Bundesliga

RB Leipzig pokert und hofft auf Millionen-Ablöse für Hasenhüttl

 Ralph Hasenhüttl.

Foto: firo

Ralph Hasenhüttl. Foto: firo

Leipzig.  Ralph Hasenhüttl arbeitet nicht mehr als Trainer von RB Leipzig. Aber: Sein Vertrag wurde nicht sofort aufgelöst. Der Grund: RB will Millionen.

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Man hat es in den vergangenen Monaten erlebt: Deutsche Trainer, die eine Bundesliga-Mannschaft entwickeln und weiterbringen, sind rar. Julian Nagelsmann in Hoffenheim: darf nicht vor 2019 weg. Thomas Tuchel: wollte lieber nach Paris als zu Bayern. Hannes Wolf: in Stuttgart vorzeitig aussortiert. Domenico Tedesco: auf Schalke jahrelang gebunden. Das alles wissen sie bei RB Leipzig — und lassen ihren beurlaubten Trainer Ralph Hasenhüttl nicht sofort aus dem Vertrag. Das erfuhr die Redaktion aus Beraterkreisen.

Zwar ist die Zusammenarbeit mit RB Leipzig seit Mittwoch offiziell beendet. Aber Hasenhüttl darf nirgendwoanders als Trainer anheuern. Anders als in Medien berichtet, wurde nämlich der bis 2019 laufende Arbeitsvertrag in Zusatzklauseln überführt, die Hasenhüttl bis auf Weiteres und bei vollen Bezügen an RB binden — Hasenhüttl wird in der Sommerpause geparkt, wie aus Beraterkreisen zu erfahren ist. Dahinter steckt Kalkül: Wer Hasenhüttl haben will (und das wollten einige Vereine im Frühjahr), muss eine Ablösesumme in Millionenhöhe an RB Leipzig bezahlen.

Die Rechnung bei RB Leipzig geht so: Die erhoffte Ablösesumme übersteigt das zu zahlende Gehalt von geschätzt zwei Millionen Euro — dann macht RB-Boss Ralf Rangnick ein Geschäft. Eine vorzeitige Vertragsauflösung würde ihn nämlich Geld kosten: Bis zu 1,5 Millionen Euro wären fällig. Man kann es nicht anders sagen: Es ist Pokerei. Der Einsatz: Sollte kein Verein Hasenhüttl für nächste Saison verpflichten, muss RB Leipzig das Gehalt vorerst weiterzahlen.

Bayern München, Borussia Dortmund, zuletzt Eintracht Frankfurt: Die Liste der angeblichen Interessenten war und ist lang. Inzwischen hat sich der FC Bayern zwar für Niko Kovac entschieden. Aber wer weiß, was im Herbst ist. Vielleicht braucht der Rekordmeister dann wieder einen erfahrenen und modernen Trainer wie Hasenhüttl. Dessen Verbindung zu den Bayern ist bekannt. Er hat dort gespielt und hat deswegen Stallgeruch.

Auch Borussia Dortmund ist im Moment versorgt. Dort wird in den nächsten Tagen die Verpflichtung des Schweizers Lucien Favre erwartet. In Frankfurt heuerte gestern der Österreicher Adolf Hütter als Kovac-Nachfolger an. Bliebe noch Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking soll zwar nicht wirklich infrage stehen. Aber das heißt nicht viel, sobald die Ergebnisse nicht mehr stimmen sollten. Dann wäre Hasenhüttl ganz sicher ein Kandidat in Gladbach. (FunkeSport)

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