Fußball

Paris Saint-Germain sorgt mit seiner Akademie für Ärger

PSG mit seiner Akademie auf der Bezirkssportanlage Lierenfeld

PSG mit seiner Akademie auf der Bezirkssportanlage Lierenfeld

Foto: Laske

Düsseldorf.  Der französische Topklub schlägt sein Talente-Camp in Düsseldorf auf. Bei Schalke 04 stößt das Konzept auf wenig Gegenliebe.

Wer es nicht wüsste, würde hier auf der Sportanlage des DSV 04 in Düsseldorf nicht die große Fußball-Welt erwarten. Der Rasenplatz versteckt sich inmitten eines Industriegebiets. Auf den wenigen Banden werben heimische Unternehmen für Küchen und Fliesen. Eine weiße Anzeigetafel am Rande des Platzes buhlt zwischen Unkraut um Aufmerksamkeit.

PSG-Flaggen im Industriegebiet

Aber dann wehen da am Dienstag eben auch blau-weiße Flaggen, ein weltbekannter Sportartikelausrüster hat einen schwarzen Truck geparkt und auf Bannern steht der Name, der mittlerweile für Fußballglanz steht: Paris Saint-Germain. Daneben tummeln sich auf dem Fußballplatz rund 90 Talente in roten PSG-Trikots. Der französische Erstligist, vollgepumpt mit den Millionen der katarischen Investorengruppe Qatar Sports Investments, hat hier auf der Bezirkssportanlage Lierenfeld seine Akademie eröffnet.

Grummeln aus der Bundesliga

Los geht’s mit Feriencamps, ab September startet der Regelbetrieb mit vier Einheiten pro Woche. Mitten in Nordrhein-Westfalen, wo ja eigentlich bereits zahlreiche Bundesliga-Klubs um Talente und Fans kämpfen. Wer möchte, kann in den Expansionsplänen also einen Angriff auf ein eigentlich bereits abgestecktes Fußball-Feld sehen.

Daher ist ein Grummeln aus der Bundesliga zu vernehmen. Auch Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider ärgert sich. „Ich weiß aus Vater-Sicht nicht, was den Reiz ausmacht, meinen sechsjährigen Sohn zu Paris Saint-Germain ins Camp zu schicken“, sagt er. „Sollten die auf die Idee kommen, hier Fußballklubs zu gründen, müsste man mal nachfragen, was die frühstücken.“

Akademie-Chef lacht Vorwürfe weg

Auf der Bezirkssportanlage Lierenfeld versteht man die Aufregung nicht. „Ich muss darüber lachen“, meint Vito Werner, Akademie-Direktor für Deutschland. „Wir wollen hier die Kinder fördern, die es nicht in die Nachwuchsleistungszentren der Profiklubs schaffen.“ Dabei gehe es nicht darum, Talent zu klauen. Dies habe PSG gar nicht nötig, so Werner.

Im Grunde wolle der französische Verein nur seine Marke vermarkten. Dafür arbeitet der Klub mit der neu gegründeten Football Academy Düsseldorf zusammen. Zu den Standorten in Düsseldorf und Oberhausen gesellt sich künftig Dortmund hinzu. Danach sollen Köln, Berlin und Frankfurt erschlossen werden. Die Nachfrage ist groß. Das erste Feriencamp in Düsseldorf ist ausgebucht. Montag geht es in Oberhausen weiter. Für fünf Tage zahlen die Talente immerhin 199 Euro.

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