Fortuna Düsseldorf

Videobeweis stört Traumstart von Rösler bei Fortuna

Begeistert von seinem Team, aber nicht von dem Ergebnis: Fortuna Düsseldorfs neuer Trainer Uwe Rösler beim 1:1 gegen Frankfurt.

Begeistert von seinem Team, aber nicht von dem Ergebnis: Fortuna Düsseldorfs neuer Trainer Uwe Rösler beim 1:1 gegen Frankfurt.

Foto: Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Düsseldorf.  Düsseldorf begeistert den neuen Trainer beim 1:1 gegen Frankfurt. Doch Debütant Uwe Rösler hadert mit der Überprüfungstechnik.

Die Feuertaufe als Bundesligatrainer war seit gut einer Stunde vorüber, als Uwe Rösler seinen ersten Witz im neuen Job platzierte. Beim 1:1 gegen Frankfurt hatte Schiedsrichter Frank Willenborg Röslers Düsseldorfern kurz nach der Pause erst einen Treffer durch Opoku Ampomah wegen einer Abseitsposition aberkannt. Und dann in der dritten Minute der Nachspielzeit den für die Eintracht überaus glücklichen Ausgleich akzeptiert. Beide Szenen entschied der Referee unter Zuhilfenahme des Video-Assistenten. Woraufhin Rösler scherzte: „Das ist der Hauptgrund, warum ich nach Deutschland gekommen bin: um mich dem Videobeweis zu stellen.“

Überschwängliches Lob von Rösler

Ganz ernst meinte der 51-Jährige jedoch all das Lob, mit dem er nach Fortunas erstem Punktgewinn im neuen Jahr die Spieler überhäufte. Am Mittwoch war Rösler als Nachfolger von Friedhelm Funkel vorgestellt worden, am Samstag schwärmte er: „Ich habe noch nie eine Mannschaft erlebt, die innerhalb so kurzer Zeit einen Matchplan so gut umgesetzt hat.“ Angesichts seiner bislang acht Trainerstationen in Norwegen, England und Schweden eine Aussage, die die neu erweckten Lebensgeister bei den Rheinländern gut beschrieb.

Gästekeeper Kevin Trapp, mit der Eintracht sieben Tage zuvor noch 2:0-Sieger über den damaligen Spitzenreiter Leipzig, kommentierte die verkehrte Welt in der Arena am Rheinufer so: „Man muss die Düsseldorfer loben, dass sie in ihrer Situation so gespielt haben. Man hätte fast glauben können, dass wir Letzter sind – und nicht sie.“ Die Gelegenheit, den Abstiegsrängen mit einem Sieg zu entrinnen, hatten sich die Fortunen dabei durch ihre einzige Nachlässigkeit in der Abwehrarbeit vermasselt. Die nutzte Timothy Chandler bei einem Freistoß in der Nachspielzeit zum Ausgleich.

Abwehrchef Ayhan fühlt sich „überragend“

Die positive Stimmung wollte sich Kaan Ayhan, der die Gastgeber zwölf Minuten vor Schluss mit einem abgefälschten Freistoß in Führung gebracht hatte, dadurch aber keinesfalls nehmen lassen. „Heute hat noch nicht alles geklappt, sonst hätten wir gewonnen. Anderseits weiß ich nicht, wann Fortuna das letzte Mal gegen so einen Gegner so Fußball gespielt hat“, sagte Düsseldorfs Abwehrchef. „Ich habe mich heute auf dem Platz 93 Minuten lang überragend gefühlt.“ Für dieses Wohlgefühl verantwortlich waren vor allem zwei Mittelfeldakteure: Der Österreicher Kevin Stöger, der nach auskuriertem Kreuzbandriss in den ersten beiden Rückrundenspielen jeweils erst spät eingewechselt worden war, diesmal aber von Beginn spielte. Und der von Lazio Rom ausgeliehene kosovarische Nationalspieler Valon Berisha, der mit Ideen, Präsenz und Einsatz überzeugte.

Der Mannschaft fehlt „Coolness“

Das größtes Manko, die oft unpräzise ausgespielten Konter, raubte Uwe Rösler einen Traumeinstand als Bundesliga-Trainer. „Wir sind fünfmal ins Abseits gelaufen“, sagte der gebürtige Thüringer und machte damit diesen Makel an einem statistischen Detail fest. Bei der Gelegenheit schwang er sich mal eben zum Herrn der Elemente auf: „Wir brauchen Feuer und Eis – das Eis haben wir noch nicht hundertprozentig gezeigt.“ So bemängelte er fehlende Coolness nach der Führung, Ungenauigkeiten im letzten Spielfelddrittel und Furcht vor dem Torschuss.

Arbeit bleibt also auch für den Funkel-Nachfolger genug. Unabhängig davon aber hielt Rösler vor dem Spiel in Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) fest: „Jeder bei uns kann mit einem absolut positiven Gefühl aus der Kabine kommen. Denn wenn wir mit dem Druck, den wir haben, weiter so spielen, können wir noch einiges schaffen.“

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