Bundesliga

Fortuna Düsseldorf verspielt 3:0-Führung gegen Berlin

Enttäuschung nach der Euphorie. Düsseldorfs Spieler reagieren auf das Berliner 2:3. Später gab es noch ein Ausgleichstor

Enttäuschung nach der Euphorie. Düsseldorfs Spieler reagieren auf das Berliner 2:3. Später gab es noch ein Ausgleichstor

Foto: firo

Düsseldorf.  Zur Halbzeit führt Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC klar mit 3:0. Am Ende geht das Heimspiel gegen Berlin noch 3:3 aus.

Uwe Rösler hat in seinem neuen Trainerjob im ersten Monat schon einige schöne Erfolge verbucht, ein Heimsieg blieb dem gebürtigen Thüringer in Düsseldorf bislang jedoch verwehrt. Das Gastspiel von Hertha BSC, dem zuletzt böse gerupften Team aus der Hauptstadt, schien ihm da der passende Anlass, diesen Makel zu tilgen. Er spüre in sich eine „riesige Vorfreude, auch mal daheim zu gewinnen“, ließ Rösler vorab vermelden. Und das vor allem aus diesem Motiv: „Wir wollen Hertha da unten reinziehen – das würde die Mini-Liga vergrößern.“ Die Umsetzung des Plans ging in einem in der zweiten Halbzeit vogelwilden Spiel seiner Mannschaft allerdings daneben: Fortuna verspielte eine 3:0-Pausenführung und hängt nach dem 3:3 gegen die weiter sechs Punkte entfernten Berliner immer noch auf dem Relegationsplatz fest.

Die Ausgangslage für das Duell schlug sich auf den Mannschaftsaufstellungen eindrucksvoll nieder: Düsseldorf begann mit der derselben Formation wie beim 2:0 in der Vorwoche in Freiburg, Gästetrainer Alexander Nouri bekämpfte die Nachwehen des furchtbaren 0:5 sechs Tage zuvor gegen Aufsteiger Köln dagegen fast mit einer Totalrochade: Von seinen zehn Feldspielern tauschte er sechs aus, zudem muss Stammkeeper Rune Jarstein seinen Platz für Thomas Kraft räumen.

Berlin macht sich vor Anpfiff Mut

Vor dem Anpfiff machten sich die Berliner in einem Kreis gegenseitig ausgiebig Mut – und als sie das verschworene Gebilde schließlich aufgelöst hatten, rannte Kraft extra noch mal einige Meter zurück, um sich mit dem ebenfalls frisch ins Team gerückten Mittelfeldakteur Per Skjelbred abzuklopfen. Die Geste sollte wilde Entschlossenheit demonstrieren – doch als es nach sechs Minuten zum ersten Mal ernst wurde, wirkte Nouris Ensemble gleich mal ausgesprochen unentschlossen: Ein weiter, nicht sonderlich scharf geschlagener Pass von Fortunas Spielmacher Kevin Stöger landete bei Kenan Karaman. Der bärtige Angreifer konnte den Ball in aller Ruhe annehmen, dank des zögerlichen Keepers Kraft noch ein paar Schritte Richtung Tor laufen – und recht problemlos vollenden.

Drei Minuten später verhinderte Düsseldorfs Torwart Florian Kastenmeier bei einem verdeckten Schuss von Krzysztof Piatek den raschen Ausgleich – im direkten Gegenzug machten die Gastgeber das bis dahin extrem unterschiedliche Selbstverständnis beider Teams erneut deutlich. Am Ende eines zügigen Konters lag der Ball vor den Füßen von Erik Thommy, der spielend leicht am früheren Düsseldorfer Dodi Lukebakio vorbeizog und den Ball, obwohl er beim Abschluss noch ausrutschte, ins lange Eck zirkelte.

Wiederum nur zwei Minuten später strich – nach einem Fehler von Kastenmeier – ein Schuss von Piatek an der Torlinie entlang. Da lag das 1:2 für die keineswegs verzagten Berliner bereits in der Luft. Ebenso wie nach einer halben Stunde, als Piatek nach einem Pass von Lukebakio allein auf Kastenmeier zulief, den 22-Jährigen aber nicht überwinden konnte. Die Effizienz, die der Nouri-Elf bis dahin abging, legten mit dem Pausenpfiff dann noch einmal die Düsseldorfer an den Tag – als Karaman einen Rückpass von Matthias Zimmermann zu seinem zweiten Treffer an diesem Abend nutzte.

Schmeichelhafte Führung zur Halbzeit

Der Pausenstand war schmeichelhaft für die alles andere als sicheren Gastgeber, die nach dem Seitenwechsel dann aber nicht mehr auf Herthas Schludrigkeit zählen konnten. Zwischen der 64. und 67. Minute verkürzten die Berliner dank eines Eigentors von Thommy und durch einen Schuss des reichlich freistehenden Matheus Cunha auf 2:3. Und damit nicht genug: Eine Viertelstunde vor Schluss nutzte der zuvor von Kastenmeier gefoulte Piatek einen Strafstoß zum verdienten Ausgleich.

Das Spiel zum Nachlesen im Live-Ticker:

Düsseldorf - H. Berlin
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