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Rekord: Gladbach schließt 2016 mit 196 Mio Euro Umsatz ab

Große Freude bei Christoph Kramer (Mitte) und Borussia Mönchengladbach.

Foto: Getty Images

Große Freude bei Christoph Kramer (Mitte) und Borussia Mönchengladbach. Foto: Getty Images

Mönchengladbach.  Borussia Mönchengladbach hat den Umsatz in den vergangenen 15 Jahren verzehnfacht. Das Jahr 2016 schloss die Borussia mit einem Rekord ab.

Das Geschäftsjahr 2016 hat Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach mit einem Rekordumsatz von 196,87 Millionen Euro abgeschlossen. Das sind rund 36 Millionen Euro mehr als noch im Jahr zuvor. Der Jahresüberschuss nach Steuern lag bei 26,8 Millionen Euro.

“Das ist eine wunderbare Entwicklung”, erklärt Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers, “wir sind sehr gesund, aber nicht reich.”

Schippers weiß dazu genau, dass sich die enormen Steigerungen seit 15 Jahren nicht mehr so fortführen lassen wie bisher. Borussia hat den Umsatz innerhalb des genannten Zeitraums verzehnfacht.

Positiv auf die Bilanz wirkten sich natürlich die Teilnahme an der Champions League und der Sommer-Transfer von Ex-Kapitän Granit Xhaka aus. Allein der Wechsel des Schweizer Nationalspielers zum FC Arsenal in die Premier League brachte offiziell 43 Millionen Euro in die Kasse - abzüglich eines Betrags für Sommers ehemaligen Klub, den Schweizer Meister FC Basel.

Die gesamte Gladbacher Einnahme aus Qualifikation und Gruppenphase der Königsklasse dürfte dazu bei rund 40 Millionen Euro liegen. “Selbst wenn wir Europa in dieser Saison verpassen würden, müssen wir nicht abspecken”, versichert Geschäftsführer Schippers mit Blick auf das monetäre Volumen, das an die Bundesliga-Profis geht: rund 60 Millionen Euro Jahresgehalt verdienen die Spieler und der Trainerstab. Gladbach verfügt immerhin über ein positives Eigenkapital von rund 88 Millionen Euro. Das sorgt für einen großen Handlungsspielraum.

Stephan Schippers setzt auch darauf, dass der in Bau befindliche Gebäudekomplex neben dem Borussia-Park, der ein Hotel, ein Museum und auch medizinische Einrichtungen beherbergen wird, ab 2018 finanziell etwas abwirft: “Hier werden wir dann Geld verdienen. Die Einrichtungen werden Mittel zum Zweck für den Sport sein.”

Die Borussia hat zehn Millionen Euro in das Projekt direkt investiert, 21 Millionen steuert Hauptsponsor Postbank als Darlehen dazu.

Steigerungspotenzial für die Zukunft sieht Geschäftsführer Stephan Schippers in der Auslandsvermarktung der Borussia und der Bundesliga: “Wir sind ein toller Klub, müssen uns aber trauen, neue Wege zu gehen.” Das zielt nicht nur darauf ab, mehr Fernseheinnahmen außerhalb Deutschland zu generieren. Derzeit sind es 170 Millionen Euro pro Saison, Schippers hofft demnächst auf 300 oder 400 Millionen Euro.

Auch ein strategisches Sponsoring wäre möglich. Etwa Anteile an der Gladbacher GmbH zu erwerben, die den Profibereich lenkt, aber zu hundert Prozent dem Verein gehört. Deshalb müssten auch die Mitglieder gefragt werden, sollte ein Interessent gegen Bares Anteile an der Profi-Gesellschaft erwerben wollen.

“So etwas ist nur mit großer Vorsicht möglich”, sagt Schippers. Der nennt als Beispiel die Münchener Bayern, die für jeweils 8,3 Prozent verkaufte Anteile an der eigenen AG in den vergangenen Jahren dreimal rund hundert Millionen Euro eingenommen haben, um so die Allianz-Arena mitzufinanzieren. Dafür bestimmen nun Audi, Adidas und eben Allianz das Geschehen bei den Bayern mit. Allerdings nur auf dem Papier, weil die drei Unternehmen zusammen unterhalb der Sperrminorität von 25,01 Prozent einer Gesellschaft liegen und somit auch keine Mehrheitsbeschlüsse blockieren können.

“Ein strategisches Sponsoring ist auch bei uns möglich, die 50-plus-1-Regel der Bundesliga muss aber bleiben”, sagt Geschäftsführer Schippers. Der Verein müsse immer die Stimmenmehrheit haben und dürfe nicht durch einen Hauptinvestor gelenkt sein.

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