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Zum Abschied trägt Bajic beim MSV Duisburg die Binde

Branimir Bajic nimmt Abschied: Am Sonntag führt er noch einmal das Team als Kapitän aufs Feld

Foto: Thienel /Imago

Branimir Bajic nimmt Abschied: Am Sonntag führt er noch einmal das Team als Kapitän aufs Feld

Duisburg.   Branimir Bajic beendet am Sonntag seine Laufbahn. Der 38-Jährige führt die Zebras im Heimspiel gegen den FC St. Pauli noch einmal aufs Feld.

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Branimir Bajic hat genaue Vorstellungen davon, was er künftig machen wird. Es gibt schlechtere Perspektiven: Der 38-Jährige will Fußball-Trainer werden und wird demnächst beim FC Barcelona hospitieren. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, ein alter endet. Der Bosnier freut sich auf das neue Kapitel. Aber er zeigt auch Respekt vor den Veränderungen. Der langjährige Profi des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg beendet am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli (15.30 Uhr) seine Laufbahn. Ganz geheuer ist ihm die Sache noch nicht.

Seit 21 Jahren ist Bajic als Profi-Fußballer im Geschäft. Es wird seiner Laufbahn nicht gerecht, sie darauf zu reduzieren, dass Bajic sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Wenn der 24-malige bosnische Nationalspieler über seine Karriere spricht, wird deutlich, dass der Sport seine Passion, der Fußball sein Lebenselixier ist. „Der Fußball ist mein Leben. Wenn du auf dem Platz stehst, kannst du alle anderen Dinge ausblenden“, unterstreicht der älteste Spieler der 2. Bundesliga.

Auf das Ende seiner Laufbahn zum Saisonende konnte sich Branimir Bajic lange vorbereiten. Doch nun wird es konkret, ihm fällt der Abschied nicht leicht. „Es kommt der Tag, der dir alles wegnimmt. Das ist schwer“, gesteht Bajic.

Branimir Bajic kam im Sommer 2010 vom türkischen Klub Denizlispor zum MSV. Es war der zweite Anlauf, ein Zebra zu werden. Ein Wechsel nach Duisburg zur Saison 2006/07 hatte sich noch zerschlagen. So sind es nun „nur“ acht Jahre beim MSV, auf die Bajic zurückblickt. 227 Pflichtspiele bestritt der langjährige Kapitän für die Meidericher.

Achterbahnfahrt

Morgen wird das 228. Spiel hinzukommen. Bajic, der in dieser Saison nur noch auf drei Kurzeinsätze kam, wird die Mannschaft gegen den FC St. Pauli noch einmal als Kapitän aufs Feld führen und in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen. Kevin Wolze, der „Baja“ zu dieser Saison als Kapitän ablöste, stellte seine Binde zur Verfügung. „Eine starke Geste“, sagt Trainer Ilia Gruev dazu.

Dass es am Ende acht Jahre beim MSV wurden, ist für Bajic rückblickend nicht überraschend: „Ich habe beim MSV genau das gefunden, was ich brauche. Das wurde mir schon nach wenigen Monaten klar.“ Vermutlich hatte sich Bajic bei seinem Dienstantritt in Duisburg aber nicht ausmalen können, welche Achterbahnfahrt er beim MSV erleben sollte.

Abschiedsspiel am 28. Juli

DFB-Pokalfinale, Lizenzentzug, zwei Aufstiege, zwei Abstiege, zwei Niederrheinpokalsiege. Bajic wurde beim MSV zur Institution – auch abseits des Platzes. Mit der Aktion „Helft Katarina“ – hier sammelte er Geld für ein an Krebs erkranktes Mädchen in seiner Heimat – bewegte er die Herzen die Fans. Viele MSV-Anhänger trauerten kürzlich mit Bajic, als Katarina den Kampf gegen die tückische Krankheit verloren hatte.

Im Rahmen des Traditionsturniers am Samstag, 28. Juli (die Teilnehmer stehen noch nicht fest, der Vorverkauf beginnt morgen), wird Bajic ein Abschiedsspiel erhalten. „Ich versuche, die komplette Pokalfinalmannschaft aus dem Jahr 2011 zusammen zu bekommen. Auch die damals verletzten Spieler wie Stefan Maierhofer und Srdjan Baljak“, verrät Bajic. Auch namhafte Spieler wie Sergej Barbarez oder Ivan Klasnić sollen eine Einladung erhalten.

Bereits am kommenden Donnerstag beginnt für Bajic der B-Lizenz-Trainer-Lehrgang. Der Weg zum Fußball-Lehrer ist noch weit, am Ende könnte er aber zurück nach Duisburg führen. „Für Baja steht bei uns immer eine Türe offen“, sagt Sportdirektor Ivica Grlic. Und Branimir Bajic verspricht: „Ich sage nicht Tschüss, sondern Auf Wiedersehen.“

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