Bundesliga

Gladbach verliert BVB, Leipzig und Leverkusen aus den Augen

Enger Zweikampf  bei der Partie Borussia Mönchengladbach gegen den FC Augsburg: Oscar Wendt (hinten) und Hannes Wolf (vorn) nehmen den späteren FCA-Ausgleichstorschützen Daniel Caligiuri in die Zange.

Enger Zweikampf bei der Partie Borussia Mönchengladbach gegen den FC Augsburg: Oscar Wendt (hinten) und Hannes Wolf (vorn) nehmen den späteren FCA-Ausgleichstorschützen Daniel Caligiuri in die Zange.

Foto: Getty

Mönchengladbach.  Wie oft zuvor kassiert Borussia Mönchengladbach auch beim 1:1 gegen den FC Augsburg ein spätes Gegentor. Trainer Rose sieht darin ein Muster.

Augsburgs Cheftrainer Heiko Herrlich war so erfreut über den späten Ausgleich seiner Mannschaft im Borussia-Park, dass er dem Vierten Offiziellen Markus Schmidt nach dem Abpfiff regelrecht entgegen hüpfte. Marco Rose dagegen trabte deutlich reservierter auf den Unparteiischen zu. Die mäßige Stimmung beim Coach von Borussia Mönchengladbach war verständlich: Beim dritten Heim-1:1 in der noch jungen Bundesligasaison hatte sein Team zum dritten Mal einen Vorsprung verspielt. Schon oft in diesem Herbst raubten die Gegner der Fohlenelf die Punkte kurz vor Schluss – diesmal traf der Ex-Schalker Daniel Caligiuri für den FCA (88. Minute).

Gladbach-Trainer Rose erkennt ein Muster

Inzwischen haben die Niederrheinischen in der laufenden Runde sechs Treffer in der Schlussviertelstunde kassiert – so dass Rose nun eine Einschätzung revidieren musste. „Vor ein paar Wochen habe ich gesagt, es gebe da kein Muster. Aber ein Muster ist jetzt schon zu erkennen: Wir werden in bestimmten Situationen kurz passiv, vor allem auf dem Flügel, und lassen Flanken zu“, monierte der 44-Jährige, der mittlerweile einsehen muss: „Ich weiß, dass es viele späte Gegentore sind. Möglicherweise spielt das bei dem einen oder anderen eine Rolle.“

Rückkehrer Zakaria ist für Gladbach eine Option in den nächsten Wochen

Gut für alle Gladbacher Köpfe war an diesem grauen Novembertag immerhin das Comeback von Mittelfeldakteur Denis Zakaria – nach über acht Monaten. Eine Minute nach Caligiuris Ausgleichstreffer kam der Schweizer Nationalspieler für Borussias Torschützen Florian Neuhaus in die Partie, war bei seiner Kurzarbeit auch sofort ein belebendes Moment im Team der Hausherren. Rose: „Dass er zurück ist, ist wichtig für ihn und für uns. Er ist ein Schlüsselspieler in unserem Spiel, den wir lange vermisst haben.“

In den nächsten neun Tagen mit weiteren Heimspielen in der Champions League gegen Schachtjor Donezk (Mittwoch) und Inter Mailand (Dienstag nächster Woche) sowie zwischendurch in der Liga gegen Schalke 04 (Samstag) wird Zakaria wohl immer wieder zu Kurzeinsätzen kommen. Der 24-Jährige ist damit eine zusätzliche und womöglich auch entscheidende Option – zumal ungewiss ist, wann Rose wieder auf die positiv auf Covid-19 getesteten Profis Alassane Pléa und Ramy Bensebaini zurückgreifen kann.

Gladbach sieben Punkte hinter den Bayern-Jägern BVB und Leverkusen

Wegen des straffen Programms bliebe gar nicht groß Zeit, sich über die vielen spät verschenkten Siege auf nationaler und internationaler Ebene zu ärgern, sagte Rose – den es aber schon sehr grämt, in der Liga bereits sechs Punkte hinter die Bayern-Jäger Dortmund und Leverkusen zurückgefallen zu sein.

Nach dem frühen 1:0 durch Neuhaus (5.) vergaben Patrick Herrmann und Breel Embolo (drei Mal) beste Gelegenheiten, die Führung auszubauen. Zudem ließ Roses Ensemble nach Gelb-Rot gegen den Augsburger Raphael Framberger ein fast halbstündiges Überzahlspiel regelrecht versickern.

Gladbach-Torhüter Sommer schimpft über späte Gegentore

Die Strafe war der späte Nackenschlag für Borussia Mönchengladbach durch Caligiuri. „Mittlerweile ist es ein schmerzhafter Lernprozess – weil wir sehr viel wegschenken und abgeben“, seufzte Marco Rose . „Ein bisschen schläfrig“, fand Borussias Mittelfeldakteur Christoph Kramer das eigene Team, Torhüter Yann Sommer schimpfte über das nächste Gegentor kurz vor Schluss: „Das kann kein Zufall mehr sein, wenn es so oft passiert.“ Heiko Herrlich dagegen verabschiedete sich mit dem fast schon gemeinen Hinweis Richtung Schwaben: „Ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass sie an sich glauben soll. Die Statistiken zeigen ja, dass Borussia Mönchengladbach immer viele Gegentore spät bekommen hat.“

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