KFC Uerdingen

Lizenz-Drama: KFC Uerdingen war 90 Minuten zu spät

Droht in Uerdingen mit dem Ausstieg: Mikhail Ponomarev.

Droht in Uerdingen mit dem Ausstieg: Mikhail Ponomarev.

Foto: Getty Images

Essen.  Für den KFC Uerdingen steht sowohl die 3. Liga als auch die Existenz auf dem Spiel. Die Aussichten sind düster, auch wenn sich der Verein keiner Schuld bewusst ist.

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Es wäre die skurrile Folge eines Dramas für den KFC Uerdingen. Ausgerechnet Waldhof Mannheim würde von einem Lizenz-Entzug der Krefelder profitieren. Fan-Chaoten des Traditionsvereins aus Baden-Württemberg hatten mit ihrer Randale beim Relegations-Rückspiel gegen den KFC bundesweit für Empörung gesorgt. Nach der Schande könnte der Aufstieg folgen.

Der ehemalige Bundesligist KFC Uerdingen muss um die Zulassung zur 3. Liga bangen. Grund ist ein vermeintlicher Formfehler der Krefelder Verantwortlichen. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens zur 3. Liga musste der Verein bis zum 29. Mai, 15.30 Uhr, einen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erbringen. Eigentlich kein großes Problem für den KFC, denn Geld hat der Verein dank des russischen Investors Mikhail Ponomarev genug. Wie diese Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, ging der fällige Betrag aber rund 90 Minuten zu spät auf dem Konto des DFB ein. Das wäre das Aus für den KFC Uerdingen – und der Aufstieg für Waldhof Mannheim.

Ponomarev: "Die Arbeitsweise der Banken können wir nicht kontrollieren"

Am Montag wird der Zulassungsbeschwerdeausschuss des DFB final darüber entscheiden, ob der KFC die Versäumung der Frist selbst verschuldet hat. "Die Arbeitsweise der Banken können wir nicht kontrollieren", meinte Ponomarev in seiner ersten Stellungnahme und schloss damit eine verspätete Zahlung nicht aus. Entscheidend ist aber, wann der Betrag beim Empfänger eingeht. Das weiß jeder Steuerzahler.

Am Freitag äußerte sich der KFC erneut auf seiner Internetseite zu dem schwebenden Verfahren. Die Verantwortlichen beteuern, dass sie keinen Fehler begangen haben: "Wir haben alles noch einmal kontrolliert und auf Richtigkeit überprüft und sind uns sicher, alle Unterlagen vollumfänglich eingereicht und allen Anforderungen rechtzeitig nachgekommen zu sein. Wir sind weiterhin optimistisch und zuversichtlich, dass wir am Montag die Lizenz für die 3. Liga erteilt bekommen."

Die Aussichten sind nichtsdestotrotz düster für den KFC Uerdingen. Denn Kompromisse geht der Verband im Normalfall nicht ein. Im Jahr 2001 musste der SV Wilhelmshaven absteigen, weil ein Faxgerät streikte und ein wichtiges Formular zehn Minuten zu spät in Frankfurt eintraf.

KFC-Torwart Vollath appelliert an den DFB

Auch das emotionale Statement von Uerdingens René Vollath (28) dürfte die Entscheidungsträger kaum zu einem Umdenken bewegen. Der Torwart des KFC Uerdingen appellierte an den DFB. Nicht nur der Aufstieg, sondern auch „Existenzen und Zukunftsaussichten ganzer Familien“ stünden auf dem Spiel. Aufgrund einer Formalie.

Sollte der DFB durchgreifen, könnte dem Traditionsverein damit endgültig der Stecker gezogen werden. Präsident und Gönner Ponomarev vergrößerte die Sorgen der Uerdinger, indem er im Falle eines Lizenzentzuges mit seinem Rückzug drohte. „Dann sehe ich nicht, wie ich mein Engagement beim KFC Uerdingen aufrecht erhalten kann“, ließ er verlauten.

Der Schock in Krefeld sitzt tief. Am Montag wurde der Aufstieg am Rathaus gefeiert. Auch drei namhafte Spieler wurden bereits verpflichtet. Die 3. Liga sei ohnehin nur eine Zwischenstation auf dem Weg zurück in die Bundesliga, sagte Ponomarev. Nun droht dieser Traum auf tragische Art und Weise zu platzen.

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