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Gladbach-Youngster Amin Younes hofft auf mehr Einsatzzeit bei der Borussia

Amin Younes erzielte gegen Borussia Dortmund sein erstes Bundesliga-Tor für Gladbach. Der Youngster überlegt, Mönchengladbach im Winter zu verlassen.

Foto: REUTERS

Amin Younes erzielte gegen Borussia Dortmund sein erstes Bundesliga-Tor für Gladbach. Der Youngster überlegt, Mönchengladbach im Winter zu verlassen. Foto: REUTERS

Kamen.   Während der Amin Younes im DFB-Trikot regelmäßig zum Einsatz kommt, erhält der deutsche U21-Nationalspieler bei Borussia Mönchengladbach nur wenig Spielzeit. Im Interview spricht der Dribbelkünstler über sein Verhältnis zu Horst Hrubesch, Gladbach und Marc-André ter Stegen.

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Amin Younes und Horst Hrubesch pflegen ein ganz besonderes Verhältnis. Borussia Mönchengladbachs Youngster ist so etwas wie der "Liebling des deutschen U21-Nationaltrainers. Während der Deutschlibanese im DFB-Trikot regelmäßig zum Einsatz kommt, muss Younes im Verein auf seine Einsätze warten.

Herr Younes, Horst Hrubesch kann nach einer Bandscheiben-Operation nicht bei seiner deutschen U21-Mannschaft sein. Vermissen Sie Ihren „Trainer-Vater“?

Amin Younes: Ja, aber es ist trotzdem wie immer hier – auch ohne ihn. Ich werde jetzt nicht weniger Engagement zeigen. Die Trainer tauschen sich untereinander aus und er ist über das, was hier bei der U21 passiert, natürlich informiert.

Was macht Ihr Verhältnis so besonders?

Younes: Ich kenne Horst Hrubesch jetzt schon über drei Jahre. Damals bei der U18-Auswahl haben wir uns kennengelernt. Wir haben uns sofort gut verstanden, das Menschliche passt einfach.

Sie telefonieren sehr regelmäßig.

Younes: Wir haben nach der Operation telefoniert und ihm geht es soweit gut. Ich kann immer mit meinen Problemen zu ihm kommen und er gibt mir sehr gerne Ratschläge. Aber ich wundere mich bis heute, dass er auf Spieler wie mich steht (lacht).

Warum?

Younes: Naja, er war damals ein ganz anderer Spielertyp. Eher das Gegenteil: ein Angreifer, der viel gearbeitet hat und die Brechstange rausgeholt hat. Er war eher kein Techniker (lacht).

Sie sehen sich aber nur bei den DFB-Lehrgängen. Wie wirkt Horst Hrubesch auf Ihr Spiel ein?

Younes: Er verfolgt meinen Weg bei Borussia Mönchengladbach und weiß, wie und was ich dort trainiere. Er hat so viel Erfahrung als Trainer, weiß wo meine Stärken und Schwächen sind und hilft mir in ganz vielen Situationen. Außerdem sind die Lehrgänge beim DFB sehr intensiv.

Im Verein ist Lucien Favre Ihr Trainer. Kann man die beiden Fußballlehrer miteinander vergleichen?

Younes: Das ist schwer, weil beide Trainer unterschiedlich sind. Der eine legt mehr Wert auf Technik, der andere mehr auf Taktik. Auch in der Kommunikation gibt es Unterschiede. Einer spricht mehr mit mir, der andere weniger.

Wer ist in diesem Fall wer?

Younes: Horst spricht natürlich viel mit mir. Weil in der Auswahlmannschaft viel mehr über Kommunikation geht, während man im Verein täglich auf dem Platz miteinander arbeitet.

Lucien Favre aber sagt man nach, er würde junge Spieler weiterbringen.

Younes: Das ist richtig. Ich fühle mich bei Borussia auch nicht außen vor. Wir haben zum Beispiel mit Nico Brandenburger und Mo Dahoud viele junge Spieler im Kader und der Trainer versucht immer, uns besser zu machen.

Bleiben wir bei Gladbach. Die Saison läuft überragend für Ihren Klub.

Younes: Schon in der Vorbereitung auf die Saison haben wir gemerkt, dass wir eine gute, stabile Mannschaft haben. Das geht über die Stammspieler hinaus. Der Kader ist breiter aufgestellt und Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern stimmt. Unsere Qualität ist genial.

