Gladbach

Gladbach stapelt nach Heimsieg über Hannover 96 weiter tief

Glücklich, aber beherrscht: Patrick Herrmann und seine Gladbacher Kollegen nach dem 1:0 über Hannover.

Glücklich, aber beherrscht: Patrick Herrmann und seine Gladbacher Kollegen nach dem 1:0 über Hannover.

Mönchengladbach.  Mit dem 1:0-Heimsieg gegen Hannover 96 hat Borussia Mönchengladbach einen großen Schritt in Richtung internationales Geschäft gemacht, man ist nun punktgleich mit Rang sechs. Doch im Verein tritt man auf die Euphoriebremse und will von der Europa League noch nicht sprechen.

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Kampfansagen klingen anders. Eben haben die Fußballer von Borussia Mönchengladbach einen verdienten 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen Hannover 96 gefeiert und damit einen großen Schritt in Richtung der Europapokalplätze gemacht – doch die Wortkombination „internationales Geschäft“ meiden sie, als habe man ihnen bei Zuwiederhandlung drei Tage Waldlauf angedroht. Heraus kommt dann Wortakrobatik wie bei Mittelfeld-Abräumer Thorben Marx: „Wir wollen uns bis zum letzten Spieltag alle Möglichkeiten offenlassen, damit wir am Ende einen der begehrten Plätze haben.“

Auf dem Platz hatten die Gladbacher vor allem im ersten Durchgang eine wesentlich deutlichere Sprache gesprochen, sie waren engagiert ins Spiel gegangen und hatten bald gute Möglichkeiten: Doch einen langen Pass von Juan Arango konnte Mittelstürmer Luuk de Jong nicht sauber verarbeiten (9.), nach einer toller Vorarbeit von Patrick Herrmann kam er freistehend nicht an Hannover-Torwart Ron-Robert Zieler vorbei (20.).

Besser lief es in Minute 36: Wieder war es Herrmann, der mit feinem Pass die Viererkette zerlegte, und de Jong hob den Ball über den herausstürzenden Zieler. „Für mich ist egal wer die Tore schießt“, beteuerte der Torschütze später. „Heute bin ich das und ich freue mich.“ Was man eben so sagt als Stürmer.

Gladbach variabler als Hannover

Das Tor war eine von vielen Szenen, die zeigten, warum die Hausherren vor allem in der ersten Halbzeit so viel besser waren als die Gäste von der Leine. Beide Mannschaften traten mit einem 4-4-2 System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern an, aber Gladbach interpretierte dieses Schema deutlich variabler: Immer wieder zog der enorm starke Herrmann von der rechten Seite in die Mitte, immer wieder ließ sich Armin Younes aus dem Sturm hinter de Jong zurückfallen, immer wieder rückte Nordtveit mit auf und half vor allem auf der rechten Seite aus. So kreierten die Borussen Überzahl im Mittelfeld, fanden Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld und kreierten einige gefährliche Situationen.

Und Hannover? Symptomatisch für die Leistung der Gäste stand ein Freistoß des Ex-Schalkers Christian Pander aus dem rechten Halbfeld, den dieser deutlich über Freund und Feind hinweg ins Toraus hob – und das war noch eine der gefährlicheren Szenen. Die meisten Angriffe wurden von den defensiven Mittelfeldspielern Thorben Marx und Havard Nordtveit unterbunden, was durchkam, blieb vor allem bei Martin Stranzl hängen. „Wir haben gut angefangen und den Ball in der ersten Halbzeit gut zirkulieren lassen“, lobte Gladbach-Trainer Lucien Favre seine Mannschaft. „Wir hätten zur Halbzeit aber mehr als ein Tor haben können.“

Arango muss nach Schlag auf den Oberschenkel raus

„Das einzige Problem war heute, das wir nicht das zweite und dritte Tor gemacht haben“, ergänzte Marx. Nach der Halbzeit drückte Hannover auf den Ausgleich, mit Schlaudraff kam ein zusätzlicher Offensivspieler. Gladbach verlor erst Arango (Schlag auf den Oberschenkel) und dann Stranzl (Gesichtsverletzung), doch Chancen für Hannover gab es allerdings immer noch keine – dafür Konterräume für Gladbach. Doch auch allerbeste Überzahlsituationen wurden entweder vertändelt oder durch Fehlpässe zunichte gemacht. „Nach Balleroberungen ist der letzte Ball nicht gut gekommen“, beklagte Trainer Favre. „Es hat auch an den richtigen Läufen in die Tiefe im richtigen Moment gefehlt. Aber mit dem 1:0 kann ich sehr gut leben.“

Kein Wunder, sind die Gladbacher doch nun punktgleich mit Tabellenplatz sechs – mit jenen Rängen also, über die sie nach dem Spiel partout nicht reden wollten.

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