Mönchengladbach

Nach Nullnummer in Mainz: Gladbach verschiebt Trainerfrage

Dieter Hecking ist seit Dezember 2016 Trainer bei Borussia Mönchengladbach.

Foto: imago sport

Dieter Hecking ist seit Dezember 2016 Trainer bei Borussia Mönchengladbach. Foto: imago sport

Mainz/Mönchengladbach.   Nach dem 0:0 in Mainz rückt die Europa League für Gladbach in weite Ferne. Eberl spricht mit Trainer Hecking erst im Sommer über die Zukunft.

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Es ist noch gar nicht so lang her, da forderte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl scherzhaft von seinem Cheftrainer Dieter Hecking ein paar Kekse. Die isst Eberl liebend gern. „Sieht man doch“, sagt der 44-jährige Münchener dann selbstironisch mit Blick auf seine stämmige Figur. Kekse zum Kaffee sind aber nicht nur purer Genuss. Das Gebäck zum Koffein sorgt bei Eberl für eine betont entspannte Gesprächsatmosphäre – gerade bei wichtigen Themen. Doch selbst Kekse machen Gladbachs Sportdirektor derzeit nicht geschmeidig. Bereits vor dem enttäuschenden 0:0 in Mainz war die vor Weihnachten durchaus zuversichtlich thematisierte Trainerfrage in den Sommer verbannt.

„Dann wäre der richtige Zeitpunkt, um in Ruhe darüber zu sprechen“, sagt Sportdirektor Eberl. Man darf seinen Blick auf den Vertrag von Trainer Dieter Hecking durchaus als ernst bezeichnen. Das Schriftstück ist zwar noch bis 30. Juni 2019 gültig. Also noch eine komplette Saison.

Nur zwei Siege in der Rückrunde

Aus Eberls Einschätzung lässt sich leicht herausdeuten, dass ihn die maue Rückrunde mit nur zwei Siegen (2:0 über Augsburg, 1:0 in Hannover) nicht überzeugt. Verletzte hin, fragwürdige Schiedsrichter-Pfiffe her. Es versteht sich von selbst, dass die Arbeit des Trainers im Urteil des Sportdirektors mit eingeschlossen werden wird.

Unter Dieter Hecking legte Gladbach zwar eine passable Hinrunde hin: Platz sechs, trotz negativem Torverhältnis, punktgleich sogar mit den drittplatzierten Dortmundern. Seitdem arbeitet die Elf vom Niederrhein daran, sich selbst vom Minimalziel zu verabschieden. Das hieß eigentlich, besser als Vorsaisonplatz neun abzuschneiden. Am liebsten aber wieder eine internationale Startberechtigung zu ergattern. Die magere Punktausbeute, vor allem aber die Leistungen auf dem Rasen gerade im Vorwärtsgang passen jedoch seit etlichen Wochen nicht mehr zu Rang sieben oder gar besser.

Sommer rettet das Unentschieden

Nur zwei Treffer in den vergangenen acht Auswärtsspielen zeugen nicht gerade von der Durchsetzungskraft eines Bulldozers. Die Bilanz seit dem 2:1-Heimcoup über die Bayern vom vergangenen November ist exakt ein Unentschieden von jener 17-Spiele-Statistik entfernt, die Heckings Vorgänger André Schubert wenige Stunden vor dem Weihnachtsfest 2016 den Job gekostet hatte. In Zahlen: drei Siege, vier Remis, neun Niederlagen.

Auf der Verlustseite hätte Ostersonntagabend auch eine zehn stehen können. Torhüter Yann Sommers Glanzreflex gegen den Kopfball von Alexander Hack, der von der Unterkante der Latte nicht den Weg zum 1:0 hinter die Torlinie fand, stand dagegen.

Die abstiegsbedrohten Mainzer zeigten fußballerisch wenig, die Gladbacher schlossen sich dem unansehnlichen Treffen an. „Langsam können wir das Phrasenschwein aufstellen“, nörgelte Weltmeister Christoph Kramer, ein rarer Lichtblick im Borussia-Spiel, „das war hundert Prozent zu wenig. Und jeder bei uns kann auch die Tabelle lesen.“

Die besagt, dass Platz sieben und damit die Europa League nun fünf Punkte entfernt ist. Sechs ausstehende Bundesligaspiele, darunter Gastauftritte in München und auf Schalke, machen keine große Hoffnung auf eine bessere Bilanz. Trainer Hecking wird beim Vertragsgespräch mit Sportdirektor Eberl eine Menge Kekse brauchen.

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