Regionalliga

Neururer bleibt: Noch kein Rücktritt bei der SG Wattenscheid

Bleibt Sportdirektor der SG Wattenscheid, vorerst: Peter Neururer.

Bleibt Sportdirektor der SG Wattenscheid, vorerst: Peter Neururer.

Foto: Thorsten Tillmann

Wattenscheid.   Vorerst geht es weiter bei Regionalligist SG Wattenscheid 09. Noch ist keiner zurückgetreten, auch nicht Peter Neururer. Das kann sich ändern.

Lange war nichts zu vernehmen von der SG Wattenscheid 09. Dabei musste sich der Verein doch in irgendeiner Form äußern. Schließlich hatte Sportdirektor Peter Neururer tags zuvor öffentlich angekündigt, dass es am Vormittag eine Krisensitzung geben würde. Am Nachmittag gab es schließlich den ersten zaghaften Hinweis, dass alles wohl doch nur halb so schlimm kommen wird.

Werbung für das Retterspiel gegen Schalke am 14. Juli

Die Social-Media-Beauftragten des Klubs bewarben in einem Post den Kauf von T-Shirts für das Retterspiel gegen Schalke 04 am 14. Juli. Ein Blick in die Zukunft – das war ob der jüngsten Nachrichtenlage rund um den ehemaligen Bundesligisten keine Selbstverständlichkeit.

Bedingungen an Oguzhan Can

Am frühen Abend erfuhr diese Redaktion aus sicherer Quelle: Neururer macht weiter, aber die Bedingungen haben sich verschärft. Der für Aufsichtsrats-Boss und Hauptgeldgeber Oguzhan Can vereinbarte interne Zahlungstermin wurde verschoben. Sofern der Unternehmer künftig nicht nur selektiv zahlt, wird das oberste Gremium des Vereins in der aktuellen Form zusammenbleiben.

Eine richtungsweisende Entscheidung könnte am Ende dieser Woche fallen

Das bedeutet aber auch: Sofern Can bei seiner bisherigen selektiven Zahlungsmoral bleibt, könnte Neururer seiner Drohung Taten folgen lassen. Das im Raum stehende Erdbeben ist also vorerst ausgeblieben. Wie lange es mit dieser Besetzung weitergehen wird, weiß aber niemand. Dem Vernehmen nach könnte es zum Ende dieser Woche eine richtungsweisende Entscheidung geben.

Trotz aller Einschränkungen: Das ist nach zuletzt schlechten Nachrichten ein Lichtblick. Denn die Geduld, die die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats mitbringen, verdeutlicht, dass ihnen am Wohl des Vereins gelegen ist. Andernfalls hätten sie dem leidgeprüften Klub wohl längst den Rücken gekehrt. Schließlich hatte es zuletzt immer wieder Querelen gegeben, die im unmittelbaren Zusammenhang mit Can standen.

Seit zwei Wochen wieder im Zahlungsrückstand

In der vergangenen Woche hatte diese Redaktion davon berichtet, dass die Spieler auf ihre vertraglich zugesicherten Gehälter warten. Zum Zeitpunkt der Krisensitzung war der Verein gegenüber seinem Personal seit rund zwei Wochen in Verzug. Weil Sportdirektor Peter Neururer die Glaubwürdigkeit des Klubs gegenüber potenziellen Neuzugängen gefährdet sah, spielte er öffentlich mit Rücktrittsgedanken.

Neururer hatte mit Rücktritt gedroht

Mit Blick auf die Sitzung am Montag hatte er dieser Redaktion gesagt: „Das wird in dieser Hinsicht meine letzte Sitzung sein. Ich will und muss Klarheit haben, sonst kann ich mit keinem Spieler verhandeln.“ Gegenüber Bild hatte der ehemalige Profi-Trainer unverhohlen gedroht: „Da werden die Weichen gestellt. Entweder wir finden noch irgendwie eine Lösung oder wir verabschieden uns.“

Ein Führungstrio hält zusammen und übt Druck aus

Dass Neururer nicht im Singular gesprochen hatte, ist mit einer besonderen Situation zu begründen: Der ehemalige Schalke-Präsident Josef Schnusenberg holte den gebürtigen Marler nach Wattenscheid, wo er selbst im Aufsichtsrat sitzt. In diesem Gremium fungiert auch das ehemalige Schalker Aufsichtsrats-Mitglied Horst Poganaz, der sein Bleiben immer von dem des früheren Schalke-Bosses abhängig gemacht hat. Sprich: Das Trio hält zusammen – und kann Druck auf den Aufsichtsrats-Vorsitzenden Oguzhan Can ausüben.

Mosbacher soll Bedingungen an Can gestellt haben

Kurz vor dem vergangenen Wochenende hatte sich die Situation an der Lohrheide zugespitzt. So soll sich Can per Mail an seine Gremiums-Kollegen gerichtet haben. In dem Schreiben soll er sich darüber beklagt haben, dass ausschließlich er für die Finanzierung des Klubs aufkäme. Nach Informationen dieser Redaktion stemmen Can und Hans Mosbacher, Geschäftsführer der Firma Stölting, die Kosten. Aber: Mosbacher soll seine Zahlungen an die Bedingung geknüpft haben, dass auch der Unternehmer seinen Verpflichtungen nachkommt.

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