3. Liga

MSV Duisburg verliert das Auswärtsspiel in Rostock

Der Rostocker Torschütze Pascal Breier (M) feiert mit seinen Mannschaftskameraden seinen zweiten Treffer zum 3:1, rechts steht der Duisburger Dominik Schmidt - völlig bedient.

Der Rostocker Torschütze Pascal Breier (M) feiert mit seinen Mannschaftskameraden seinen zweiten Treffer zum 3:1, rechts steht der Duisburger Dominik Schmidt - völlig bedient.

Foto: dpa

Essen.  MSV Duisburg geht bei Hansa Rostock erst in Führung und erlebt dann bei der 1:3-Niederlage einen klassischen Fehlstart in die Saison..

Der MSV Duisburg hat den Saisonstart in der 3. Fußball-Liga in den Sand des Ostseestrandes gesetzt. Die Zebras verloren am Samstag beim FC Hansa Rostock vor 7125 Zuschauern mit 1:3 (1:0). In der zweiten Halbzeit gaben die Meidericher das Spiel aus der Hand. „Wir haben phasenweise das Fußballspielen eingestellt. Wir haben verdient verloren“, ärgerte sich MSV-Trainer Torsten Lieberknecht über den Fehlstart.

Beim MSV fiel Arnold Budimbu, der sich im Abschlusstraining eine Zerrung zugezogen hatte, kurzfristig aus. Leroy-Jacques Mickels gehörte erneut nicht dem Aufgebot an. Innenverteidiger Dominic Volkmer kostete die schlechte Leistung im Pokal gegen den BVB nicht nur den Platz in der Startaufstellung, sondern auch den Platz im Kader. Dominik Schmidt (Innenverteidigung), der Ex-Rostocker Mirnes Pepic und Connor Krempicki (beide Mittelfeld) durften diesmal von Beginn an ran. Sinan Karweina und Niko Bretschneider saßen hingegen auf der Bank.

Pfiffe und Häme gegen Pepic

Es mache auch Spaß, wenn „die meisten gegen dich sind“, hatte MSV-Trainer Torsten Lieberknecht im Vorfeld der Partie angesichts der Rostocker Fankulisse gesagt. Demnach dürfte Mirnes Pepic am Samstag viel Freude am Sport verspürt haben. In der letzten Saison war Duisburger Mittelfeldspieler noch für Rostock am Ball gewesen. Bei der Rückkehr an die Ostsee musste sich Pepic viele Pfiffe und viel Häme gefallen lassen. „2. Liga, Pepic ist dabei“, skandierten die Rostocker Fans mehrfach. Pepic hatte sich im Sommer mit dem Wunsch, künftig zweitklassig unterwegs sein zu wollen, von Hansa verabschiedet. Daraus wurde nichts, der Mittelfeldmann landete beim MSV.

In der neunten Minute gab Pepic den Rostocker Anhängern eine Steilvorlage. Nach einer starken Hereingabe von Ahmet Engin lief der MSV-Neuzugang aus kurzer Distanz am Ball vorbei. Es war schon ein Kunststück, in dieser Situation den Ball zu verpassen.

Duisburger Führung in der 32. Minute

Besser machte es Lukas Scepanik in der 32. Minute. Im Rostocker Strafraum ging es turbulent zur Sache. Are Sicker zog ab, Vincent Vermeij fälschte den Ball ab, Hans-Keeper Markus Kolke konnte so eben noch parieren, den Ball aber nicht festhalten. Scepanik war zur Stelle und brachte den MSV, wie schon in der vergangenen Saison an selber Stätte, in Führung.

Rostock konnte im ersten Durchgang auch Akzente setzen. MSV-Torwart Leo Weinkauf parierte in der vierten Minute gegen Ex-Zebra John Verhoek. In der 29. Minute klärte der Keeper gegen Bentley Baxter Bahn im Nachfassen. Für Verhoek war die Partie kurze Zeit später beendet. Der Niederländer musste verletzt ausgewechselt werden (32.). Für ihn kam Pascal Breier, der Hansa im zweiten Durchgang zum Sieg schießen sollte.

Der MSV verbuchte weitere Chancen. „Wir hätten das 2:0 nachlegen müssen“, ärgerte sich Lieberknecht. Rostocks Trainer Jens Härtel war naturgemäß froh, dass sein Team diese Phase schadlos überstehen konnte. „So konnten wir uns in der Pause schütteln“, legte Härtel in der Kabine die Grundlage für die Wende.

MSV-Torschütze Lukas Scepanik blieb zur Pause in der Kabine. Scepanik war bereits gelbbelastet und hatte sich zwei weitere Fouls geleistet. Lieberknecht wollte nicht das Risiko eines Platzverweises eingehen. Für ihn kam Neuzugang David Tomic. Rostock brachte mit Nils Butzen und Korbinian Vollmann zwei frische Mittelfeldspieler, um den Druck zu erhöhen. Butzen prüfte bereits wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff Leo Weinkauf, der stark parierte.

Duisburg baut nach der Pause ab

Duisburg hatte nun Probleme, für Entlastung zur sorgen. Die Führung hielt nur bis zur 56. Minute. Schiedsrichter Max Burda erkannte fälschlicherweise auf Ecke für Rostock. Bahn schlug den Ball ins Zentrum, und Jan Löhmannsröben, der von Preußen Münster an die Ostsee gewechselt war, köpfte unhaltbar zum 1:1 ein. Das erste Liga-Gegentor für den MSV war damit schon gleich ein Treffer nach einer Standardsituation.

Lieberknecht brachte Sinan Karweina für Mirnes Pepic, der beim Debüt nicht über einen überschaubaren Vortrag herausgekommen war. Am grundsätzlichen Problem der Zebras an diesem Tag änderte sich nichts mehr. Der MSV sucht noch seinen Chef im Mittelfeld. Mirnes Pepic konnte diese Rolle ebenso wenig ausfüllen wie Wilson Kamavuaka und der eingewechselte Karweina.

In der 65. Minute bog Rostock auf die Siegerstraße ein. Pascal Breier setzte sich auf der rechten Seite gegen Vincent Gembalies durch und hängte den Duisburger Innenverteidiger ab. Breier krönte die Einzelaktion mit dem 2:1. In der 72. Minute scheiterte Breier noch an Weinkauf, der mit einem starken Reflex zur Stelle war. Drei Minuten später erhöhte er dann aber doch auf 3:1 – dank einer indisponierten Duisburger Abwehr. Butzen brachte den Ball von rechts ins Zentrum, und Breier netzte aus kurzer Distanz ein. Torsten Lieberknecht: „Damit war der Stecker gezogen.“

Ahmet Engin hätte den MSV mit einem Schuss aus 20 Metern noch einmal heranbringen können, doch Hansa-Torwart Markus Kolke war mit einer Fußabwehr zur Stelle. Somit blieb es beim 3:1 für Rostock, und der MSV steht nach dem ersten Spiel schon unter Druck. Am Samstag, 26. September, steht das erste Heimspiel auf dem Programm. Um 14 Uhr ist dann der FSV Zwickau an der Wedau zu Gast. (fs)

Das Spiel zum Nachlesen im Live-Ticker:

Rostock - Duisburg
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