Champions League

Gladbach: Was das Spiel gegen Real für die Borussia bedeutet

Schaut ganz genau hin: Gladbach-Coach Marco Rose beim Abschlusstraining vor der Partie gegen Real Madrid.

Schaut ganz genau hin: Gladbach-Coach Marco Rose beim Abschlusstraining vor der Partie gegen Real Madrid.

Foto: dpa

Mönchengladbach.  Borussia Mönchengladbach tritt in der Champions League gegen Real Madrid an. Trainer Marco Rose schwärmt von seinem Gegenüber Zinedine Zidane.

Die Namen, mit denen sich Borussia Mönchengladbach in diesen Wochen auf internationaler Ebene messen darf, lassen erkennen, auf welcher Stufe der Klub vom Niederrhein wieder angekommen ist. Die Auslosung der Champions League Anfang Oktober hat dem Verein bereits in der Gruppenphase hochkarätige Gegner beschert. Manche sprachen angesichts der Aufgaben bereits von einer „Hammergruppe“ für die Gladbacher, bei denen allerdings seitdem Vorfreude auf diese herausfordernden Spiele herrscht, die auch den Status des Klubs untermauern: Die Borussia spielt jetzt wieder im Konzert der Großen.

Dass die Gladbacher im Kreise der europäischen Spitzenvereine auch der Konkurrenz die Stirn bieten können, bewiesen sie mit dem respektablen 2:2 bei Inter Mailand am vergangenen Mittwoch. An diesem Dienstag (21 Uhr/Sky) tritt nun Real Madrid im Borussia-Park an. „Es ist für den ganzen Verein eine super Sache“, sagte Gladbachs Abwehrchef Matthias Ginter (26) am Montag. „Wir haben hart dafür gearbeitet, dass wir in diesen Wettbewerb kommen. In der Gruppe haben wir mit Mailand, Madrid und Donezk ein paar Kracher.“

Das bislang letzte Gladbacher Heimspiel in der Champions League war das Duell mit Manchester City (1:1) am 23. November 2016. Damals waren knapp 46.000 Zuschauer im Stadion. Knapp vier Jahre später verhindert die Corona-Pandemie eine ähnliche Kulisse bei dem Saisonhöhepunkt in Mönchengladbach. Für die Partie gegen Real sind keine Fans zugelassen. „Es ist schade, dass das Stadion nicht voll ist“, sagte Ginter. Der sportliche Reiz des Duells bleibt für ihn allerdings erhalten: „Die Spieler, Trainer und alle drumherum freuen sich darauf.“

Zwei Klubs mit großer Geschichte

Für Gladbach ist die Teilnahme an der Königsklasse der Lohn für eine bemerkenswerte Leistung in der Vorsaison. In seiner ersten Spielzeit als Gladbach-Trainer führte Marco Rose seine Mannschaft gleich auf den vierten Platz. „Wir wollten große Spiele und haben jetzt ein großes Spiel“, sagte der 44-Jährige. „Deshalb freuen wir uns alle auf diesen großen Gegner.“

Zwei Klubs mit großer Geschichte treffen aufeinander. Gladbach, der fünfmalige Deutsche Meister und zweimalige Uefa-Cup-Sieger, spielt gegen Real, den spanischen Rekordmeister und Rekordtitelträger der Champions League und des Europapokals der Landesmeister. Das letzte Kräftemessen der beiden Vereine liegt bereits 35 Jahre zurück: Gladbach gewann am 27. November 1985 im Düsseldorfer Rheinstadion das Achtelfinal-Hinspiel des Uefa-Cups gegen Real haushoch mit 5:1, schied allerdings zwei Wochen später durch ein 0:4 im Rückspiel in Madrid aus.

Ginter über Benzema: „Er ist ein Top-Stürmer“

„Die Tradition spielt natürlich bei der Borussia eine Rolle“, sagte Rose. „Aber sie hilft uns am Dienstag nichts und sie hindert uns auch an nichts. Wir beschäftigen uns vor allem mit dem Hier und Jetzt, mit der Aufgabe, die ansteht.“ Real verfüge über einen „Top-Kader mit hoher individueller Qualität“.

Real kann ein Star-Emsemble mit Spielern wie Sergio Ramos (34) , Toni Kroos (30) und Karim Benzema (32) aufbieten. Innenverteidiger Ginter sagte über Benzema: „Er ist ein Top-Stürmer, der schon viele Jahre auf Top-Niveau gespielt hat. Er kommt vielleicht das eine oder andere Mal etwas unscheinbar daher, aber wenn es im Sechzehner um die Wurst geht, ist er auf einmal da. Das wird für uns schwierig, aber ich glaube, dass wir das als Mannschaft verteidigt bekommen.“

Gladbach-Trainer Rose hat „allergrößten Respekt“

Die Madrilenen stehen in der Königsklasse nach der 2:3-Pleite zum Auftakt gegen Schachtjor Donezk unter Zugzwang. Allerdings fanden sie zuletzt mit dem 3:1 im „Clasico“ beim FC Barcelona zurück in die Spur. Durch den Sieg verstummte auch die Kritik der spanischen Presse an Real-Trainer Zinedine Zidane (48). Rose schwärmte von dem Franzosen: „Er ist für mich einer der besten Fußballer aller Zeiten, mit welcher Finesse er damals gespielt hat, wie er als Führungsspieler auch aufgetreten ist. Mich freut es einfach, dass auch er den Weg als Trainer gefunden hat. Es ist für mich eine große Ehre, auf so einen Trainer, so einen Menschen zu treffen. Ich habe allergrößten Respekt vor seinem Lebenswerk.“ Auch Marco Rose misst sich am Dienstagabend mit einem großen Namen.

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