Fußball-Bundesliga

100 Tage unter Hecking: Gladbach verscheucht Auswärtsfluch

Kann mit seiner Bilanz bei Borussia bisher zufrieden sein: Trainer Dieter Hecking.

Foto: Marius Becker/dpa

Kann mit seiner Bilanz bei Borussia bisher zufrieden sein: Trainer Dieter Hecking. Foto: Marius Becker/dpa

Mönchengladbach.   Die Bilanz von Dieter Heckings ersten 100 Tagen am Borussia-Park: sieben Siege und nur eine Niederlage in elf Auswärtspflichtspielen.

Der Amtsantritt von Dieter Hecking als Cheftrainer bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach ist am Karfreitag 100 Tage her. Die Fohlen sind zwar unter dem 52-jährigen Westfalen aus der Europa League ausgeschieden. Das unglückliche Aus gegen Schalke 04 (1:1, 2:2) nach einem zweifelhaften Handelfmeter stellt aber den einzigen Minuspunkt im Zwischenzeugnis des Trainers dar. Zehn Siege und nur vier Niederlagen in 18 Pflichtspielen unterstreichen, dass sich der Wechsel von André Schubert zu Dieter Hecking ausgezahlt hat.

Fünf Faktoren haben dazu geführt, dass Gladbach im DFB-Pokal-Halbfinale steht und als Tabellenachter eine Chance auf einen Startplatz in der Europa League besitzt:

Systemfrage: Die totale Flexibilität unter Schubert hatte die Borussen vor Weihnachten sehr verunsichert. Hecking setzt auf ein stabiles 4-4-2, wechselte bisher selten auf ein 4-2-3-1. Die unter Schubert praktizierte Dreierkette in der Abwehr, die für Offensivfußball, aber auch für viele Gegentore stand, ist kein Thema mehr.

Abwehrstabilität: Hecking setzte defensiv mit dem 0:0 in Darmstadt Mitte Januar auf einen festen Siebener-Verbund. Torhüter Yann Sommer ließ die patzerreiche Hinrunde hinter sich, davor standen innen Jannik Vestergaard und Andreas Christensen sowie außen Oscar Wendt und Tony Jantschke sicher. Neben Mahmoud Dahoud war Weltmeister Christoph Kramer bis zu seinem Innenbandanriss im Knie als Abräumer auf der „Sechs“ unterwegs. Folge: nur elf Gegentore in zwölf Bundesliga-Spielen.

Auswärtsfluch: Gab es je einen? Die penetrante Erfolglosigkeit unter Schubert scheint weit weg angesichts der Gladbacher Aufholjagden in Leverkusen (3:2 nach 0:2) oder in Florenz (4:2 nach 0:2) unter Hecking. Dessen Reisebilanz vor dem Hoffenheim-Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky): sieben Siege und nur eine Niederlage (1:2 in Hamburg) in elf Pflichtspielen. Mutiger Offensivfußball hat ängstliches Abwarten in den meisten Auswärtsspielen abgelöst.

Kapitänsrolle: „Alle müssen sich steigern, ich auch“, kündigte Lars Stindl im Interview mit dieser Zeitung vor dem ersten Pflichtspiel unter Dieter Hecking an. Borussias Kapitän hatte keine Worthülsen in die Welt gesetzt. Gladbachs Angriffschef sorgte mit zwei Treffern in Leverkusen am ersten Rückrundenspieltag für die Wende und traf in 14 Pflichtspielen insgesamt neunmal. Was Trainer Hecking dazu veranlasste, den Badenser bei Bundestrainer Joachim Löw zu empfehlen.

Spielmacherrolle: Mahmoud Dahoud war unter Ex-Trainer Schubert in die zweite Reihe geraten. Der Wechsel an der Seitenlinie tat auch dem Selbstvertrauen des 21-jährigen Supertechnikers gut, der aus dem defensiven Mittelfeld heraus Gladbachs Spiel lenkt. Und zwar so gut, dass sich Borussia Dortmund ab Sommer auf die Dienste des Deutsch-Syrers freuen darf.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik