Bundesliga

Erst 0:2, dann 3:2 - Gladbach dreht das Spiel in Leverkusen

Die Gladbacher Oscar Wendt (links) und Lars Stindl feiern den 1:2-Anschlusstreffer.

Die Gladbacher Oscar Wendt (links) und Lars Stindl feiern den 1:2-Anschlusstreffer.

Foto: dpa

Leverkusen.  Die Borussia hat sich mit dem 3:2-Sieg bei Bayer Leverkusen Luft zu den Abstiegsrängen verschafft. Gladbachs Lars Stindl erzielte zwei Tore.

So euphorisch wie am Samstagabend haben die Fans von Borussia Mönchengladbach bei einem Bundesliga-Gastspiel lange nicht mehr gefeiert. Zwei Treffer von Kapitän Lars Stindl und ein Solo von Raffael drehten bei Bayer 04 Leverkusen einen 0:2-Halbzeitrückstand noch in einen 3:2-Erfolg. Die 4000 Grün-Schwarzen unter den 28.869 Zuschauern trauten in der zweiten Halbzeit ihren Augen kaum. Aber: Die drei Punkte waren hochverdient. Und verschaffen der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking erst einmal Luft zu den Abstiegsrängen.

Gladbachs neuer Co-Trainer Dirk Bremser ist ein Experte für Standardsituationen. “Diese sind der einfachste Weg, ein Tor zu machen”, sagt der ehemalige Mittelfeldrenner des MSV Duisburg oft und gern. Bayer 04 setzten mit zwei Ecken, die binnen drei Spielminuten zum 2:0 führten, Bremsers These perfekt um. Und dies, obwohl zunächst die Gäste eine gute halbe Stunde einen brauchbaren, weil offensiven Auftritt hingelegt hatten. Mit dem Kopfballtreffer des bulligen Jonathan Tah im Innenverteidiger-Duell mit Jannik Vestergaard wendete sich das Blatt zugunsten der Leverkusener. Die hatten bis dahin reichlich konfus gewirkt und keine echte Chance herausgespielt.

Borussia wirkt unsortiert

Keine drei Minuten später stand es aus Gladbacher Sicht sogar 0:2. Wieder ein Kopfballtreffer nach einer Ecke. Diesmal allerdings durch den nur 1,75 Meter großen Mexikaner Chicharito, der eine Kopfball-Verlängerung von Karim Bellarabi einnickte. Die Borussen wirkten hier unsortiert. Für Chicharito war es der erste Treffer seit dem 1. Oktober 2016 beim 2:0 über Borussia Dortmund, also seit elf Bundesliga-Spielen.

Trainer Hecking ließ seine Darmstädter Startelf auch zu Beginn der zweiten Halbzeit wirken. Ob der Westfale die große Wende geahnt hatte? Kapitän Lars Stindl jedenfalls ging beherzt voran. Der Ex-Hannoveraner setzte sich im Leverkusener Strafraum gegen Tah im Zweikampf durch und schlenzte die Kugel unhaltbar für Keeper Leno zum 1:2 in die rechte Torecke (52. Min.). Die mitgereisten Borussia-Fans witterten Morgenluft am Samstagabend. Und kamen nun aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nur sechs Minuten später war wieder Stindl zur Stelle. Und zwar goldrichtig: Der Angreifer nickte eine feine Flanke von Oscar Wendt völlig ungedeckt vor Torsteher Leno zum Ausgleich in die Maschen.

Raffael markiert den Siegtreffer

Gladbach war hiernach dem Siegtreffer nahe. Jonas Hofmann hätte das 3:2 schon machen können. Sein abgefälschter Versuch streifte knapp die Querlatte (62. Min.). Dann ging Raffael, dem bis dahin nicht viel gelungen war, auf und davon. Der Brasilianer verlud den wieder indisponierten Tah im Bayer-Strafraum und schoss flach ins rechte Eck zum 3:2 ein. Nach zuletzt nur einem Sieg in 19 Bundesliga-Auswärtsspielen nun das angekratzte Gladbacher Selbstvertrauen wieder etwas aufpoliert sein.

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