3. Liga

Torsten Lieberknecht steht beim MSV Duisburg unter Druck

Trainer Torsten Lieberknecht soll den MSV Duisburg zurück in die zweite Liga führen.

Trainer Torsten Lieberknecht soll den MSV Duisburg zurück in die zweite Liga führen.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus / firo Sportphoto

Duisburg.  Drittligist MSV Duisburg muss nach dem Abstieg 13 Zugänge integrieren und steht mächtig unter Druck. Vor allem der Trainer muss liefern.

Der Chef fehlt auf dem Gruppenbild des Drittligisten. Marvin Compper, Innenverteidiger mit über 195 Bundesliga-Spielen und Auslandserfahrung in Florenz und Glasgow, hatte am Tag des Fotoshootings beim MSV Duisburg andere Termine. Der 34-Jährige hatte Restarbeiten bei seinem alten Arbeitgeber Celtic Glasgow zu erledigen.

MSV spielt beim Cup der Traditionen

Dass ausgerechnet das Gesicht des prominentesten Neuzugangs nicht zu sehen ist, passt zu dem hinkenden Anlauf auf der Langstrecke Richtung Wiederaufstieg. Das Rennen beginnt am 20. Juli mit dem Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Den Familientag am Samstag hatte der MSV absagen müssen, weil die Autogrammkarten nicht fertig wurden. Immerhin, die Mannschaft spielt um 14.30 Uhr beim Cup der Traditionen gegen Stoke City. Da können die Fans zum ersten Mal ihre neue Team unter Ernstfallbedingungen beobachten.

Zum ersten Training Ende Juni hatte Trainer Torsten Lieberknecht nur zwölf Mann (und keinen Torwart) auf dem Feld. Sein Sportchef Ivica Grlic war noch mitten in Personalverhandlungen, als sich 600 Fans das neue Team anschauen wollten.

Zu den Lieblingswörtern des Mannes, der im Oktober 2018 Ilia Gruev beerbte und dann sang- und klanglos mit den Zebras abstieg, gehört inzwischen „improvisieren“. Von „Hoffnung“ spricht Lieberknecht auch gern. Lieberknecht klagt nicht öffentlich. Stattdessen sagt der 45-Jährige: „Lieber ist mir, dass der Start holprig, wenn dafür das Ende umso besser ist.“ Der Trainer steht zudem unter Druck, weil er zunächst mit Braunschweig und dann mit dem MSV aus der Zweiten Liga fiel. Da muss man schon einmal persönlich darauf hinweisen: „Ich weiß, was ich kann.“ So wie sein Sportdirektor betonen muss: „Ich habe einen Plan.“

Lieberknecht bittet um Geduld

Angesichts des Umbruchs bittet Lieberknecht verständlicherweise um Geduld. Ob sie gewährt wird? 20 Spieler aus dem Vorjahr, darunter Leistungsträger wie Kevin Wolze (VfL Osnabrück), Fabian Schnellhardt (Darmstadt 98) und Dustin Bomheuer (FC Magdeburg) verließen den Verein oder mussten ihn verlassen. Ivica Grlic holte 13 Neue, sechs aus unterklassigen Ligen. Mindestens zwei Spieler, darunter ein dritter Torwart sollen noch kommen. Auf dem Mannschaftsfoto fehlte also nicht nur Marvin Compper.

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