Bundesliga

Vor Karneval herrscht bei Fortuna Düsseldorf große Unruhe

Arbeiten nicht mehr zusammen: Trainer Friedhelm Funkel wurde entlassen, Sportvorstand Lutz Pfannenstiel verlässt Fortuna Düsseldorf zum Saisonende.

Arbeiten nicht mehr zusammen: Trainer Friedhelm Funkel wurde entlassen, Sportvorstand Lutz Pfannenstiel verlässt Fortuna Düsseldorf zum Saisonende.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorfs Sportvorstand Lutz Pfannenstiel kündigt seinen Abschied an. Ex-Profi Thomas Allofs befürchtet negative Auswirkungen.

senmontag rückt näher. Also war es für Fortuna Düsseldorf an der Zeit, den neuen Karnevalswagen zu präsentieren. Auf Instagram zeigte der Fußball-Bundesligist Fotos des jecken Gefährts. An den Außenwänden hängen Bilder, die wichtige Momente der Klubgeschichte zeigen. Das verlorene Finale im Europapokal der Pokalsieger 1979 gegen den FC Barcelona. Der Relegationserfolg 2012 plus Trubel um den ausgebuddelten Elfmeterpunkt. Die Zweitligameisterschaft 2018 mit Rouwen Hennings’ Hand an der Schale.

Pfannenstiel geht aus privaten Gründen

Würde der Klub die Reihe um ein aktuelles Bild ergänzen, wären darauf ratlose Gesichter zu erkennen. Denn rund um Altweiber herrscht Unruhe bei Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer sind in der Rückrunde sieglos und stehen auf Relegationsplatz 16. Aufstiegstrainer Friedhelm Funkel musste bereits gehen und wurde durch Uwe Rösler ersetzt. Und am Dienstag kündigte Sportvorstand Lutz Pfannenstiel noch seinen Rücktritt zum Saisonende an. „Es sind ausschließlich private Gründe, die es mir nicht möglich machen, meinen Vertrag bei der Fortuna über diese Saison hinaus zu erfüllen“, sagte Pfannenstiel. Der 46-Jährige hat keine Ausrede gesucht. Private Gründe haben nach Informationen dieser Redaktion tatsächlich den Ausschlag gegeben.

Der Zeitpunkt, den Pfannenstiel für die Bekanntgabe wählte, verwundert viele, die an der Fortuna hängen. Etwa Thomas Allofs. Der gebürtige Düsseldorfer bestritt in seiner Karriere 211 Pflichtspiele für Fortuna, erzielte dabei 70 Tore. Später gehörte Allofs dem Vorstand des Klubs an. 2013 schied er aus dem Gremium aus. Zur aktuellen Situation hat er eine klare Meinung. „Es ist für mich etwas befremdlich, dass der Rücktritt jetzt schon verkündet wurde“, sagt der 60-Jährige. „Somit bleibt es im Klub unruhig.“

Was Allofs positiv bewertet, ist die Nachfolgeregelung. Uwe Klein übernimmt zum 1. Juni Lutz Pfannenstiels Aufgaben. Aktuell ist der 50-Jährige als Kaderplaner und Chefscout im Klub, von 2002 bis 2014 war er Co-Trainer. „Er kennt sich aus und hat sich für höhere Aufgaben empfohlen“, sagt Allofs.

Fortuna Düsseldorf: Lukebakio und Raman sind weg

So war Uwe Klein maßgeblich an der Verpflichtung von Dodi Lukebakio beteiligt. Der Belgier spielte in der Vorsaison auf Leihbasis für Düsseldorf und war ein Garant für den souveränen Klassenerhalt. Doch Lukebakio ist weg, schießt nun Tore für Hertha BSC. Benito Raman verließ Düsseldorf im Sommer in Richtung Schalke 04. Für ihn kassierten die Rot-Weißen immerhin noch eine eine Ablösesumme – dem Vernehmen nach einen Betrag im hohen siebenstelligen Bereich.

Einen Großteil der Erlöse nutzte Düsseldorf, um Dawid Kownacki fest zu verpflichten. Mit 7,5 Millionen Euro ist der polnische Angreifer teuerster Transfer der Klubgeschichte. Seine Ausbeute in dieser Saison: null Tore. Doch da nimmt Thomas Allofs Lutz Pfannenstiel in Schutz. „Er ist ja nicht alleine für die Transfers verantwortlich“, sagt der frühere Nationalspieler. Auch Ex-Trainer Funkel und der Vorstands-Chef Thomas Röttgermann hätten die Entscheidungen mitgetragen.

Trotz der Misere hat Allofs die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben. „Die Mannschaft steht auf einem Relegationsplatz“, sagt er. „Nun müssen mal wieder Spiele gewonnen werden.“ Er hofft auf einen Sieg am Samstag beim SC Freiburg (15.30 Uhr/Sky) -- dann könnte Allofs die Karnevalstage auch mehr genießen.

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