Mönchengladbach. Gladbach hat drei der vergangenen vier Spiele gewonnen. Nach dem 4:0 gegen Wolfsburg beschrieb Trainer Seoane einen besonderen Fortschritt.

Trainer Gerardo Seoane hatte in den vergangenen Wochen stets darauf verwiesen, dass sich die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach in einem Entwicklungsprozess befinde. Angesichts des großen Kaderumbruchs forderte der Schweizer immer wieder Geduld ein. Der Auftritt seines Teams am Freitagabend beim 4:0 (2:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg darf allerdings als ein bedeutender Schritt nach vorne interpretiert werden.

„Es war eine Leistung mit großem Engagement, mit großer Laufbereitschaft“, lobte Seoane. „Wir haben die Zweikämpfe angenommen, sehr gut umgeschaltet, sowohl mit unseren Flügelverteidigern als auch mit unseren beiden Spitzen.“ Gladbach profitierte dabei auch von Wolfsburger Patzern. „Natürlich wissen wir, dass der Spielverlauf komplett für uns war, dass wir in schwierigen Momenten die Fehler sehr gut ausgenutzt haben und sehr effizient waren.“

Reitz und Honorat mit Premieren-Treffern

Wie in der 42. Minute, als Rocco Reitz einen Fehlpass von VfL-Torwart Koen Casteels zum 2:0 nutzte. Die weiteren Treffer durch Tomas Cvancara (16.), Franck Honorat (64.) und Alassane Pléa (71.) führten zu einem überraschend deutlichen Sieg. Allerdings lieferten die Gladbacher gegen Wolfsburg auch ihr bisher mit Abstand bestes Spiel der Saison ab.

Derzeit in starker Form: Gladbach-Stürmer Alassane Pléa, der hier seinen Treffer zum 4:0 bejubelt.
Derzeit in starker Form: Gladbach-Stürmer Alassane Pléa, der hier seinen Treffer zum 4:0 bejubelt. © firo | Jürgen Fromme

Vorne harmonierten Alassane Pléa und Tomas Cvancara als Doppelspitze, dahinter überzeugten Franck Honorat, Rocco Reitz, Manu Koné und Luca Netz. Gladbach agierte kompakt, blieb im vierten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen − und beendete erstmals in dieser Saison eine Partie ohne Gegentor. In der Vorwoche hatten die Borussen nach einer 3:1-Führung in Freiburg noch in letzter Minute das 3:3 hinnehmen müssen. Diesmal gelang es ihnen, die drei Punkte mit einem klaren Ergebnis in der Hand zu halten.

BVB wartet nach der Länderspielpause

„Resultate unterstützen immer. Sie geben auch Vertrauen in die ganze Arbeit“, sagte Seoane, der einen besonderen Fortschritt in der Mannschaft wahrgenommen hat. Nach der Derby-Pleite beim 1. FC Köln (1:3) habe „eine extreme Reaktion stattgefunden im Team in puncto Energie und Kommunikation, nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Die Mannschaft hat begonnen, selbst Verantwortung in Prozessen zu übernehmen. Das gefällt uns. Und das ist ein Weg, den wir weiterhin antreiben wollen.“

Feiert sein erstes Bundesliga-Tor: Gladbach-Talent Rocco Reitz.
Feiert sein erstes Bundesliga-Tor: Gladbach-Talent Rocco Reitz. © firo | Jürgen Fromme

Gladbach hat nach elf Spielen 13 Punkte auf dem Konto und steht zudem im DFB-Pokal-Achtelfinale, bei dem erneut Wolfsburg im Borussia-Park antreten muss (5. Dezember, 20.45 Uhr). Zunächst folgt jetzt die Länderspielpause, am 25. November (15.30 Uhr/Sky) kommt es dann zum Borussen-Duell. Gladbach wird beim Vizemeister in Dortmund natürlich vor einer großen Prüfung stehen. Doch auch dort ist mit Blick auf die jüngste Leistung gegen Wolfsburg ein weiterer Schritt in der Entwicklung möglich.