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Gladbach-Sieg in Leverkusen löst bei Kramer Euphorie aus

Christoph Kramer (vorne) und seine Mitspieler feiern den Gladbacher Erfolg in Leverkusen. Die Borussia verwandelte einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg.

Christoph Kramer (vorne) und seine Mitspieler feiern den Gladbacher Erfolg in Leverkusen. Die Borussia verwandelte einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg.

Leverkusen.  Christoph Kramer stammt aus der Bayer-Jugend. Nach dem 3:2-Erfolg in Leverkusen genoss der Borusse den Interview-Marathon.

Den bemerkenswertesten Satz des Fußballabends in der BayArena ließ wohl Christoph Kramer los. Der Weltmeister in Reihen von Borussia Mönchengladbach genoss nach dem 3:2-Erfolg am Samstag in Leverkusen seinen Interview-Marathon. Das ist für Fußballprofis eher ungewöhnlich. “Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich bin, dass ich hier nach diesem Spiel vor Euch stehen darf”, begrüßte der defensive Mittelfeldspieler, der ja aus der Bayer-Jugend stammt, seine Fragensteller. Der Auswärtssieg nach einem 0:2-Halbzeitrückstand beim Achtelfinalisten der Champions League löste nicht nur in der Fankurve eine gewisse Euphorie aus.

“Wir haben zurecht, gerade vor Weihnachten, eine Menge Kritik einstecken müssen. Heute aber haben wir vorbildlich gespielt und gekämpft”, erklärte Kramer. Und dachte da vor allem an den 3:2-Siegtreffer von Raffael. Mahmoud Dahoud, der eingewechselte André Hahn und Kramer eben hatten das Tor mit beherzten Zweikämpfen im Mittelfeld vorbereitet. “Alle haben gemerkt: Es geht nix von allein!” bilanzierte Kramer.

Großchance von Thorgan Hazard in Hälfte eins

Cheftrainer Dieter Hecking hatte natürlich die Frage zu beantworten, welche Zauberworte er bei Halbzeit in der Kabine gewählt hatte. Eine überraschende Antwort war vom Westfalen nicht zu erwarten. “Wir wollten die zweite Halbzeit für uns entscheiden und kein schnelles 0:3 schlucken. Mit der Großchance von Thorgan Hazard haben dann alle gespürt, dass noch etwas geht”, erklärte Hecking.

Schon in Halbzeit eins wirkten die Gladbacher gegen lange konfus auftretende Leverkusener besser. Zwei Kopfballgegentreffer durch Jonathan Tah und Chicharito jeweils nach Eckbällen “haben wir schlecht verteidigt”, wie Hecking bemerkte. Das 0:2 entsprach dennoch nicht den Spielanteilen.

Das Match rissen nach dem Wechsel auch die vermeintlichen Führungsspieler im Gladbacher Dress raus. Kramer und Mahmoud Dahoud im defensiven Mittelfeld, Kapitän Lars Stindl und Torjäger Raffael vorn. Stindl traf zweimal binnen sechs Minuten, Raffael erkämpfte im Duell mit Jonathan Tah das 3:2.

Gladbach-Trainer Hecking spricht Warnung aus

Cheftrainer Dieter Hecking lobte zwar seine Mannschaft: “Vier Punkte aus zwei Auswärtsspielen sind nicht so schlecht. Gerade in Leverkusen haben wir eine gute Mentalität auf den Platz gebracht.” Der langjährige Bundesliga-Coach sprach aber auch eine Warnung aus: “Wir sollten nicht den Fehler machen, jetzt alles rosarot zu sehen. Freiburg am nächsten Samstag wird kein Selbstläufer.” Auf das erste Pflichtheimspiel des Jahres arbeiten die Borussen ab Dienstag hin.

Übrigens: Ex-Nationalspieler Patrick Herrmann wird am Sonntag wieder ins volle Mannschaftstraining einsteigen und damit in Kürze eine Option für die rechte Mittelfeldseite sein. Am Dienstag (14 Uhr, Fohlenplatz am Borussia-Park) im Testspiel gegen den VfL Bochum dürfte Herrmann neben den Comebackern Fabian Johnson und Josip Drmic erstmals seit seiner Verletzungspause Anfang November nach dem 0:3 bei Hertha BSC Spielpraxis sammeln.

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