Fußball

Grings zum SV Straelen: Die erste Trainerin in Liga vier

Inka Grings da, wo sie sich längst am wohlsten fühlt: Als Trainerin an der Seitenlinie.

Inka Grings da, wo sie sich längst am wohlsten fühlt: Als Trainerin an der Seitenlinie.

Foto: Udo Milbret

Straelen.  Die frühere Nationalspielerin und Ex-MSV-Trainerin Inka Grings übernimmt den Regionalligisten - und sorgt für ein Novum im deutschen Fußball.

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Die ehemalige Nationalspielerin Inka Grings übernimmt als erste Frau einen Trainerposten eines Fußball-Regionalligisten. Die 40-Jährige soll gemeinsam mit Thomas Drotboom (52) für den Klassenerhalt des SV Straehlen sorgen.

Zuerst vermeldete die „Rheinische Post“ die Verpflichtungen. Dies stimmt mit den Informationen dieser Redaktion überein. Dem Kicker zufolge sollen Grings und Drotboom, der am Wochenende noch beim Oberligisten TV Jahn Hiesfeld im Einsatz war, bereits heute vorgestellt werden.

Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen absolvierte Grings zwischen 1996 und 2012 insgesamt 96 Spiele, erzielte dabei 64 Tore. Nach ihrer aktiven Karriere wurde die gebürtige Düsseldorferin Trainerin des Frauen-Bundesligisten MSV Duisburg. Sie selbst hatte von 1995 bis 2011 für den FCR Duisburg gespielt. 2017 übernahm Grings die männlichen B-Junioren von Viktoria Köln. Am Saisonende stieg das von ihr trainierte Team ab, Grings kehrte dem Verein den Rücken.

Kontakt zu Grings kam über Mäzen Tecklenburg

Nun geht es für Inka Grings zum SV Straelen. Damit sorgt sie für ein Novum im deutschen Fußball. Imke Wübbenhorst, die derzeit für den BV Cloppenburg in der Oberliga Niedersachsen verantwortlich ist, war bis dato die ranghöchste Trainerin im Männerbereich. Wübbenhorst hat aber inzwischen ihren Rücktritt zum Saisonende verkündet.

Der SV Straelen gehört zu den ambitionierten Vereinen in der Regionalliga West. Denn der Aufsteiger hat mit dem Bauunternehmer Hermann Tecklenburg einen finanzstarken Geldgeber im Rücken. Über ihn kam auch der Kontakt zu Grings zustande. Seit dem 1. Oktober 2009 ist das ehemalige Vorstandsmitglied von Fortuna Düsseldorf mit der früheren Nationalspielerin Martina Voss verheiratet. Diese heißt heute Voss-Tecklenburg, ist Frauen-Bundestrainerin war bis zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney selbst mit Grings liiert.

Grings soll nun den Erfolgslauf des SV Straelen fortsetzen. In den letzten beiden Jahren gelangen den Grün-Gelben zwei Aufstiege. Dank des Geldes von Tecklenburg marschierte der Verein von der Landes- in die Regionalliga. Der Kader ist für Viertliga-Verhältnisse prominent besetzt. Torwart David Buchholz (ehemals Preußen Münster und Sportfreunde Lotte), Adil Lachheb (MSV Duisburg, Erzgebirge Aue), Kai Schwertfeger (Fortuna Düsseldorf, Alemannia Aachen, Karlsruher SC) oder Björn Kluft (Rot Weiss Ahlen, Eintracht Braunschweig, SV Sandhausen) haben in höheren Ligen Erfahrung gesammelt.

Grings’ Ziel: Männer-Bundesliga

Doch zunächst muss Grings, die schon vor Jahren im Gespräch mit dieser Zeitung über ihr großes Ziel sprach, einmal einen Männer-Bundesligisten zu trainieren, den aktuellen Negativlauf stoppen und den Klassenerhalt sichern. Seit sieben Spielen haben die Straelener nicht mehr gewonnen, drei Punkte wurden in dieser Zeit nur eingefahren. Die 0:1-Niederlage gegen den bereits abgestiegenen Tabellenletzten TV Herkenrath führte zur Entlassung von Trainer Marcus John, der nur wenige Wochen zuvor seinen Vertrag verlängert hatte.

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