Regionalliga

TV-Sender Sport 1 hat kein Verständnis für Fan-Proteste

Aachener und Kölner Fans warfen am Montag Tennisbälle auf das Spielfeld.

Aachener und Kölner Fans warfen am Montag Tennisbälle auf das Spielfeld.

Foto: Imago

Aachen.  Das Regionalligaspiel zwischen Alemannia Aachen und Fortuna Köln (1:1) wurde für 16 Minuten unterbrochen, weil Fans gegen Sport 1 protestierten.

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Das Regionalligaspiel zwischen den beiden Traditionsklubs stand am Montagabend kurz vor dem Abbruch. "Er hat uns schon bei der ersten Unterbrechung klar gemacht, dass das Spiel bei einer erneuten Unterbrechung abgebrochen werden muss, so wären die Statuten", erklärt Aachens Trainer Fuat Kilic gegenüber RevierSport.

Was war passiert? Sowohl ein Teil der Fortuna-Anhänger als auch die rund 600 Alemannia-Fans unter den insgesamt 2613 Besuchern im Kölner Südstadion nutzten das TV-Livespiel von Sport 1, um gegen den Sender und die fanunfreundliche Anstoßzeit am Montagabend um 20.15 Uhr auf ihre Art und Weise zu protestieren.

Nach gut einer halben Stunde ging es los: Beide Fanlager protestierten mit Trillerpfeifen lautstark gegen Sport 1. Aus dem Fan-Block der Fortuna flogen Tennisbälle auf das Spielfeld. Eine Fortsetzung des Spiels war für den Unparteiischen Christian Scheper nicht möglich. Er schickte beide Mannschaften in die Katakomben. 16 lange Minuten verhaarten beide Mannschaften im Stadion-Innenraum.

Fortuna Kölns Trainer schlägt sich auf die Seite des TV-Senders

"Ich habe kein Verständnis für Proteste, die den Schiedsrichter dazu zwingen, ein Spiel zu unterbrechen. Der Montagabend ist unser Regelsendeplatz für die Regionalliga, so ist es auch mit den Verbänden besprochen. Der Termin garantiert viel Aufmerksamkeit, was viele Klubs gerne annehmen", sagt Dirc Seemann, Sport1-Chefredakteur auf Nachfrage dieser Redaktion.

Und dass die Anstoßzeit fanunfreundlich sei, sieht Seemann ebenfalls ein wenig anders als die Anhänger von Fortuna Köln und Alemannia Aachen. Seemann: "Am Montagabend schalteten 240.000 Zuschauer ein, so standen die Traditionsvereine zur besten Sendezeit in ganz Deutschland im Rampenlicht. Wir berücksichtigen natürlich auch die Belange der Fans: Beim Spiel in Köln hatten die Aachener Anhänger eine Anfahrt von zirka einer Stunde, das halte ich für absolut vertretbar.“

Auf die Seite des TV-Senders schlägt sich auch Fortuna Kölns Trainer Thomas Stratos, der die Fans für das Verhalten am Montag kritisiert. "240.000 TV-Zuschauer: Das ist für Viertliga-Klubs weltklasse. Wir Regionalligisten leben von einigen Sponsoren, die sich auch mal im TV präsentieren wollen. Das sollten die Fans verinnerlichen und respektieren. Ohne diese Sponsoren würde es einige Vereine nicht mehr geben", zeigte sich auch Fortuna-Trainer Thomas Stratos über den Fan-Protest verärgert. Er ergänzt: "Ganz ehrlich. Es ist doch scheißegal, ob wir am Samstag, oder Sonntag um 14 Uhr oder am Montag um 20.15 Uhr spielen. Wer kommen will, der kommt ins Stadion. Die anderen bleiben zu Hause. Und ein Viertliga-Spiel im Fernsehen zu sehen, ist umso schöner."

Auch Aachens Fußballlehrer Fuat Kilic war nicht damit einverstanden, was einige Alemannia-Fans veranstalteten. Neben dem Einsatz der Trillerpfeifen zündelten die Aachener zu Beginn der zweiten Hälfte auch bengalisches Feuer. "Gegen einen friedvollen Protest habe ich nichts. Was ich aber nicht verstehen kann, ist diese Pyro-Geschichte. Damit schaden wir unserem Verein."

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