Fan-Ärger

Gladbach-Trainer Hecking nennt Fan-Eklat "bedenklich"

Gesprächsbedarf: Gladbachs Kapitän Lars Stindl (r.), Matthias Ginter (2.v.r.) und Christoph Kramer diskutieren nach dem 2:1 über Hertha BSC mit einem Fan.

Foto: Firo

Gesprächsbedarf: Gladbachs Kapitän Lars Stindl (r.), Matthias Ginter (2.v.r.) und Christoph Kramer diskutieren nach dem 2:1 über Hertha BSC mit einem Fan.

Mönchengladbach.   Nach dem 2:1 über Hertha pöbeln Gladbach-Fans im Innenraum Torwart Sommer an. Schiedsrichterin Steinhaus wird beleidigt. Hecking übt Kritik.

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Im ZDF-Sportstudio am Samstagabend sagte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl einen Satz, der vieles erklärt, aber nicht alles rechtfertigt: „Emotionen kann man nicht abstellen.“ Beim schmeichelhaften 2:1 (0:1)-Heimsieg der Fohlen über Hertha BSC, dem dritten Sieg im zwölften Rückrundenspiel, zielten die Emotionen einiger Gladbacher Anhänger von der stimmgewaltigen Nordtribüne in eine völlig falsche Richtung. Weder die zwischenzeitlichen Beleidigungen gegen die tadellos leitende Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus waren hinnehmbar, noch die verbalen Attacken auf Torhüter Yann Sommer nach dem Abpfiff.

Auge in Auge vor der Nordtribüne

Der Schweizer sah sich nach dem Spielende vor der Nordtribüne Auge in Auge mit einigen Anhängern, die in den Innenraum eingedrungen waren und dem WM-Starter mit erhobenem Zeigefinger ihre Sicht der Dinge klarmachten. Was allein schon Fragen an einen mindestens unaufmerksamen Ordnungsdienst aufwirft.

Trainer Dieter Hecking übte scharfe Kritik: „Solche Vorkommnisse sind sehr bedenklich und haben in unserem Stadion nichts zu suchen.“ Sportdirektor Max Eberl betonte: „Wir müssen uns als Verein bei Bibiana Steinhaus entschuldigen. Das Spiel haben wir dreckig gewonnen, keine Frage. Aber deswegen müssen wir uns nicht rechtfertigen.“

Kapitän Lars Stindl, der am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in München wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt ausfällt, versuchte die Schärfe zumindest aus der Tribünenzaun-Diskussion zu pusten: „Einigen Fans hat das Spiel anscheinend nicht so gut gefallen, darüber gab es einen kleinen Disput.“

Die Zeiten in Gladbach sind unruhig. Das hat vor allem mit den zu oft wenig erbaulichen Darbietungen der Fohlen zu tun, die sich am Samstag mindestens 70 Minuten lang frei jeglicher Spielkultur über den Platz geschleppt hatten.

"Hecking-raus"-Rufe

Neben Pfiffen gab es auch klar vernehmbare „Hecking raus“-Rufe. Zwei Treffer des eingewechselten Belgiers Thorgan Hazard aber ließen einen gründlich verkorksten Auftritt noch mit einem ordentlichen Applaus enden. Doch einige Anhänger spielten da nicht mit.

Hazards Foulelfmeter zum 2:1 nach berechtigtem Videobeweis-Entscheid wurde mit den üblichen „Scheiß, DFB!“-Sprechchören belegt. Ebenso das aberkannte 1:1 von Patrick Herrmann nach einer Abseitsstellung von Flankengeber Hazard per Millimeter-Entscheid aus Köln. Zu viele Videoprüfungen fielen bislang gegen die Gladbacher aus – so ist jedenfalls die Gefühlslage der Anhänger, die sich grundsätzlich eines ungebremsten Torjubels beraubt fühlen. Man kann sich ja nie sicher sein, ob nicht aus Köln ein Veto-Signal das Ohr des Unparteiischen erreicht.

Hazard wie Ibrahimovic

Doppeltorschütze Thorgan Hazard ließ das Drumherum kalt. Der belgische Nationalspieler, der erstmals in dieser Saison in die Jokerrolle musste, freute sich mit einem ungewöhnlichen Vergleich über seine Treffer: „Ich habe es gemacht wie Zlatan neulich mit LA Galaxy – von der Bank kommen und mit zwei Toren ein Spiel gewinnen.“

Allein der Größenunterschied zu Ibrahimovic von 21 Zentimetern ließ den Vergleich schräg wirken. Hazard schob denn auch schmunzelnd nach: „Es war eben das gleiche Tor-Szenario, aber ganz so gut wie Zlatan bin ich natürlich nicht.“ Sonst würde Hazard vermutlich auch nicht mehr in Gladbach spielen.

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