Gladbach

Wieder Matchwinner - Luuk de Jong in Gladbach angekommen

Luuk de Jong zeigte gegen Hannover, wie wichtig er für Gladbach sein kann.

Luuk de Jong zeigte gegen Hannover, wie wichtig er für Gladbach sein kann.

Foto: dapd

Mönchengladbach.  Gegen Hannover 96 hat Stürmer Luuk de Jong zum zweiten Mal in den vergangenen drei Spielen das entscheidende Tor für seine Mannschaft geschossen. Der Torjäger kommt in Gladbach immer besser zurecht - auch weil Trainer Favre endlich System und Spieler gefunden hat, die zum Niederländer passen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Natürlich freute er sich über sein Tor. Luuk de Jong, Stürmer bei Borussia Mönchengladbach, beteuerte nach dem 1:0-Sieg gegen Hannover 96 zwar, ihm sei egal, wer die Tore mache, solange man nur gewinne, aber das gehört eben zum Phrasenschatz des modernen Mittelstürmers. Auch die Gladbacher Verantwortlichen freuten sich über das Erfolgserlebnis ihres niederländischen Torjägers, schließlich hatte man im Sommer kolportierte vierzehn Millionen Euro in die Hand genommen, um ihn beim FC Twente auszulösen.

Noch nie zuvor hatte Borussia Mönchengladbach so viel Geld für einen Spieler ausgegeben. Die Erwartungen waren also hoch und de Jong wurde prompt zum Fehleinkauf abgestempelt, als es zu Saisonbeginn etwas holprig lief. Nun aber hat der Stürmer zweimal in kurzer Folge das Siegtor für seine Mannschaft geschossen, nach dem 1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt zeichnete er auch für den Erfolg über Hannover hauptverantwortlich. "Dass Luuk jetzt schon zwei entscheidende Tore gemacht hat, ist wichtig für einen Mittelstürmer", meinte Gladbach-Manger Max Eberl. "Es ist aber auch gut für uns und es zeigt, dass wir nach vorne Qualität haben, um aus jeder Chance ein Tor zu machen."

Das freilich gelang de Jong gegen Gladbach nicht, vor seinem Treffer hatte er schon eine sehr gute Gelegenheit nach Pass von Herrmann ausgelassen. "Der erste Ballkontakt muss besser sein, dann könnte ich in die Ecke schießen", haderte der Stürmer, der aber wenig später jubeln konnte. "Wie er das Tor selbst einleitet, dem Patrick den Ball genau in den Zwischenraum steckt, Patrick in einer unglaublichen Art und Weise das Ding nochmal durchsteckt und Luuk mit einem guten Antritt einen Tick vor Zieler am Ball ist – das musst du erstmal machen in dieser Hektik und dieser Enge", schwärme Eberl.

Selten war de Jong so gut wie gegen Hannover

Die Entstehung des Tores selbst war sinnbildlich für viele andere gute Szenen des Niederländers, der in der Defensive mitarbeitete und der durchaus konstruktiv am Gladbacher Aufbauspiel beteiligte, lange Bälle sicherte und auf die nachrückenden Spieler ablegte - selten war ihm das im Gladbach-Trikot so gut gelungen wie im Spiel gegen Hannover.

Es scheint, als habe Trainer Lucien Favre in der Offensive endlich die richtige Mischung gefunden, was nach dem Abgang von Marco Reus keine leichte Aufgabe war - ist doch de Jong ein völlig anderer Spielertyp: Während der heutige Dortmunder vor allem von seinem hohen Tempo, seiner Dynamik und seiner Dribbelstärke lebte und Bälle in den Raum brauchte, ist der Niederländer in erster Linie ein klassischer Strafraumstürmer, der mit dem Rücken zum Tor angespielt werden möchte. "Dann kann er den Ball behaupten und den tief startenden Spieler anspielen", sagte Eberl. "Das hat er schon angedeutet, dass er das kann, deswegen überrascht uns das nicht."

Die Mischung stimmt

Mit dem quirligen Amin Younes und dem schnellen Patrick Herrmann hat de Jong nun genau die Mitspieler, die er für dieses Spiel braucht: Beide können ihn mit Vorlagen bedienen, beide können aber dank ihrer Dynamik und Beweglichkeit auch von seinen Ablagen profitieren - kurz: die Mischung stimmt.

"Wenn du Vorlagengeber bist, bist du froh, wenn du einen Vollstrecker hast", sagt Ebel. "Und wenn du Vollstrecker bist, bist du froh, wenn einer den Ball vorne reinspielen kann." Luuk de Jong, das hat er gegen Hannover gezeigt, kann durchaus beide Rollen ausfüllen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben