Regionalliga Nachlese

Bei Rot-Weiss Essen läuft längst nicht alles rund

Gut geflogen: RWE-Kapitän Benjamin Baier (l.) und BVB-Torschütze Massimo Ornatelli.

Foto: Thorsten Tillmann

Gut geflogen: RWE-Kapitän Benjamin Baier (l.) und BVB-Torschütze Massimo Ornatelli. Foto: Thorsten Tillmann

Rot-Weiss Essen wirkte trotz aller Enttäuschung nach der 0:1-Pleite gegen die U23 des BVB gefasst. Doch die Serie ist gerissen.

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Die Rot-Weissen wirkten trotz aller Enttäuschung gefasst. Nach vier Liga-Spielen und einem Erfolg im Verbandspokal schlichen sie erstmals wieder als Verlierer vom Platz. Kann passieren, aber ärgerlich war das 0:1 (0:0) gegen die U 23 von Borussia Dortmund allemal. „Wir haben keine Chance zugelassen, aber das Spiel verloren“, fasste RWE-Trainer Argirios Giannikis zusammen.

In der Tat war die Essener Defensive einmal mehr sattelfest und bot dem Gegner nicht ein Schlupfloch. Und doch zappelte der Ball dann einmal im Netz, weil die Dortmunder einen direkten Freistoß aus 25 Metern versenkt hatten (55.). Massimo Ornatelli überraschte RWE-Keeper Robin Heller mit der direkten Variante, die er zudem noch ziemlich präzise ausführte. Heller hatte wohl auf eine Flanke spekuliert und entsprechend mit zwei Schritten nach vorn gemacht. Unter diesen Umständen war der Ball für ihn nicht mehr haltbar.

Gutes Aufbauspiel beim BVB

Doch es gab genug andere Gründe für diese Niederlage. „Wir wussten, dass Dortmund über den Ballbesitz kommt, haben es aber nicht geschafft, das zu unterbinden“, meinte Giannikis. Und Kapitän Benjamin Baier sah es so: „Wir wussten, dass Dortmund das Spiel gut aufbaut, aber das hat uns nicht interessiert. Da hinten können sie spielen.“ Vielleicht ein Trugschluss, denn lässt man eine U 23 gewähren, wird es immer schwer für den Gegner.

Das Ganze sah dann so aus: Die Schwarz-Gelben hatten in Hälfte eins deutlich mehr Ballbesitz und führten sich an der Hafenstraße auf wie der Hausherr. Die Essener konnten einfach nicht dazwischengrätschen. „Wir waren zwar da, aber haben individuell die Zweikämpfe nicht gut geführt, wir haben sie entweder verloren oder Foul gespielt.“ Und genau so kam es auch zum entscheidenden Freistoß für den BVB, weil Kamil Bednarski zuvor seinen Gegenspieler unfair attackiert hatte. Giannikis’ lapidares Fazit: „Wir haben es nicht gut gemacht.“

Der zweite Punkt: Das Essener Aufbauspiel war schwach und mit Fehlern gespickt. Hatten sie den Ball erobert, landete er meist umgehend wieder in den Beinen des Gegners. „Wir haben zu schlampig nach vorn gespielt“, sagte der RWE-Coach. Die Dortmunder überraschten aber auch mit einer körperlich sehr robusten Spielweise. „Sie waren extrem aggressiv“, fand Giannikis. Nach der Pause und dem Gegentor, als RWE den BVB energischer attackierte, kam es zu kniffligen Szenen, die oft gegen Essen ausgelegt wurden. Schiedsrichter Bastian Börner (Iserlohn) musste sich einiges von den RWE-Fans anhören, die es naturgemäß fast immer anders sahen als der Unparteiische.

Mehr Entschlossenheit in Hälfte zwei

Aber nach dem Wechsel zeigten die Essener mehr Entschlossenheit, packten konsequenter zu, und setzen den Konkurrenten unter Druck, und der konnte plötzlich auch nicht mehr nach Belieben aufbauen wie im ersten Durchgang und verlor die Bälle früh. „Wir haben eine ganz gute Reaktion gezeigt“, sagte der RWE-Coach, doch für mehr Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft reichte es nicht. Es war zwar mehr Dampf im Kessel, aber nicht eine gute Chance konnten sich die Rot-Weissen herausarbeiten. „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, deshalb haben die Dortmunder den Sieg wohl ein bisschen mehr verdient“, räumte Giannikis ein.

Natürlich war der Dortmunder Coach Jan Siewert zufrieden, über den Sieg, die Leistung seiner Mannschaft und wohl auch darüber, dass er an alter Wirkungsstätte punkten konnte. „Es war ein sehr intensives Spiel und ein toller Fußballabend“, meinte Siewert und lobte so nebenbei den Kollegen: „Er hat die Mannschaft sehr schnell stabilisiert.“ Sein Team habe sich nicht entscheidend durchsetzen können. „Wir haben es versucht, über Ballbesitz aufzulösen. Das war nicht einfach gegen eine Mannschaft, die taktisch so gut steht. Wir hatten nicht so die Durchschlagskraft. Aber dann muss man auch mal über einen Standard gewinnen.“ Was ja den Rot-Weissen nicht fremd ist.

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