgeglichene Partie gesehen. Es sei mehr drin gewesen, doch seine Mannschaft habe die Chancen nicht genutzt. „Und wie die Gegentore gefallen sind, das ist uns lange nicht mehr passiert. Das ist einfach nur ärgerlich.“ Was die RWE-Fans natürlich anders sahen.

Rot-Weiss Essen -
SV Rödinghausen 2:0 (0:0)

RWE: Raeder - Heber, Becker, Zeiger, Grund - Pröger (90. Tomiak), Brauer, Baier, Wirtz (89. N.Lucas) - Platzek (81. Urban), Scepanik.
Schiedsrichter: Visse.

Zuschauer: 5167.
Tor: 1:0 Wirtz (64.), 2:0 Wirtz (71.).

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