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Der Gipfelsturm des MSV Duisburg begann in Braunschweig

Leroy-Jacques Mickels, Moritz Stoppelkamp und Yassin Ben Balla (von links) beim Hinspielsieg in Braunschweig.

Leroy-Jacques Mickels, Moritz Stoppelkamp und Yassin Ben Balla (von links) beim Hinspielsieg in Braunschweig.

Foto: Thomas F. Starke / Getty Images

Duisburg.  Am vierten Spieltag landeten der MSV Duisburg mit einem 3:0 bei der Eintracht einen überraschenden Paukenschlag, der richtungsweisend war.

Das Stadion-Modell von Veronika und Holger Tribian im Foyer der Schauinsland-Arena ist heute besonders authentisch. Die Modellbauer hatten dort einst den Mannschaftsbus von Eintracht Braunschweig platziert, am Freitag wird der echte Bus der Löwen an der Margaretenstraße vorfahren. Die Fahrgäste stellen sich dann um 19 Uhr dem Spitzenreiter der 3. Fußball-Liga, dem MSV Duisburg. Geht es nach den Zebras, werden die Braunschweiger später zwar frisch geduscht, aber ohne Punkte wieder in den Bus einsteigen.

Die Stimmung im Duisburger Mannschaftsbus war nach dem Hinspiel im August bestens. Die Zebras hatten nicht nur einen in dieser Deutlichkeit überraschenden 3:0-Sieg gelandet, sie hatten am vierten Spieltag das ermutigende Zeichen gesetzt, dass sie nach dem Zweitliga-Abstieg das Zeug haben, in der Spitzengruppe mitzuspielen.

Leroy-Jacques Mickels avancierte in diesem Spiel zur Symbolfigur des neues Duisburger Aufschwungs. Der Mann, der als unbeschriebenes Blatt vom Oberligisten SSVg Velbert gekommen war, hielt wenige Sekunden nach seiner Einwechslung unbekümmert einfach drauf und erzielte das 3:0 für die Zebras, die den Überraschungscoup damit perfekt machten.

Eintracht Braunschweig auf Abwegen

Der MSV hielt sich fortan in der Spitzengruppe der Liga, Aufstiegskandidat Braunschweig kam nur schwer in Tritt und wechselte zwischenzeitlich auch den Trainer. Coach Marco Antwerpen stehen seit der Winterpause mit den Leihspielern Marvin Pourié und Merveille Biankadi zwei neue Hochkaräter für die Offensive zur Verfügung. „Braunschweig hat ein eindeutiges Statement gesetzt, wohin die Reise gehen soll“, sagt MSV-Trainer Torsten Lieberknecht.

Auf dieser Reise kam der Braunschweiger Mannschaftsbus allerdings bereits vom Weg ab. Einem 1:4 bei 1860 München folgte ein 1:1 gegen Abstiegskandidat FC Carl Zeiss Jena. Antwerpen, der gemeinsam mit MSV-Co-Trainer Darius Scholtysik den Fußballlehrer-Lehrgang besucht hat, hofft auf einen ähnlichen Paukenschlag, den der MSV im Hinspiel landen konnte: „Wir brauchen einfach dieses Erfolgserlebnis.“ Stürmer Marvin Pourié brachte es gegenüber der Braunschweiger Zeitung in dieser Woche so auf den Punkt: „In der dritten Liga geht es nur über Kampf und Wille. Und uns fehlt gerade ein Dreckssieg.“

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht erwartet gegen seinen Ex-Klub ein hitziges Spiel. „Wenn es hitzig wird, müssen wir unsere Stärken einbringen und bei Ballbesitz die richtigen Optionen parat haben“, will der Trainer gegebenenfalls kurzfristig reagieren, wenn er weiß, mit welcher taktischen Formation sein Braunschweiger Kollege aufwarten wird. Zwei Stürmer, drei Offensivkräfte, eine Raute im Mittelfeld – da sei beim Gegner vieles möglich.

MSV-Trainer Lieberknecht pokert ein wenig

Marco Antwerpen ließ sich da im Vorfeld nicht in die Karten schauen, und auch Torsten Lieberknecht pokert ein wenig. Dass Lukas Daschner am vergangenen Samstag in Münster nicht zum Einsatz kam, hatte demnach nichts mit der überschaubaren Leistung des Mittelfeldspielers in der Vorwoche zu tun gehabt, sondern sei lediglich taktischer Natur gewesen, wie der Trainer versicherte.

Am Dienstag, 18. Februar, bestreiten die Zebras in Meiderich ein Testspiel gegen Oberliga-Schlusslicht Sportfreunde Niederwenigern. Beginn ist um 19 Uhr, die Spielzeit beträgt zweimal 30 Minuten. Im Rahmen dieser Partie soll Mittelfeldspieler Connor Krempicki sein Comeback geben.

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