Analyse

Hecking ist nach Gladbachs Dusel-Nullnummer selbstkritisch

Gladbachs Trainer Dieter Hecking

Foto: imago

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Frankfurt.  Mit viel Glück holte Borussia Mönchengladbach bei Eintracht Frankfurt einen Punkt. Trainer Dieter Hecking hinterfragte sich nach dem Abpfiff.

Nach dem glücklichen 0:0 bei Eintracht Frankfurt hatte nur ein Gladbacher gut lachen. “Fragt mich nicht mehr nach dieser Elfmeterserie!”, forderte Borussias Torhüter Yann Sommer in den Katakomben der Commerzbank Arena im Scherz von seinen Zuhörern. An 15 Strafstöße seit seinem ersten Einsatz in der Fußball-Bundesliga im Sommer 2014 für die Gladbacher bekam der Schweizer Nationalspieler die Handschuhe nicht an den Ball. Gegen Frankfurts Marco Fabián allerdings, im 16. Versuch, wurde Sommer zum Punktretter. Mit einer Glanzparade ins rechte Toreck. Der Eidgenosse hatte mit einer leichten Hampeleinlage den Schützen offenbar verunsichert.

“Eine bessere Leistung der gesamten Mannschaft wäre mir lieber gewesen”, versicherte Sommer allerdings hinterher. Die unerwartete Vertragsverlängerung von Sportdirektor Max Eberl schien die ganz in Grün spielenden Fohlen nicht unbedingt zu motivieren. “Dabei habe ich am Donnerstag in der Kabine für einen emotionalen Moment gesorgt”, erklärte schmunzelnd Max Eberl, der seinen Kontrakt bis zum 30. Juni 2022 ausdehnte. Zu besseren Konditionen, versteht sich. Ob sich nun im Papier eine wie auch immer formulierte Ausstiegsklausel befindet, ließ Eberl natürlich offen.

Gladbach-Stützen Stindl, Hazard und Dahoud ohne Rhythmus

Trainer Dieter Hecking hatte für die monatelangen Spekulationen um einen Sommer-Wechsel Eberls zum FC Bayern München ein wenig Spott mitgebracht: “Max und ich haben in seinem Büro oft darüber gelacht, welcher Stuss da zum Teil phantasiert worden ist. Aber ich kann nochmal nachfragen für Euch, wie lange der Vertrag nun wirklich geht.”

Im Urteil über den dürftigen Auftritt seiner Fohlenelf am Riederwald wurde Hecking dann ernster: “Die deutlich schlechtere Mannschaft hat heute einen Punkt gewonnen.” Damit meinte Hecking seine Schützlinge. “Es hat eine Menge an Körperspannung und Dynamik gefehlt.”

Vor allem in der ersten Halbzeit kamen die Borussen offensiv nicht in die Strümpfe. Trainer Hecking zog sich den Schuh auch ein wenig selbst an. Mit Kapitän Lars Stindl sowie den zuletzt verletzten Mahmoud Dahoud und Thorgan Hazard standen Leistungsträger im Aufgebot, die ihre Ausfallzeit nicht so ohne weiteres weggesteckt haben. “Deshalb muss ich das Spiel auch ein wenig auf meine Kappe nehmen”, so Hecking, “wir hatten einige Spieler auf dem Rasen, die noch nicht ihren Rhythmus wiedergefunden haben. Deshalb weiß ich nicht, ob ich mit der Aufstellung richtig gelegen habe.”

Die Frankfurter hatten einer guten Möglichkeit von Jonas Hofmann, der freistehend vor Torhüter Lukas Hradecky einen Pass bevorzugte anstatt zu schießen (62. Min.), gleich sechs, sieben erstklassige Chancen entgegenzusetzen. Plus den gehaltenen Handelfmeter in der 78. Spielminute, verursacht durch Gladbachs Schweden Oscar Wendt. “Selbst da haben wir wieder kein Tor gemacht. Ich bin traurig und könnte heulen. Aber es nützt ja nichts. Dienstag müssen wir gegen Köln ran”, erklärte Trainer Niko Kovac hörbar enttäuscht.

Spätestens am Sonntag wird sich sein Gladbacher Kollege Hecking darüber Gedanken machen, wie er seinerseits das defensive Mittelfeld am Mittwoch (20 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen Hertha BSC bestückt. Tobias Strobl sah nach zwei Foulspielen im Mittelfeld fünf Minuten vor dem Ende die Gelb-Rote Karte. Dazu verletzte sich Außenverteidiger Tony Jantschke, der beim 0:1 gegen Bayern München kürzlich als Ersatz-Sechser unterwegs gewesen war, am linken Handgelenk. Weltmeister Christoph Kramer fällt dazu ja noch länger aus.

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