Gladbach-Manager Eberl legt Veto gegen Younes-Ausleihe ein 

Bei Ihnen läuft es aber noch nicht richtig rund. In der vergangenen Saison kamen sie öfter zum Zug.

Younes: Ich war ein paar Mal verletzt und das immer zum falschen Zeitpunkt. Nicht, dass Verletzungen jemals zu einem richtigen Zeitpunkt kommen, aber das war schon unglücklich, beispielsweise in der Vorbereitung. Oder einen Tag vor dem Pokalspiel in Darmstadt. Das hätte mir gut getan, mich dort zeigen zu können.

Die Konkurrenz im Angriff der Borussia ist größer geworden.

Younes: Die Offensive ist super. Da muss man sich einfach mal die Namen angucken: Raffael, Max Kruse, Juan Arango, Patrick Herrmann. Aber ich glaube, dass ich auch Qualitäten habe, die unserem Spiel gut tun.

Grundsätzlich müsste Ihnen das System von Mönchengladbach doch auch liegen: Viel Ballbesitz, schnelles Umschaltspiel, direkte Pässe, kleine Dribblings…

Younes: Deshalb spiele ich ja auch dort (lacht). Leider bekomme ich im Moment nur wenig Einsatzzeit, weil unsere Offensive eben gut funktioniert.

Sprechen Sie mit Favre über Ihre Einsatzminuten?

Younes: Man kann schon zu dem Trainer hingehen und ihm das sagen. Zudem hoffe ich, dass er auch mal zur U 21-Nationalmannschaft guckt und sieht, dass er auf mich bauen kann. Hier habe ich alle Spiele von Anfang an gemacht und auch gute Leistung gezeigt. Wichtig ist, dass der Trainer das registriert und mir vielleicht bald wieder eine Chance gibt.

Für einen jungen Spieler in Ihrem Alter ist es gerade wichtig, tatsächlich zu spielen, um über die Praxis den nächsten Schritt zu machen.

Younes: Genau. Darüber habe ich auch schon ein gutes Gespräch mit unserem Sportdirektor Max Eberl geführt. Ich habe ihm gesagt, dass ich Spielpraxis brauche.

Konkret: dass Sie sich ausleihen lassen wollen.

Younes: Max Eberl hat klar zum Ausdruck gebracht, dass der Verein mich auf jeden Fall behalten will. Das ist ja auch ein gutes Zeichen für mich.

Sie spielen seit der F-Jugend im Trikot mit der Raute – ein neuer Verein wäre ein großer Schritt für Sie.

Younes: Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt. Ich bin jetzt im zweiten Jahr bei den Profis, aber lange schon bei Gladbach. Für mich war und ist es eine Frage der Ehre für die Borussia zu spielen. Daher hoffe ich, dass ich den Trainer bald wieder überzeugen kann, damit er auf mich setzt.

Marc-André ter Stegen spielt ähnlich lange in Mönchengladbach und auch bei ihm könnte eventuell bald eine Luftveränderung in Haus steht.

Younes: Ich kenne Marc seit klein auf und er ist top professionell. Er beschäftigt sich nur mit Borussia. Er verhält sich super, lässt sich durch die öffentlichen Spekulationen nicht beirren und hält weiter auf höchstem Niveau.

Was würde Amin Younes in ter Stegens Situation machen, wenn der FC Barcelona anklopft?

Younes: Vom Spielstil her würde es passen (lacht). Ich glaube, es ist schwer nein zu sagen, wenn einer der größten Klubs der Welt einen haben will. Marc wird die richtige Entscheidung treffen, wie er seine Zukunft gestalten möchte.

<blockquote class="twitter-tweet" data-partner="tweetdeck"><p>Amin Younes beim Interview mit <a href="https://twitter.com/ruhrpoet">@ruhrpoet</a> von <a href="https://twitter.com/DerWestenSport">@DerWestenSport</a>: &quot;Stimmung in der <a href="https://twitter.com/search?q=%23U21&amp;src=hash">#U21</a> ist super!&quot; cc@borussia <a href="http://t.co/XYtmFnAffD">pic.twitter.com/XYtmFnAffD</a></p>&mdash; DFB-U-Mannschaften (@DFB_U_Teams) <a href="https://twitter.com/DFB_U_Teams/statuses/400601360376557568">November 13, 2013</a></blockquote>

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