Kommentar

Pyrotechnik im Stadion? Umdenken - Schalke hat es vorgemacht

In den deutschen Stadien brennt immer wieder Pyrotechnik - trotz hoher Strafen.

In den deutschen Stadien brennt immer wieder Pyrotechnik - trotz hoher Strafen.

Essen.  Bislang verhängt der DFB vor allem Strafgelder bei Pyrotechnik-Verstößen. Es ändert sich nichts. Ein anderer Plan muss her. Ein Kommentar.

Der Satz des DFB-Richters Hans E. Lorenz könnte in der Bundesliga länger nachhallen. „Wir müssen akzeptieren, dass wir durch diese Urteile die Missstände nicht beseitigen können“, erklärte Lorenz, nachdem er die Strafe für den Hamburger SV wegen Pyrotechnik-Vergehen gesenkt hatte. Denn es stimmt ja auch. Saison für Saison müssen die Klubs immer höhere Beträge an den DFB überweisen, weil ein Teil ihrer Anhänger gezündelt hat. Aber es ändert sich nichts. Warum also nicht umdenken?

Nicht verbohren, sondern Gespräche suchen

Wie so häufig wird die Debatte viel zu schnappatmig geführt. Eine brennende Pyrofackel sorgt nicht dafür, dass am besten direkt das gesamte Stadion evakuiert werden müsste. Allerdings entstehen durch die Hitze auf engstem Raum natürlich Gefahren, die Verletzungen zur Folge haben können und teilweise auch haben.

Es sollten sich beide Seiten nicht immer weiter in ihrer Meinung verbohren, sondern das Gespräch suchen. Die Bundesliga-Verantwortlichen könnten Pyrotechnik als Teil der Ultrakultur akzeptieren. Die Ul­tras die Bedenken verstehen. Gemeinsam könnten Wege skizziert werden, wie einzelne Fackeln legal abgebrannt werden könnten. Vor Jahren hat der DFB solch einen Plan abrupt verworfen, seitdem raucht es in den Stadien nur umso mehr.

Legale Pyrotechnik? Schalke gibt ein gutes Beispiel

Schalke hat es bei einer Choreo zu Ehren eines verstorbenen Fans mit einem legalen bengalischen Feuer vorgemacht. Der HSV möchte folgen. Ob sich bei so einer Maßnahme alle Anhänger an die Regeln halten? Einen Versuch ist es wert.

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