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Gladbach-Trainer Hecking kritisiert Jannik Vestergaard

Gladbachs Jannik Vestergaard im Zweikampf mit Shinji Okazaki von Leicester City.

Foto: Getty Images

Gladbachs Jannik Vestergaard im Zweikampf mit Shinji Okazaki von Leicester City. Foto: Getty Images

Leicester.  Borussia Mönchengladbach verlor den Test bei Leicester City mit 1:2. Trainer Dieter Hecking rüffelte nach dem Spiel Innenverteidiger Vestergaard.

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Nicht, dass sich bei den Anhängern von Borussia Mönchengladbach vor dem DFB-Pokalspiel am Freitag (20.45 Uhr/Sky) bei Regionalligist Rot-Weiss Essen die Sorgen türmen würden. Vier Spielklassen Differenz sollten sich auf dem Rasen schon bemerkbar machen. Dennoch gab es zum Gladbacher Abschluss der sieben Testspiele und zwei Telekom-Cup-Halbzeiten zumindest mal skeptische Töne.

Trainer Dieter Hecking war es ein offensichtliches Anliegen, nach der 1:2-Niederlage bei Leicester City seinen Innenverteidiger Jannik Vestergaard zu rüffeln. Der 25-jährige Innenverteidiger hatte sich auf ein Scharmützel mit dem zweimaligen Torschützen Jamie Vardy eingelassen, wälzte sich nach einem Zweikampf theatralisch auf dem Rasen, um dann plötzlich quicklebendig aufzuspringen und sich mit dem höhnisch applaudierenden Publikum anzulegen.

Leicester-Fans empfanden Vestergaards Verhalten als respektlos

“Was wollt Ihr eigentlich?” sollten die nach oben gerissenen Arme des dänischen Nationalspielers wohl gegenüber der Tribüne heißen. Die Fans des Premier-League-Meisters von 2016 empfanden das Verhalten des 1,99 Meter großen, bisweilen mies gelaunten Blondschopfs als respektlos. Einsatz und Fairplay stehen auf der Britischen Insel höher im Kurs als Klagegesten und Schauspielerei.

“Das sind Dinge, die wir im Fußball nicht brauchen”, stellte Trainer Hecking mit Blick auf Vestergaards Verhalten durchaus verärgert klar, “auch wenn der Gegner in der letzten halben Stunde sehr männlich in die Zweikämpfe gegangen ist. Wir haben unsere eigene Linie und das Spiel verloren, weil wir uns mit anderen Dingen beschäftigt haben.” Einige Akteure mit dem großzügig leitenden Fifa-Referee Andre Marriner, Innenverteidiger Vestergaard eben mit dem Publikum.

Weltmeister Christoph Kramer beschäftigte sich vier Tage vor dem Pokalspiel in Essen eher mit der Konkurrenzsituation - mit Kramer, Tobias Strobl, Denis Zakaria, László Bénes und Mickael Cuisance fünf gute Anwärter für maximal zwei Plätze - im defensiven Mittelfeld. Und zwar kritisch. “Mir wird das Thema viel zu hoch gehängt”, betont Kramer, “es geht doch um meine Mitspieler und nicht um Konkurrenten, die man ausschalten muss. Wir wollen mit Gladbach Erfolg haben und nicht allein. Und: Am fünften Spieltag sieht die Aufstellung anders aus als am ersten. Wir werden alle Spieler brauchen.”

Mit Tobias Strobl fehlt jedoch sicher einer aus dem genannten Quintett. Der ehemalige Hoffenheimer zog sich in Leicester nur vier Spielminuten nach seiner Einwechslung bei einem Zusammenprall mit Demarai Gray einen Außenmeniskusriss sowie einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu und muss operiert werden. Die Ausfalldauer dürfte mehrere Monate betragen.

“Es lässt einen nie kalt, wenn ein Mitspieler auf dem Feld schwer verletzt wird”, erklärt Christoph Kramer den Rest der zweiten Halbzeit, in der Gladbach dann kaum noch präsent war. Es blieb damit bei der übersichtlichen Ausbeute von nur zwei Siegen in der Vorbereitung: 1:0 bei Regionalligist Wuppertaler SV, 2:1 über den FC Malaga in Duisburg-Homberg.

Sorgen macht sich Weltmeister Kramer, der mit dem Zwölf-Millionen-Euro-Schweizer Denis Zakaria im defensiven Mittelfeld starten dürfte, aber nicht: "Alle Bundesligisten haben in der Vorbereitung ziemlich auf die Fresse bekommen. Frag’ mal nach bei den Bayern! Die Wahrheit kommt aber erst jetzt. Für uns in Essen und dann gegen Köln.” Das Derby mit dem FC am 20. August (18 Uhr) ist Gladbachs Bundesliga-Start im Borussia-Park.

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