Einzelkritik

Gladbach-Profis enttäuschen in Düsseldorf auf ganzer Linie

Gladbachs Oscar Wendt (Mitte) und seine Mannschaftskollegen zeigten in Düsseldorf ihre wohl schlechteste Saisonleistung.

Gladbachs Oscar Wendt (Mitte) und seine Mannschaftskollegen zeigten in Düsseldorf ihre wohl schlechteste Saisonleistung.

Foto: Getty Images

Düsseldorf.  Sieben Mal Note 5 für das Team von Borussia Mönchengladbach nach der bitteren 1:3-Pleite im Derby gegen Fortuna Düsseldorf. Die Einzelkritik.

Mit 1:3 (0:3) hat Borussia Mönchengladbach das kleine Derby am Rhein gegen Fortuna Düsseldorf verloren – und damit erneut wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Ränge liegen lassen. Nach einer völlig verschlafenen Anfangsphase wachte die Elf von Trainer Dieter Hecking erst in der zweiten Hälfte auf, kam aber nur noch zu einem späten Ehrentreffer durch den eingewechselten Denis Zakaria (83.).

Die Gladbach-Spieler in der Einzelkritik:

Yann Sommer: Gladbachs Schlussmann konnte einem beinahe leidtun: Der Schweizer musste in der Anfangsviertelstunde gleich drei Mal hinter sich greifen, bei allen Gegentreffern wurde er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen – und war demnach ohne Chance. Erst in der 38. Minute konnte er den ersten Ball festhalten, den satten Distanzschuss von Düsseldorfs Kevin Stöger hatte er im Nachfassen. Note: 4

Fabian Johnson: War an allen drei Gegentoren maßgeblich beteiligt: Konnte beim 0:1 die Flanke durch Düsseldorfs Benito Raman nicht verhindern, kam beim 0:2 durch Kevin Stöger den entscheidenden Schritt zu spät – und leitete nur vier Minuten später den dritten Gegentreffer ein, weil er die Kugel vor dem rechten Strafraumeck der Borussia vertendelte. Zeigte keine Präsenz in den Zweikämpfen und fand erst im zweiten Durchgang ab und an den Vorwärtsgang. Note: 5

Matthias Ginter: Machte beim Führungstor durch Rouwen Hennings (6.) eine äußerst unglückliche Figur, weil er zwar richtig stand, den Ball aber nicht stoppen konnte. In der Spieleröffnung vor allem in Halbzeit eins ideenlos, darüber hinaus mit vielen Fehlern im Aufbauspiel. Erst in der zweiten Hälfte bekam er Düsseldorfs Angreifer besser in den Griff – und tat etwas mehr für das Spiel nach vorn. Note: 5

Nico Elvedi: Spielte in Halbzeit eins gefühlt mehr Bälle zum eigenen Torhüter als nach vorn. Sah in vielen Eins-zu-eins-Situationen gegen die quirlige Düsseldorfer Offensive keinen Stich und stand zeitweise völlig neben sich. Ähnlich wie sein Abwehrkollege Ginter ohne jede Inspiration im Aufbauspiel. Note: 5

Oscar Wendt: Beim 2:0 der Fortuna war der Schwede weit aufgerückt und konnte Düsseldorfs Raman nur noch hinterherlaufen. Sah gegen den pfeilschnellen Außenspieler ein ums andere Mal schlecht aus. Offensiv konnte er weder mit Flanken noch mit Freistößen für echte Gefahr sorgen. Für den 33-Jährigen war es ein Tag zum Vergessen. Note: 5

Florian Neuhaus: Hatte in der 13. Minute den Anschlusstreffer auf dem Fuß, als sein schöner Schlenzer nur an die Latte klatschte. War zu Beginn der Einzige, der es überhaupt mit Pässen in die Tiefe probierte – und gehörte zu den wenigen Borussen, die sich auch nach dem 0:3-Rückstand noch wehrten. Wirkte gegen seinen Ex-Klub hier und da sogar übermotiviert: In der 40. Minute mit einem rüden Foul gegen Kevin Stöger, für das er mit der Gelben Karte noch gut bedient war. Blieb nach der Pause sicherheitshalber in der Kabine. Note: 4

