Borussia Mönchengladbach

Warum Borussia Mönchengladbach auf der Stelle tritt

Zweikampf in luftiger Höhe: Gladbachs Jonas Hofmann (l.) und Wolfsburgs Jerome Roussillon

Zweikampf in luftiger Höhe: Gladbachs Jonas Hofmann (l.) und Wolfsburgs Jerome Roussillon

Foto: DeFodi images / Getty Images

Mönchengladbach.  Die Borussia ist nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg enttäuscht. Jetzt fordert Trainer Rose mehr Mut in der Champions League bei Inter Mailand.

Die Babypause für Alassane Pléa war von kurzer Dauer. Schon am Sonntagmorgen sollte der Angreifer von Borussia Mönchengladbach wieder ins Training einsteigen, um sich mit seiner Mannschaft auf das Auftaktspiel in der Champions League bei Inter Mailand (Mittwoch, 21 Uhr/DAZN) vorzubereiten. Am Samstag hatte Trainer Marco Rose dem 27 Jahre alten Franzosen kurzfristig freigegeben, nachdem dieser in der Nacht zuvor erstmals Papa geworden war.

Als Rose auf der Pressekonferenz nach dem 1:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg auf seine Personalplanung für das Duell mit dem italienischen Spitzenklub angesprochen wurde, lachte der Trainer. „Das Baby ist ja jetzt da. Nun könnte er auch langsam wieder Fußball spielen“, sagte der 44-Jährige. Pléa soll in der Königsklasse natürlich wieder dabei sein.

Weghorst nutzt Gladbacher Unaufmerksamkeit

Ohne den Stürmer, der zwei Wochen zuvor im rheinischen Derby beim 1. FC Köln (3:1) noch getroffen hatte, verpassten die Gladbacher am vierten Bundesliga-Spieltag den zweiten Saisonsieg. Im September hatten sie sich im Borussia-Park bereits trotz Führung mit 1:1 von Union Berlin getrennt. Nun reichte der Treffer von Jonas Hofmann per Foulelfmeter (78.) im eigenen Stadion wieder nicht für drei Punkte, weil Wout Weghorst eine Unachtsamkeit in der Gladbacher Defensive noch ausnutzte (85.). Roses Mannschaft findet sich mit fünf Punkten vorerst im Tabellenmittelfeld wieder – und tritt dort mehr oder weniger auf der Stelle.

Was vor allem daran liegt, dass die Abwehr in entscheidenden Situationen nicht konsequent genug agiert. Die Borussen suchen ihrem gesamten Ansatz entsprechend oft spielerische Lösungen. Rose stellte fest, dass seine Defensiv-Akteure einen Ball auch mal „humorlos klären“ müssten, um eine Führung über die Zeit zu bringen. „Wir sind nicht zufrieden mit dem Punkt“, sagte der Trainer. „Wenn wir spät 1:0 führen, wäre es auch mal wichtig, dass wir es zu Ende verteidigen.“ Zugleich befand Rose: „Meine Mannschaft hat viel investiert. Die Leistung war in Ordnung.“

onas Hofmann und Florian Neuhaus überzeugen

In der ersten Halbzeit überzeugten vor allem Jonas Hofmann und Florian Neuhaus, die beide am 7. Oktober in Köln beim Länderspiel gegen die Türkei (3:3) ihr Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gefeiert hatten. Sie waren an vielen Aktionen beteiligt, setzen die Wolfsburger immer wieder unter Druck und kamen so auch zu Chancen.

Breel Embolo, der nach seiner Sprunggelenk-Verletzung erstmals in dieser Bundesliga-Saison von Beginn an spielte, zeigte sich derweil engagiert, nahm auch ohne Ball weite Wege in Kauf, blieb im Abschluss allerdings erfolglos. Der Ex-Schalker war für Pléa in die Anfangsformation gerückt. Embolo benötigt vermutlich noch etwas Zeit, um wieder richtig in den Rhythmus zu finden.

Angesichts der Wolfsburger Tormöglichkeiten in der zweiten Hälfte wertete Rose das 1:1 als „leistungsgerechtes Unentschieden“. Wolfsburg habe „noch einmal Druck gemacht und alles nach vorne geschmissen. Das Spiel grundsätzlich war sehr intensiv“. Im Duell mit den Niedersachsen bekam Rechtsverteidiger Stefan Lainer, der zuvor mit der österreichischen Nationalmannschaft unterwegs gewesen war, einen Schlag aufs Knie. Sein Einsatz in Mailand dürfte aber nicht gefährdet sein.

„Müssen extrem mutig spielen“

Im Spiel bei Inter, das am Samstag das Stadtderby gegen AC Mailand mit 1:2 verlor, fordert Rose nun einen selbstbewussten Auftritt seines Teams: „In Mailand wird es wichtig sein, dass wir extrem mutig Fußball spielen.“ Und, wenn es nötig ist, sich womöglich in der Defensive auch rigoroser als zuletzt zu präsentieren.

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