Rot-Weiss Essen

Bei RWE scharren die Hinterbänkler mit den Hufen

Die Konkurrenz auf der Bank scharrt bereits mit den Hufen, einer von ihnen dürfte Stürmer Enzo Wirtz (am Ball), der Derby-Matchwinner aus Oberhausen.

Die Konkurrenz auf der Bank scharrt bereits mit den Hufen, einer von ihnen dürfte Stürmer Enzo Wirtz (am Ball), der Derby-Matchwinner aus Oberhausen.

Foto: Thorsten Tillmann/FFS / Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen.  Nach dem 1:4 gegen Verl deutet RWE-Coach Titz einige Veränderungen für das Spiel in Gladbach an. Neuzugang Krasniqi ist erst einmal krank.

Am Mittwochmittag dominierte mehr Weiß als Rot im Stadion Essen. Gleich zwei Hochzeitsgesellschaften gaben sich die Ehre mit Trauung in den „heiligen Hallen“, ein Paar war sogar stolze Dauerkarten-Besitzer. Auch RWE-Coach Christian Titz wurde aufs Foto gebeten, wenn schon nicht als Trauzeuge, dann vielleicht als Glücksbringer? Das wird die weitere Zukunft zeigen.

Was die nähere Zukunft für die Rot-Weissen bereit hält, wird sich bereits am Donnerstag zeigen, beim Auswärtsspiel des Tabellendritten im Grenzlandstadion gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach (13 Uhr, Sport1 live). Und ganz nebenbei wird vielleicht die Frage beantwortet, ob sich das Einwechsel-Glück des RWE-Trainers für diese Saison bereits erschöpft hat. Denn bei der 1:4-Niederlage vergangenen Sonntag gegen den SC Verl kam erstmals der Erfolg nicht von der RWE-Bank.

Natürlich wurde der erste Rückschlag der noch jungen Saison in der noch verkürzten Trainingswoche aufgearbeitet, das Videomaterial war wohl aussagekräftig. Ergebnis: „Wir werden jetzt nicht in Aktionismus verfallen, natürlich sind wir sehr verärgert über die Niederlage, zumal wir uns die Tore selbst rein geschossen haben“, so Christian Titz. Individuelle Fehler, die bei der riskanten Spielweise aber immer wieder vorkommen können, schließlich, so der Trainer, sei Fußball ja auch ein Fehlersport.

Konkurrenzkampf ist noch mehr entfacht

Wenn das ernüchternde Heimerlebnis für irgendetwas gut sein sollte, dann vielleicht dafür, dass der Konkurrenzkampf nun noch mehr entfacht sein dürfte als er ohnehin schon war. Natürlich verrät der RWE-Trainer einen Tag vor dem Spiel seine Anfangsformation nicht, „aber es kann durchaus passieren, dass wir an der einen oder anderen Stelle etwas ändern.“ Fest steht, dass es wieder einige Härtefälle geben wird, da der Kader bis auf Cedric Harenbrock, der aber auch schon wieder voll mittrainieren kann, zum Bersten gefüllt ist. Selbst David Sauerland, der in der Schlussphase gegen Verl von Helfern gestützt vom Platz gebracht wurde, ist mit einer Stauchung und Risswunde am Fuß wieder einsatzbereit – wenn auch getaped.

Die Zeit für Platzek wird kommen

„Einige, die zuletzt hinten dran waren, scharren mit den Hufen“, hat Titz in den letzten Trainingseinheiten bemerkt. Einer wie Enzo Wirtz zum Beispiel, der in Oberhausen der Derby-Matchwinner von der Bank war, danach aber nicht mehr in Erscheinung treten konnte. „Er war in diesem Spiel mit seiner Art die richtige Lösung, danach kam die Zeit von Selishta. Es tut mir für alle leid, auch Dahmani oder Platzek könnten wir nennen, aber auch für Platzek wird die Zeit kommen, in der es wieder passt“, verspricht der Coach. Gegen seine Ex-Kameraden aus Gladbach wäre es für den langjährigen RWE-Torjäger natürlich ein besonderes Fest, wieder dabei zu sein.

Das Team von Arie van Lent, nach dem jüngsten 6:0-Erfolg gegen Bergisch Gladbach klar im Aufwind, hatte unter der Woche schon einmal ein Grußwort ins Ruhrgebiet gesandt: „Jetzt wollen wir auch mal einen Großen der Liga schlagen“, tönte Routinier Markus Pazurek im Gespräch mit dem Reviersport. Titz ließ sich dadurch nicht zum verbalen Gegenschlag herausfordern: „Die Spiele werden nicht durch Reden entschieden, sondern immer noch auf dem Platz“, entgegnete er gelassen.

Gladbach hat schon 20 Gegentore

Und da seien beide Teams bemüht, ähnlichen Fußball zu spielen. Nach vorne orientiert, mit den üblichen Risiken, was 20 Gegentore bei den Gastgebern aber auch in Zahlen dokumentieren. Aber, die U23 seien eben auch Wundertüten, bei denen man nie wüsste, wer von den Profis unten zum Einsatz komme, da gebe es von Spieltag zu Spieltag immer wieder Überraschungen, bemerkt Titz. Keine Überraschung werden die Gäste mit dem 19-jährigen Erolind Krasniqi bieten können, der sich nach seiner Vertragsunterzeichnung bei den Rot-Weissen gleich mit einem grippalen Infekt abgemeldet hat.

Aber der ehemalige Kapitän der U19 des Hamburger SV sei eh als Wechsel auf die Zukunft geplant. „Ich kenne Erolind aus meiner Zeit beim HSV und freue mich sehr, dass wir ihn verpflichten konnten. Er ist ein spielstarker Junge, der auf der Achter- und Zehner-Positon eingesetzt werden kann“, so sein alter und neuer Trainer. Und es sei, bemerkt Titz, auch eine Auszeichnung für den Verein, dass sich Talente solchen Kalibers nun auch für RWE entscheiden würden, das sei keine Selbstverständlichkeit.

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