Tobias Strobl: Forderte im Zentrum viele Bälle, wusste dann aber wenig damit anzufangen. So spielte er mit den Gladbacher Innenverteidigern etliche Bälle ideenlos hin und her. In der 23. Minute konnte er den starken Hennings nicht an einem Schuss ans Außennetz hindern. Nach der Pause mit mehr Aktionen nach vorne, darunter ein schöner Chip-Ball auf Herrmann (68.), den dieser jedoch nicht verwerten konnte. Holte sich in der 79. Minute für ein Frustfoul Gelb ab. Note: 4

Jonas Hofmann: Blieb über weite Strecken der Partie unauffällig, war zeitweise überhaupt nicht ins Spiel der Gladbacher eingebunden. Bezeichnend eine Szene in der 30. Minute: Einen aussichtsreichen Freistoß an der Düsseldorfer Strafraumgrenze wollte Stindl da schnell auf Hofmann ausführen, doch der ließ den Ball völlig perplex ins Toraus kullern. Erzielte in der 87. Minute das vermeintliche 2:3, stand zuvor aber im Abseits. Note: 5

Thorgan Hazard: War heute mit den Gedanken überall, nur nicht auf dem Platz. Auf seiner rechten Seite blieb der sonst so quirlige Belgier völlig wirkungslos, dribbelte sich ein ums andere Mal in der dichten Fortuna-Abwehr fest. Zudem mit überaus schwacher Zweikampfbilanz. Wirkte zunehmend lustlos, wartete allerdings auch vergeblich auf gute Zuspiele. Schon in der 41. Minute hatte Gladbachs Trainer Dieter Hecking genug gesehen und wechselte den 26-Jährigen aus. Note: 5,5

Alassane Plea: War über die linke Seite bemüht, aber blieb zumeist ohne Durchschlagskraft. Hatte gegen Suttner und Stöger einen schweren Stand, wenngleich er noch einer der wenigen Aktivposten im Spiel der Borussia war. Holte sich die Bälle teils weit hinten ab, konnte sich dann aber nur selten bis in den Strafraum durchtanken. In der 58. Minute sah der Angreifer nach einem Ellenbogenschlag gegen Bodzek völlig zurecht die Gelbe Karte. Note: 4

Lars Stindl: Konnte in der ersten Hälfte kaum einen Ball festmachen, spielte zudem viele Fehlpässe. Bezeichnend für die harmlose Vorstellung sein schlechter Freistoß aus aussichtsreicher Position in der 20. Minute. Immerhin: Die Einstellung stimmte. Auch wenn er sich oder seine Mitspieler kaum einmal entscheidend in Szene setzen konnte, gehörte er an diesem rabenschwarzen Tag noch zu den besseren Borussen. Note: 4

Patrick Herrmann (ab 41. für Hazard): Kam noch in der ersten Hälfte für den enttäuschenden Hazard und machte auf seiner rechten Seite sofort Dampf. Kurz vor der Pause mit einer schönen Flanke auf Plea, der die daraus resultierende Torchance allerdings ungenutzt ließ. Musste in der 53. Minute nach schöner Vorarbeit von Stindl den Anschlusstreffer machen, verzog allerdings knapp. Note: 3,5

Denis Zakaria (ab 46. für Neuhaus): Sorgte gemeinsam mit Patrick Herrmann für etwas mehr Schwung, biss sich an der dicht stehenden Fortuna-Abwehr aber häufig die Zähne aus. In der 83. Minute markierte er nach unfreiwilliger Vorlage von Robin Bormuth den Ehrentreffer zum 1:3. Note: 3,5

Raffael (ab 69. für Johnson): War eine kleine Belebung für die bis dahin völlig uninspirierte Borussia-Offensive, konnte aber letztlich nur selten Gefahr heraufbeschwören. Sein Torschuss in der 82. Minute nach schönem Sololauf landete nur auf dem Außennetz. ohne Note

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