Kommentar

Ärger in Mönchengladbach: Wann ist Hand denn wirklich Hand?

Benjamin Cortus kontrolliert in Mönchengladbach die strittige Szene.

Benjamin Cortus kontrolliert in Mönchengladbach die strittige Szene.

Foto: firo

Mönchengladbach.  Erneut beeinflusste ein nicht gegebener Elfmeter eine Partie von Borussia Mönchengladbach: Diesmal ging es um ein Handspiel. Ein Kommentar.

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Die Gladbacher vermeiden in dieser Saison öffentlich fast alles, um auch nur ja nicht den Anschein zu erwecken, sie würden von der Schiedsrichter-Zunft benachteiligt. Langsam allerdings fällt es selbst Cheftrainer Dieter Hecking schwer, die Contenance zu bewahren. Der betonte nach dem 2:2 gegen Bremen nur noch, er müsse sich die eine oder andere Szene noch einmal genauer anschauen. Als jene kniffligen im Bremer Strafraum.

Bremens Eggestein vergrößerte seine Körperfläche

Auch wenn die Gladbacher Leistung in der zweiten Halbzeit dürftig war und die Punkteteilung am Ende voll in Ordnung ging: Erneut beeinflusste ein nicht gegebener Elfmeter maßgeblich eine Partie der Fohlenelf. Wie schon gegen Schalke (1:1), in Köln (1:2) oder auch in Frankfurt (0:2).

Fast so schlimm wie der ausgebliebene Pfiff: Schiedsrichter Benjamin Cortus wertete kurz nach der Pause das glasklare Handspiel von Maximilian Eggestein im Strafraum selbst nach Videostudium nicht als solches, obwohl der Bremer beim Kopfball von Jonas Hofmann den Arm auf Schulterhöhe angewinkelt, seine Körperfläche vergrößert und so das 3:0 für die Borussia verhindert hatte.

Hinterher stellten sich die Gladbacher Fußballprofis frustriert die berechtigte Frage, wie denn nun eigentlich die Handspielregel zu verstehen sei. Allein des Sünders Absicht, die in vielen Fällen ja nicht erkennbar oder nachprüfbar ist, dürfe als Kriterium für einen Handelfmeter nicht herhalten.

Mit dem Handspiel im Strafraum ist das mittlerweile so wie mit dem Einsatz des Video-Assistenten: Es gibt keine klare Regel, deshalb legt jeder Unparteiische die Entscheidung so aus, wie er es für richtig hält.

Vor der Saison war den Bundesligaspielern vermittelt worden, dass ein Handspiel auch dann vorläge, wenn in einer Szene im Strafraum die eigene Körperfläche durch Einsetzen der Arme vergrößert würde und ein selbst aus kurzer Distanz geschossener Ball dann gegen Hand oder Arm fliegt. Am Freitagabend konnte sich Benjamin Cortus an diese Regelauslegung offenbar nicht mehr erinnern.

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