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Zweitligastart: Kapitän Wolze lebt Duisburger Bescheidenheit

Kevin Wolze ist beim MSV Duisburg kaum zu ersetzen. Im letzten Jahr erzielte er als Verteidiger neun Saisontore. Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Kevin Wolze ist beim MSV Duisburg kaum zu ersetzen. Im letzten Jahr erzielte er als Verteidiger neun Saisontore. Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Kader des MSV Duisburg hat sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem in der Breite verbessert. Trotzdem wird nur vom Klassenerhalt geredet.

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Als Kevin Wolze im Jahr 2011 zum MSV Duisburg kam, erzählte er, dass er als Schülerspieler bei den Bolton Wanderers in England der französischen Legende Nicolas Anelka die Schuhe putzen musste. Das ist lange her. Der heute 28-Jährige schaffte den Sprung vom Schuhputzer zum Führungsspieler und Teamkapitän eines Fußball-Zweitligisten. Montag (20.30 Uhr/Sky) starten die Zebras bei Dynamo Dresden in die neue Saison. Und Wolze geht vorneweg. Nicht nur auf dem Spielfeld. Der Linksverteidiger steht für den jüngsten Aufschwung des MSV.

In der vergangenen Saison erzielte Wolze als Abwehrspieler neun Treffer. Seine Spezialität sind die Standards. Auch in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit versenkte der gebürtige Wolfsburger einige Freistöße im gegnerischen Netz. MSV-Sportdirektor Ivica Grlic, einst selbst Freistoß-Experte, fordert von seinem Kapitän, dass er sich nicht mit einer starken Saison zufrieden gibt: „Die Herausforderung ist, eine starke Leistung im Folgejahr zu bestätigen.“

Sieben Neuzugänge sorgen für neuen Konkurrenzkampf

Das hat sich auch Wolze zum Ziel gesetzt – nicht nur persönlich. In der vergangenen Saison erreichte der MSV als Aufsteiger nach einem Wechselbad der Gefühle zwischen Aufstiegshoffnung und Abstiegsangst den siebten Platz.

In Duisburg genießt die Bescheidenheit Priorität. Deshalb folgt auch Wolze der offiziellen Sprachregelung seines Arbeitgebers: „Unser Ziel ist der Klassenerhalt.“

Dabei könnte die Bescheidenheit einer Untertreibung gleichkommen. Der MSV ist besser aufgestellt als in der vergangenen Saison. Neun Spieler verließen den Klub, sieben externe Neuzugänge sorgen für einen heißen Konkurrenzkampf um die Startplätze. „Wir sind in der Breite stärker geworden“, sagt Ivica Grlic.

In der Innenverteidigung ist ein Schwergewicht neu an Bord. Sebastian Neumann kam von den Würzburger Kickers. Bei den Franken war der 27-Jährige Kapitän und Führungsspieler. In der Vorbereitung bestach er bereits mit seiner Präsenz auf dem Platz.

Auf der rechten Außenbahn heizt Joe Gyau, der früher bei der Talentschmiede von Borussia Dortmund am Ball war und nun vom Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach kam, den Konkurrenzkampf an. In der Vorbereitung setzte der Amerikaner, den Jürgen Klinsmann einst in die Nationalmannschaft der USA berief, viele Akzente. Der 25-Jährige hat das Zeug zum Königstransfer. Im Angriff belebt John Verhoek, in der letzten Saison mit neun Treffern erfolgreichster Torschütze des 1. FC Heidenheim, das Geschäft.

System mit fünf Abwehrspielern

Der MSV wartet nicht nur mit neuen Gesichtern auf, sondern auch mit einem neuen System. Als Alternative zum klassischen 4-4-2 studierte Trainer Ilia Gruev mit seinen Jungs ein Spielsystem mit fünf Abwehrspielern und drei Akteuren im Mittelfeld ein. „Wir sind jetzt schwerer auszurechnen“, sagt Kapitän Wolze und hofft, dass der MSV mit einem Überraschungseffekt auftrumpfen kann.

Wie schon in der vergangenen Saison starten die Duisburger in Dresden. Danach kommt – ebenfalls wie schon 2017 – der VfL Bochum an die Wedau. Es folgt die Partie in Darmstadt. Ein anspruchsvolles Programm. Kevin Wolze setzt auf einen erfolgreichen Start: „Wir wollen von Beginn an da sein und punkten, um nicht früh in eine Drucksituation geraten.“

Man könnte es auch anders sehen: um die Grundlage dafür zu schaffen, im Saisonverlauf die Bescheidenheit ablegen zu können.

Die Torwart-Frage ist offen

Im Tor bewerben sich Daniel Davari und Neuzugang Daniel Mesenhöler (Union Berlin) um die Nachfolge von Mark Flekken, der zum SC Freiburg wechselte. MSV-Trainer Ilia Gruev will die T-Frage so lange wie möglich offen halten – „um die Spannung hochzuhalten“, wie der 48-Jährige sagt.

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