Gladbach

Gladbach-Fans bedrängen Spieler nach Spiel im Innenraum

Einige Fans drängten nach Spielschluss in den Innenraum und diskutierten mit den Spielern. Hier mit Yann Sommer (Mitte) und Lars Stindl.

Einige Fans drängten nach Spielschluss in den Innenraum und diskutierten mit den Spielern. Hier mit Yann Sommer (Mitte) und Lars Stindl.

Foto: dpa

Mönchengladbach.  Nach dem 2:1-Erfolg der Gladbach drängten einige Anhänger in den Innenraum. Dieter Hecking: "Das hat in unserem Stadion nichts zu suchen.”

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Der Fußball-Nachmittag im Borussia-Park nahm einen überaus seltsamen Verlauf. Da hatten spielschwache, ohne Selbstvertrauen agierende Gladbacher das Bundesliga-Heimtreffen mit Hertha BSC durch zwei Treffer des eingewechselten Thorgan Hazard noch glücklich in einen 2:1 (0:1)-Heimsieg gedreht. Und trotzdem kam es nach dem Schlusspfiff vor der Nordkurve zu wenig erbaulichen Szenen. Einige Zuschauer hatten den Weg in den Innenraum gefunden, gingen verbal und fast Auge in Auge Torhüter Yann Sommer an. Der frisch erkämpfte Sieg hatte den offenbar aufgestauten Frust der vergangenen Erfolglos-Wochen nicht weggespült.

Wer da möglicherweise eine Zauntür vor der Nordtribüne für vereinzelte Kritiker geöffnet hatte, wollte hinterher niemand sagen. Man darf davon ausgehen, dass es Nachfragen beim Sicherheitsdienst geben wird. Trainer Dieter Hecking jedenfalls empfand die Szenen als “sehr bedenklich. Das hat in unserem Stadion nichts zu suchen”. Kapitän Lars Stindl sprach von “einem Disput mit Fans”: “Es wurde über die Art und Weise des Spiels diskutiert. Ich denke aber, dass wir uns nicht für den Sieg entschuldigen müssen. 70 Minuten waren von uns sicher nicht optimal, am Ende aber haben Wille und Einsatzkraft für uns entschieden.”

Auch eine Menge Fortune war nötig. Die Herthaner hätten längst auf 2:0 oder 3:0 stellen müssen, bevor überhaupt die Gladbacher mit Thorgan Hazards Beinschuss gegen Torhüter Rune Jarstein eine Viertelstunde vor dem Ende ausglichen. Hazards verwandelter Foulelfmeter nach Videobeweis - Fabian Lustenberger hatte Nico Elvedi im Berliner Strafraum von den Beinen geholt - zum 2:1 für die Borussia verhagelte Hertha-Trainer Pal Dardai endgültig die Stimmung: “Es war mehr drin, aber schönreden bringt uns nicht weiter.” Mehr knurrte der Ungar nicht hervor.

Hecking: “Wenn das 2:0 für Hertha fällt, dann weiß ich, was hier los ist”

Kollege Dieter Hecking konnte wegen des Sieges auch nicht so recht strahlen: “Wenn das 2:0 für Hertha fällt, dann weiß ich, was hier los ist.”

Sein taktisches Vorhaben scheiterte nach nur einer Halbzeit, der Mannschaft ein 3-5-2 im Rückwärtsgang sowie die Rautenformation in der Offensive an die Hand zu geben. Die Gladbacher kamen damit nicht klar und legten den defensivstarken Gästen obendrein das Führungstor in der 40. Minute auf. Verteidiger Jannik Vestergaard lenkte eine Rückgabe am herauslaufenden Torhüter Yann Sommer vorbei. Herthas Ivorer Salomon Kalou schob ungehindert zum 1:0 ein.

Salou und auch Alleinangreifer Davie Selke hätten dann nach der Halbzeit die Partie zugunsten der Berliner entscheiden müssen. Taten sie aber trotz klarster Chancen nicht.

Und Gladbach kam zurück, als sich unter die Pfiffe der Zuschauer die ersten zarten “Hecking raus!”-Rufe mischten.

Das schmeichelhafte Erfolgserlebnis lässt die Borussen zumindest wieder bis auf zwei Punkte an die siebtplatzierten Hoffenheimer rücken. Lässt die TSG in Frankfurt am Sonntag (18 Uhr/Sky) die Punkte liegen, wäre Gladbach zumindest faktisch wieder zurück im Kampf um einen internationalen Startplatz.

Lars Stindl kassiert die fünfte Gelbe Karte

Realistisch betrachtet bleibt die Aufgabe überaus schwer. Kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) geht es bei Meister Bayern München darum, nicht unter die Räder zu kommen. Kapitän Lars Stindl wird dann in der Offensive nicht helfen können. Der Nationalspieler kassierte gegen Hertha in der Nachspielzeit seine fünfte Gelbe Karte und ist deshalb gesperrt. Stindl: “Das ist betrüblich, aber nicht zu ändern. Wir mussten in der Endphase des Spiels aggressiver reingehen, um den Sieg zu sichern.” Und zwar einen wichtigen Sieg für die Psyche.

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