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Matthäus kritisiert DFB: „Stars nach der WM 2014 isoliert“

Glaubt, dass der DFB die Nationalspieler zu sehr abschottet: Lothar Matthäus.

Glaubt, dass der DFB die Nationalspieler zu sehr abschottet: Lothar Matthäus.

Foto: dpa

Frankfurt.  Keine Stimmung auch gegen Nordirland? Rekordnationalspieler Matthäus glaubt den Grund zu kennen. Bundestrainer Joachim Löw ist anderer Meinung.

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Am Dienstagabend bestreitet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr letztes Gruppenspiel in der EM-Qualifikation gegen Nordirland (20.45 Uhr/RTL). Der Ausgang des Spiels ist aus deutscher Sicht nur noch für die Endtabelle interessant, die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw hat sich wie die Niederlande bereits für die Endrunde 2020 qualifiziert und kann gegen die Nordiren den Gruppensieg vor dem Nachbarn klar machen. Trotzdem dürften viele Plätze in der 49.000 Fans fassenden Frankfurter Arena frei bleiben, der Trend zurückgehender Zuschauerzahlen hat sich zuletzt ja auch in Mönchengladbach beim 4:0 gegen Weißrussland gezeigt. Lothar Matthäus glaubt jetzt den Grund erkannt zu haben, warum zwischen der Nationalelf und den Anhängern die Nähe verloren gegangen ist.

„Der DFB hat die Stars nach dem Titel 2014 völlig isoliert“, schreibt der deutsche Rekordnationalspieler in seiner Sky-Kolumne. „Und dann distanziert sich der normale Fan von den Stars und der Mannschaft. Die Nähe zu den Fans muss wieder hergestellt werden, denn die Nationalmannschaft gehört jedem.“

Löw rechnet bei der EM 2020 mit ungebremster Unterstützung für die DFB-Elf

Ganz andere Beobachtungen hat Joachim Löw gemacht. „Es ist wie immer die letzten Jahre“, sagte der Bundestrainer vor dem letzten EM-Qualifikationsspiel. „Wir haben schon 2009 darüber geredet und 2013, da gab es genau die gleichen Themen. Das zieht wieder an, wenn ein Turnier ist im nächsten Sommer. Dann wird ganz Deutschland hinter der Mannschaft stehen.“

Löw, der seit 2006 die Nationalmannschaft verantwortlich betreut, sieht die zuletzt nicht ausverkauften Heimspiele in Dortmund gegen Argentinien (45.197 Zuschauer) und am vergangenen Samstag in Mönchengladbach (33.164 Zuschauer) nicht als Indikator für ein abfallendes Interesse an seiner Auswahl. Stattdessen seien auch der jeweilige Gegner und die Spiele-Anhäufung im Profifußball überhaupt ein Grund für den Zuschauerschwund: „Wenn wir gegen Mannschaften wie Holland, Polen oder Russland spielen in der Qualifikation, waren die Stadien immer voll. Man kann nicht wegdiskutieren, dass es bei manchen Spielen wie gegen San Marino oder Aserbaidschan – ohne despektierlich zu sein – klar ist, dass die Leute nicht unbedingt unter der größten Spannung ins Stadion gehen.“

Matthäus: DFB muss gegen unattraktive Gegner in kleinere Stadien gehen

Derweil regt Matthäus nochmal an, die Stadionauswahl zu überdenken, und fordert in dem Punkt mehr Fingerspitzengefühl. Der Gladbacher Borussia-Park sei für das Spiel gegen Weißrussland der falsche Ort gewesen, meinte Matthäus. Kleinere Stadion in Mainz, Augsburg oder Hoffenheim seien gegen einen unattraktiven Gegner dagegen der richtige Ort. (ab)

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