Frauenfußball

10:0 - DFB-Frauen tanken beim Neustart Selbstvertrauen

Traf dreimal für das deutsche Team: Alexandra Popp (Mitte).

Traf dreimal für das deutsche Team: Alexandra Popp (Mitte).

Foto: firo

Kassel.  Zwei Monate nach dem WM-Aus gelang Deutschlands Fußballfrauen ein 10:0-Erfolg in der EM-Qualifikation gegen Aufbaugegner Montenegro.

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Standing Ovations und ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer auf den Rängen in Kassel: Gut zwei Monate nach dem Aus bei der Weltmeisterschaft in Frankreich haben die deutschen Fußballerinnen beim Start in die EM-Qualifikation wieder Begeisterung entfacht. Mit Spielfreude und Traumtoren bekämpften die DFB-Frauen gegen Aufbaugegner Montenegro erfolgreich den WM-Frust und setzten auf dem Weg zur Endrunde in England mit dem 10:0 (5:0)-Erfolg ein erstes Ausrufezeichen.

Alexandra Popp gelingt Dreierpack in der ersten Hälfte

„Uns war bereits vor der WM klar, dass es mit der Mannschaft ein Prozess ist“, sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg: „Deshalb geht es auch in solchen Partien darum Selbstvertrauen zu tanken und eine gewisse individuelle Verunsicherung zu lösen.“ Bei Kapitänin Alexandra Popp war von Verunsicherung nichts zu spüren, die Angreiferin führte ihr haushoch überlegenes Team mit einem Dreierpack (8., 24., 38.) zum gelungenen Neustart.

„Insgesamt war es ein sehr ordentliches Spiel von uns. Mit mehr Bewegung und schnellerem Spiel hätten wir aber schon noch das eine oder andere Tor mehr machen können“, gab sich die 28-Jährige dennoch durchaus kritisch. Neben Popp trugen sich Svenja Huth (3.), Youngster Klara Bühl (34./59.), Sara Doorsoun (53.), Turid Knaak (54.), Lea Schüller (84.) und Linda Dallmann (88.) bei sommerlicher Mittagshitze in die Torschützenliste ein.

Am Sonntag fliegen die Olympiasiegerinnen in die Ukraine, wo am Dienstag (16.00 Uhr/ZDF) mit dem Auswärtsspiel in Lwiw der wohl anspruchsvollste Prüfstein der Gruppe I ansteht. Die weiteren Gegner sind Griechenland und Irland.

6275 Zuschauer im Auestadion, darunter DFB-Direktor Oliver Bierhoff, sahen ein Spiel auf ein Tor. Montenegro verschanzte sich am eigenen Strafraum - und schon nach 136 Sekunden musste Torhüterin Ivana Cabarkapa erstmals hinter sich greifen, weil Huth nach einem Eckball aus kurzer Distanz traf und den Torreigen eröffnete.

Merle Frohms vertrat Almuth Schult im Tor

Voss-Tecklenburg setzte gegen die Nummer 98 der Welt auf eine verjüngte Startelf und veränderte vor allem die Abwehr. Rechts verteidigte Knaak, in der Zentrale lief die 17-jährige Lena Oberdorf an der Seite von Doorsoun auf. Weil Carolin Simon ihr Heimspiel in Kassel wegen Magenbeschwerden verpasste, wechselte Giulia Gwinn auf die linke Defensivseite.

Vier Tage nach einer ausführlichen und selbstkritischen WM-Aussprache legte das DFB-Team viel Spielwitz an den Tag, ohne jedoch ernsthaft geprüft zu werden. Merle Frohms vom SC Freiburg, die die an der Schulter verletzte Almuth Schult im deutschen Tor vertrat, konnte sich in ihrem fünften Länderspiel daher nicht auszeichnen. Die 18-jährige Bühl und Doorsoun durften dagegen ihre Premierentreffer feiern.

Durch das Viertelfinal-Aus gegen Schweden (1:2) bei der WM in Frankreich hatte der zweimalige Weltmeister die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio verpasst. Somit hat Voss-Tecklenburg nun 22 Monate Zeit, bis zur EM im Mutterland des Fußballs an der Titelreife ihres Teams zu tüfteln. (sid)

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