3. Liga

Halle schockt den MSV Duisburg in der 89. Minute

Ahmet Engin kann es nicht fassen: Seine Mannschaft hat in Halle verloren.

Ahmet Engin kann es nicht fassen: Seine Mannschaft hat in Halle verloren.

Foto: Getty

Halle/Saale  Der MSV Duisburg hat das Spitzenspiel der 3. Liga beim Halleschen FC mit 0:1 (0:0) verloren. Die Entscheidung fiel in der Schlussphase.

In der 89. Minute erwischte es am Samstag den Fußball-Drittligisten MSV Duisburg im Spiel beim Halleschen FC. Terrence Boyd traf für die Gastgeber mit einem Schuss aus 25 Metern zum 1:0 (0:0)-Sieg. Es war ein unnötiges Tor aus Sicht der Duisburger: Die Mittelfeldspieler waren unaufmerksam, und Torhüter Leo Weinkauf stand zu weit vor dem Kasten.

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht musste sich im Zuge der Erkrankung von Innenverteidiger Lukas Boeder etwas Neues, etwas Unkonventionelles einfalle lassen. Er entschied sich, Außenverteidiger Arne Sicker im Abwehrzentrum einzusetzen. Mittelfeldspieler Lukas Scepanik verteidigte dafür links hinten und kam so zu seinem Startelfdebüt. Trotzdem war Lieberknecht damit nicht aller Sorgen ledig. Auch Innenverteidiger Vincent Gembalies klagte im Mannschaftsquartier in Merseburg über Durchfall. Der 19-Jährige stand in der Startelf, war aber nicht zu 100 Prozent bei Kräften. Trotzdem hielt der Youngster 90 Minuten tapfer durch.

Kapitän Moritz Stoppelkamp kehrte nach auskurierter Magen-Darm-Grippe in die Startelf zurück. Dafür musste der zuletzt formschwache Lukas Daschner auf die Bank. Dort saßen mangels Alternativen mit Jonas Brendieck und Steven Deana wieder beide Ersatztorhüter.

Beide Mannschaften begegneten sich vor 7508 Zuschauern von Beginn an mit großem Respekt und hielten das Risiko in Grenzen. Strafraumszenen hatten Seltenheitswert. Der MSV konnte sich in der 17. Minute zum ersten Mal in der Offensive nennenswert in Szene setzen. Moritz Stoppelkamp flankte von der rechten Seite, doch Vincent Vermeij kam im Zentrum einen Schritt zu spät.

In der 32. Minute verzog Leroy-Jacques Mickels eine Flanke von der linken Seite, auch wenn kein Duisburger die Möglichkeit hatte, an den Ball zu kommen, entwickelte sich daraus unverhofft eine Großchance für den MSV: Der Ball touchierte den Pfosten des HFC-Tores.

Die Hallenser setzten auf Pressing, lauerten auf Fehler der nicht eingespielten Duisburger Abwegrreihe. In der 41. Minute fanden sie erstmals eine Lücke in der MSV-Defensive. Bentley Bahn kam an der Strafraumgrenze frei zum Abschluss, doch MSV-Torwart Leo Weinkauf begrub den Ball unter sich. Zwei Minuten später war der Schlussmann bei einem Schuss von Jonas Nietfeld mit einer Faustabwehr zur Stelle.

Kurz vor Pause hätte sich der Hallesche FC nicht beschweren dürfen, wenn Sebastian Mai die Rote Karte kassiert hätte. Der HFC-Mann verpasste Vincent Vermeij einen Tritt ans Knie – es gibt Schiedsrichter, die so etwas als Tätlichkeit ahnden. Daniel Siebert sah das am Samstag aber anders.

In der 52. Minute fand Pascal Sohm die Lücke in der Duisburger Abwehr, vertendelte den Ball aber im Strafraum. Eine Minute später verbuchte der MSV zwei Hochkaräter innerhalb von wenigen Sekunden. Mickels bediente Stoppelkamp mit einem Zuckerpass, und der MSV-Kapitän setzte den Ball an den Pfosten. Kurz darauf lief Ahmet Engin auf das Hallenser Tor, der Keeper blockte den Schuss jedoch ab. Engin wäre besser beraten gewesen, den Ball quer zu spielen. In der 61. Minute setzte Joshua Bitter Yassin Ben Balla mit einem Freistoß in Szene, der Franzose setzte den Ball aber aus aussichtsreicher Position über das Tor.

In der 74. Minute rettete Arne Sicker nach einer scharfen Hereingabe im letzten Moment, indem er zur Ecke klärte. Eine Minute später setzte Lieberknecht mit einem Doppelwechsel das Signal, dass sein Team weiter auf Sieg spielen will. Für Mickels und Engin kamen Lukas Daschner und Arnold Budimbu. Kurz darauf verbuchte Vermeij zwei Kopfballchancen nach Eckbällen.

Stattdessen schlug Halle kurz vor Schluss zu. Somit endeten zwei Erfolgsserien des MSV Duisburg. Nach fünf Siegen in Folge musste sich der Tabellenführer wieder geschlagen geben. Zudem blieben die Zebras zum ersten Mal in dieser Saison ohne Torerfolg. Weiter geht‘s am Sonntag, 8. Dezember, 14 Uhr, mit dem Heimspiel gegen die U 23 des FC Bayern München.

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