Bundesliga

Gladbach verzichtet auf Ginter und verliert gegen Leverkusen

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Gladbach-Profi Matthias Ginter (Mitte) saß gegen Bayer Leverkusen nur auf der Bank.

Gladbach-Profi Matthias Ginter (Mitte) saß gegen Bayer Leverkusen nur auf der Bank.

Foto: firo

Mönchengladbach.  Nach dem überraschenden Erfolg beim FC Bayern hat Borussia Mönchengladbach einen Rückschlag erlitten. Gegen Bayer Leverkusen gab es ein 1:2.

Matthias Ginter war am Samstagabend in einer ungewohnten Rolle zu sehen. Der Nationalspieler, der sich spätestens im Sommer von Borussia Mönchengladbach verschieden wird, saß auf der Bank. Dafür gab Abwehrspieler Marvin Friedrich, den die Borussia erst in dieser Woche vom 1. FC Union Berlin geholt hatte, sein Gladbach-Debüt. „Auf der einen Seite geht es um die Zukunft, auf der anderen Seite um Leistung. Ich habe mich nicht gegen Matthias Ginter, sondern schlussendlich auch für die Zukunft und für Marvin Friedrich entschieden“, erklärte Trainer Adi Hütter vor dem Anpfiff der Partie, die Gladbach etwas unglücklich mit 1:2 (0:0) gegen Bayer Leverkusen verlor. Acht Tage nach dem 2:1-Sieg beim FC Bayern München kassierte die Borussia im ersten Heimspiel des neuen Jahres einen Rückschlag.

Gladbach: Ginter Kandidat für Winter-Transfer

Wie Friedrich zählte diesmal auch Lázsló Bénes zur Anfangsformation, Christoph Kramer fehlte derweil wegen einer Erkältung. Auch Denis Zakaria, der seinen im Sommer auslaufenden Vertrag ebenso wie Ginter nicht verlängern wird, stand nicht im Kader. Der Schweizer hatte den Rückrundenauftakt in München aufgrund einer Corona-Infektion verpasst, in dieser Woche aber wieder trainiert. Die Borussia teilte vor dem Anpfiff mit, dass er aufgrund einer Zerrung im Hüftbereich fehle. Sportdirektor Max Eberl hatte am Donnerstag erklärt, dass er Winter-Abgänge von Zakaria und Ginter – oder eben den vorzeitigen Abschied eines Spielers – nicht ausschließen will. Ginter gilt seit dem Leverkusen-Spiel nun definitiv als Kandidat für einen Winter-Transfer.

Leverkusen war in der Anfangsphase die spielbestimmende Mannschaft. Das seit zuvor fünf Pflichtspielen sieglose Team von Trainer Gerardo Seoane setzte einige Offensivakzente. Die erste große Chance verzeichnete dennoch Borussias Florian Neuhaus, der in der 16. Minute mit einem Schuss aus kurzer Distanz am stark parierenden Bayer-Torwart Lukas Hradecky scheiterte. Auch der folgende Eckball wurde gefährlich für die Gäste: Nico Elvedi köpfte die Hereingabe von Bénes nur knapp über das Tor (17.). Bayer hatte die erste gute Möglichkeit in der 25. Minute: Moussa Diaby bracht den Ball aber nicht am direkt vor ihm stehenden Torwart Yann Sommer vorbei.

Es entwickelte sich ein ausgeglichenes, abwechslungsreiches Spiel. Der Großteil der Aktionen spielte sich aber zunächst zwischen den Strafräumen ab. Friedrich agierte auf der rechten Seite der Dreier-Abwehrkette souverän. Der 26-Jährige überzeugte vor allem mit Kopfballstärke, zeigte zudem ein hohes Maß an Übersicht. Die Bayer-Offensive um Stürmer Patrik Schick kam bis zur Pause nicht entscheidend zum Zuge. Die Leverkusener spielten in der ersten Halbzeit beachtliche 225 Pässe, konnten daraus allerdings noch kein Kapital schlagen. Die Gladbacher agierten in Hälfte eins konzentriert.

Vier Minuten nach dem Wiederanpfiff gab es große Aufregung: Karim Bellarabi wurde auf der rechten Seite im Strafraum von Friedrich abgedrängt, der Leverkusener fiel mit einer gewissen Theatralik zu Boden. Schiedsrichter Sascha Stegemann aus Niederkassel entschied auf Strafstoß – die Borussen protestierten. Schick schoss den Elfmeter, Sommer wehrte den Ball ab. Die Gladbacher jubelten schon, doch es gab noch Eckstoß: Wirtz lieferte die Hereingabe für Robert Andrich, der am ersten Pfosten im Fünfmeterraum völlig freistehend nur noch den Fuß hinhalten musste – 1:0 für Leverkusen (51.).

Gladbach am Mittwoch im Pokal bei Hannover 96

Hütter reagierte personell zehn Minuten nach dem Gegentreffer: Er brachte Joe Scally für Luca Netz und Marcus Thuram für Bénes ins Spiel. Den Ton gab aber nun die Werkself an. Als Schick aus leicht spitzem Winkel abzog, war noch Sommer zur Stelle (63.), in der 74. Minute markierte der tschechische Nationalspieler aber aus kurzer Distanz das 2:0. Hütter hatte zwischenzeitlich bereits Abwehrspieler Jordan Beyer aufs Feld geschickt, nun wechselte er die Offensivkräfte Alassane Pléa und Patrick Herrmann ein (79.).

Und plötzlich wurde Gladbach wieder gefährlich: Scally scheiterte noch an Hradecky (80.), doch Elvedi nutzte einen missglückten Klärungsversuch von Timothy Fosu-Mensah mit einem Schuss aus fünf Metern zum Anschlusstreffer (81.). Auf der Gegenseite gab es nach einem Foul von Jordan Beyer an Wirtz dann erneut Strafstoß – und wieder parierte Sommer, diesmal im Duell mit Kerem Demirbay (87.). Gladbach probierte noch einmal alles, aber es blieb beim 1:2.

Die Borussen bleiben mit 22 Punkten auf Rang zwölf, Leverkusen (32 Punkte) belegt nun Rang drei. Weiter geht es für Gladbach am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) im DFB-Pokal. Zweitligist Hannover 96 wartet im Achtelfinale. Drei Tage später kommt Union Berlin in den Borussia-Park. Dann wird Marvin Friedrich auf seine Vergangenheit treffen.

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