Kommentar

Handlungsbedarf im Sommer: Gladbach fehlt ein Knipser

Max Eberl, Manager von Gladbach.

Foto: firo

Max Eberl, Manager von Gladbach. Foto: firo

Mönchengladbach  Gladbach trifft das Tor nicht. Stürmer Thorgan Hazard ist kein Vollstrecker. Manager Max Eberl muss im Sommer reagieren. Ein Kommentar.

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Es ist durchaus verständlich, dass sich die Gladbacher mittlerweile vom Video-Assistenten benachteiligt fühlen. Mit Schalke (1:1), Köln (1:2), Frankfurt (0:2) und nun Dortmund (0:1) zählt man immerhin schon vier Bundesligaspiele, in denen unstrittige Elfmeterszenen zum Nachteil für die Elf vom Niederrhein ausgelegt worden sind. Verwandelte Strafstöße vorausgesetzt wären mindestens sieben Punkte mehr auf dem Konto - was eine Top-5-Position bedeuten würde.

Der geschriebene Konjunktiv ist aber nur die halbe Wahrheit. Das weiß auch Cheftrainer Dieter Hecking. Der weist zwar auch auf das Video-Elfer-Ärgernis hin, macht deswegen aber kein Fass auf. Bewusst nicht. Der 53-jährige Westfale ist erfahren genug, um zu wissen, woran es seinen Fohlen mangelt.

Es fehlt schlicht ein nervenstarker Knipser, der einen offensiv guten Vortrag, wie er gegen Dortmund trotz der Niederlage nun einmal gelang, auch ins Ziel bringt. Nicht mehr, nicht weniger.

Der verletzungsanfällige Raffael ist das genau nicht mehr. Und Thorgan Hazard, der für die Premier League hoch interessante belgische Nationalspieler, bleibt bislang den Beweis schuldig, ein Vollstrecker zu sein. Und damit ein echter Spitzenkandidat für die teuerste Liga der Welt. Kapitän Lars Stindl läuft dem Schussglück verzweifelt hinterher. Von Raúl Bobadilla und Josip Drmic erwarten die Fans nach langen Verletzungspausen ohnehin nicht mehr allzuviel.

Der Saisonverlauf bislang sollte für Sportdirektor Max Eberl ein strikter Hinweis darauf sein, wo im Sommer Handlungsbedarf besteht - zumal Hazard bei einer guten WM vermutlich sein Zelte am Niederrhein gen England abbrechen könnte. Gegen eine üppige Gebühr, versteht sich.

Gladbach ist nicht vom Glück geküsst

Pech ist es in diesem Zusammenhang, dass ausgerechnet in dieser Phase der 19-jährige Paraguayer Julio Villalba verletzt ausfällt. Das Jungtalent ist mit dem Attributen schnell, giftig, sprungstark versehen - und könnte vorn, ähnlich wie Mickael Cuisance im Mittelfeld, für unerwartete, entscheidende Akzente setzen. Ein Muskelbündelriss spricht dagegen. Gladbach ist im Jahr 2018 wahrlich nicht vom Glück geküsst.

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