Borussia Dortmund

Hopp-Beleidigungen: Anzeigen gegen 30 BVB-Fans

Dietmar Hopp beim Hoffenheimer Spiel gegen den BVB

Dietmar Hopp beim Hoffenheimer Spiel gegen den BVB

Foto: Imago

Sinsheim/Dortmund  Schmährufe gegen Dietmar Hopp, den Mäzen des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim, könnten juristische Folgen für mindestens 30 BVB-Fans haben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Für Dietmar Hopp (78) ist es inzwischen traurige Routine. Seit dem Bundesliga-Aufstieg der TSG Hoffenheim im Jahr 2008 wird der Multi-Milliardär von gegnerischen Fußballfans aufgrund seines finanziellen Engagements bei den Kraichgauern in Sprechgesängen und oft auch auf Spruchbändern beleidigt. Sogenannte Fans von Borussia Mönchengladbach bezeichneten den Unternehmer in der vergangenen Saison auf einem Plakat als "Fußball-Mörder". Besonders Sympathisanten von Traditionsvereinen waren Hopps Investments in Millionenhöhe ein Dorn im Auge, da er für die fortlaufende Kommerzialisierung im Profifußball stehe.

Hopp geht inzwischen konsequent gegen die Hass-Plakate und Beleidigungen gegen seine Person um. Dies haben auch einige Anhänger von Borussia Dortmund zu spüren bekommen. Am 12. Mai dieses Jahres kam es beim Auswärtsspiel der Dortmunder in Hoffenheim zu Schmährufen gegen den 1899-Mäzen. Der BVB musste deshalb 10.000 Euro an die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB überweisen. Am Mittwoch gab die Dortmunder Fanhilfe bekannt, dass die Polizei Waibstadt aus Baden-Württemberg Ermittlungen gegen über 30 BVB-Fans eingeleitet hat. Der Grund seien mutmaßliche Beleidigungen gegen Dietmar Hopp.

Unterstützung für betroffene BVB-Fans

Die Fanhilfe Dortmund hat angekündigt, dass sie die betroffenen Anhänger der Schwarz-Gelben in einem möglichen Prozess unterstützen werde. Darüber hinaus verurteilt die Initiative die Ermittlungen aufgrund möglicher Beleidigungen in einem Fußball-Stadion. "Wir sind der Ansicht, dass ein solches Vorgehen vielmehr noch unsere Fankultur in ihrer Gesamtheit gefährdet. Sollte Dietmar Hopp mit seinem Vorstoß Recht bekommen, könnte dieses Modell womöglich Schule machen und somit verheerende Auswirkungen auf den Stadionbesuch der Zukunft haben. Wenn der gemeine Fan nämlich gleich strafrechtliche Konsequenzen fürchten müsste, nur weil er etwa aus der Emotion heraus den Schiedsrichter für eine Fehlentscheidung bepöbelt oder den gegnerischen Spieler beschimpft, der seinen Treffer gerade provokant vor der Südtribüne zelebriert, würde dem Fußball sein emotional-irrationaler Charakter genommen – der Charakter, der die Faszination Fußball seit jeher maßgeblich ausmacht, ob in der Bundesliga oder auf den Sportplätzen der Kreisliga C", heißt es in dem Statement der Fanhilfe Dortmund.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (10) Kommentar schreiben