MSV Duisburg

Eine Verletzung trübt die Freude beim MSV Duisburg

Die überragenden Duisburger Spieler beim 4:1-Sieg in Münster: Ahmet Engin (links) und Petar Sliskovic erzielten jeweils zwei Tore und setzten sich auch als Vorbereiter in Szene.

Die überragenden Duisburger Spieler beim 4:1-Sieg in Münster: Ahmet Engin (links) und Petar Sliskovic erzielten jeweils zwei Tore und setzten sich auch als Vorbereiter in Szene.

Foto: firo Sportphoto/ Jan Fromme / firo Sportphoto

Münster.  Petar Sliskovic und Ahmet Engin waren beim 4:1-Sieg des MSV Duisburg in Münster die überragenden Spieler. Eine Verletzung trübt aber die Freude.

Ahmet Engin hätte auch noch das 5:1 für den MSV Duisburg erzielen können. Mit zwei Treffern und zwei Assists auf dem Konto gab sich der Mittelfeldspieler zufrieden und passte zum schlechter postierten Leroy-Jacques Mickels. „Leroy wollte auch noch ein Tor schießen. Ich wollte ihm dabei helfen“, zeigte sich Engin großzügig. Mickels traf nicht, und so blieb es beim 4:1 (2:1)-Sieg beim SC Preußen Münster, mit dem der MSV Duisburg ein dickes Ausrufezeichen im Aufstiegskampf setzte.

Am Samstag kam vieles zusammen. Der MSV konnte zum ersten Mal seit 1961 in Münster gewinnen. Diese Durststrecke hatte die Meidericher im Vorfeld der Partie allerdings weniger belastet als die jüngste kleinere Delle im Aufstiegskampf. Nach drei Unentschieden in Folge kam der Dreier nun zum richtigen Zeitpunkt.

Schwächephase ärgert Lieberknecht

Der MSV behauptete die Tabellenführung – und allmählich kristallisiert sich ein harter Kern der potenziellen Aufstiegskandidaten heraus. Eintracht Braunschweig patzte am Samstag mit einem Remis gegen Schlusslicht Jena. Der MSV hat am Freitag die Chance, die Eintracht mit einem Sieg mittelfristig aus dem Rennen zu schießen.

Der Hallesche FC, in den Augen von MSV-Trainer Torsten Lieberknecht immerhin der Topfavorit der Liga, beförderte sich bereits am Freitag mit einem 3:4 gegen Viktoria Köln selbst ins Abseits. Duisburg, Ingolstadt, Mannheim, Unterhaching – dieses Quartett ist in der 3. Liga derzeit das Maß der Dinge.

Am Ende war der 4:1-Sieg der Duisburger die Konsequenz einer beeindruckenden Dominanz. Trotzdem wackelten die Zebras im ersten Durchgang zwischenzeitlich bedenklich – trotz einer frühen Führung. „Die Leistung in dieser Phase wird nicht reichen, um gegen Braunschweig zu gewinnen“, sagte Lieberknecht.

Der MSV verteidigte schlecht, ließ zu viele Eckbälle zu und hatte Glück, dass es für die Gastgeber nur zum Ausgleichstreffer durch Simon Scherder per Kopf nach einer Ecke reichte (37.). Zudem verbuchten die Preußen eine Großchance von Lucas Cueto, der aus kurzer Distanz über das Tor schoss (18.) und einen Pfostentreffer durch Seref Özcan (23.).

Diese Phase will Torsten Lieberknecht in den nächsten Tagen bei der Spielanalyse aufarbeiten. Der Coach sprach von einem Lernprozess seiner jungen Mannschaft. Allerdings erteilten die Zebras am Samstag ihrem Gegner eine Lektion. Der MSV gewann das Spiel, weil er den Gegner auf den Schlüsselpositionen im Mittelfeld beherrschte. Tim Albutat und Yassin Ben Balla erledigten im Zentrum einen starken Job und schufen so die Grundlage dafür, dass mit Ahmet Engin und Petar Sliskovic gleich zwei Spieler Sternstunden erlebten.

Compper erneut verletzt

Neben Engin traf auch Sliskovic doppelt. Der Kroate verdiente sich zudem noch einen Assist. In der siebten Minute setzte sich Engin auf rechts durch und Sliskovic drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 0:1 über die Linie. In der 43. Minute traf Sliskovic aus spitzem Winkel den Pfosten, aber Engin war zur Stelle und beförderte die Kugel über die Linie zum 1:2.

In der 56. Minute bediente Lukas Scepanik, der den Vorzug gegenüber Lukas Daschner erhalten hatte, Engin, der wiederum Sliskovic in Szene setzte. Der Stürmer sorgte mit dem 1:3 für die Vorentscheidung. In der 70. Minute verwertete Engin ein schönes Zuspiel von Joshua Bitter zum 1:4.

Sliskovic freute sich über seine ersten beiden Treffer im Duisburger Dress. Der 28-Jährige hatte es bislang nicht leicht gehabt. Er stand im Schatten des derzeit erkrankten Vincent Vermeij. „Es ist sehr schwer für einen Stürmer, wenn er nicht spielt, reinzukommen. Es braucht einfach seine Zeit“, sagte Sliskovic nach der Partie. Dass er seinen Coach nun Kopfzerbrechen bereiten könnte, wenn Vincent Vermeij bis Freitag wieder fit sein sollte, blendet der Stürmer aus: „Darübermache ich mir keine Gedanken. Ich bin gut drauf. Das muss der Trainerentscheiden.“

Gut drauf ist auch Ahmet Engin, der in der Hinrunde auch deshalb einen schweren Stand gehabt hatte, weil er in der Sommervorbereitung verletzungsbedingt passen musste. Torsten Lieberknecht freute sich, dass sich beide Spieler mit der Leistung in Münster belohnen konnten. Zudem brach er eine Lanze für Engin: „Er stand in der Kritik und war in einer Schublade gelandet, was ich nicht nachvollziehen konnte.“

Einen Wermutstropfen gab es dann aber doch noch. Innenverteidiger Marvin Compper schied in der 69. Minute mit einer Wadenverletzung aus. Im vergangenen Jahr war der Routinier mit einem Muskelfaserriss in der linken Wade mehrere Wochen aus dem Rennen gewesen. Nun hat es ihn in der rechten Wade erwischt. Eine genaue Diagnose soll am Montag erfolgen.

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