Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf: Großer Aufwand, kleiner Ertrag

Skeptischer Blick: Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel. Düsseldorf hat nach sechs Spielen vier Punkte auf dem Konto.

Skeptischer Blick: Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel. Düsseldorf hat nach sechs Spielen vier Punkte auf dem Konto.

Foto: Getty Images

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf ist seit fünf Spielen sieglos. Das Team von Trainer Friedhelm Funkel investiert viel. Doch die Ausbeute ist kümmerlich.

Bei den Vertragsverhandlungen von Rouwen Hennings mit seinem aktuellen Arbeitgeber hakt es seit einigen Wochen – doch das hindert den kräftigen Stürmer nicht daran, sich intensiv Gedanken über den Zustand und die grundsätzliche Entwicklung der Düsseldorfer Mannschaft zu machen. Nach dem 1:2 gegen Freiburg, dem fünften sieglosen Spiel in Folge, benannte der 32-Jährige sogar besonders zielsicher das Hauptproblem der Fortuna: „Wir haben einfach zu wenig Ertrag für das, was wir investieren.“

Gefühlt ist die Diskrepanz zwischen dem riesigen Aufwand, den das Team von Friedhelm Funkel betreibt, und dem recht kümmerlichen Zwischenergebnis (vier Punkte aus sechs Spielen) so groß wie bei kaum einem anderen Bundesligisten. Ein solches Missverhältnis ist immer ein ernstzunehmendes Warnsignal. Und bei den Rheinländern kommt derzeit hinzu, dass sie selbst günstige Umstände regelmäßig nicht zu nutzen wissen. Im Gegenteil: In den letzten vier Spielen – in Frankfurt, gegen Wolfsburg, in Gladbach und jetzt gegen Freiburg – lagen sie jeweils 1:0 vorne. Und holten bei diesen vier Versuchen am Ende exakt einen Punkt.

Gießelmanns Vorstöße fehlen

Die erste Analyse von Trainer Funkel („Wir treffen im Moment unglückliche Entscheidungen“) trifft dabei zum einen zu, greift aber zum anderen zu kurz. Denn unpassende Entscheidungen haben stets eine Ursache, im Düsseldorfer Fall ist dies ein unseliger Mix aus aufkommender Unsicherheit und falsch gelenkter Euphorie. Linksverteidiger Niko Gießelmann etwa war wegen seiner jüngsten Verfehlungen bei der Abwehrarbeit diesmal vor allem damit beschäftigt, nichts falsch zu machen. Seine offensiven Vorstöße fehlten gegen Freiburg. Die oft ungenauen Flanken der Kollegen Erik Thommy, Kaan Ayhan oder Matthias Zimmermann taten ein Übriges.

Lutz Pfannenstiel brutzelte sich, sehr angemessen, deshalb auch keine Verschwörungstheorien zusammen, sondern stellte klar: „Im Fußball gibt es kein Glück und kein Pech, das gleicht sich während einer Saison immer alles aus.“ Zugleich räumte Fortunas Sportvorstand ein, von dem mühevollen Status quo nicht sonderlich überrascht zu sein. „Wir wussten vom ersten Moment an, dass es eine harte Saison wird“, betonte er. „Und dass es nicht so läuft wie im letzten Jahr.“ Da hamsterten die Düsseldorfer speziell in der kalten Jahreszeit eifrig Punkte, das reichte dem damaligen Aufsteiger dann zu einem bemerkenswert frühen Klassenerhalt. Nun aber zeigen sich Abwehr, Mittelfeld und Angriff gleichermaßen anfällig.

„Beim ersten Tor der Freiburger kommt eine lange Flanke – und alle schlafen wieder“, motzte Außenverteidiger Zimmermann. Und Angreifer Hennings, Schütze des 1:0, fand: „Uns fehlt die Abgewichstheit. Wir müssen einfach zu viele Chancen verteidigen, müssten Möglichkeiten des Gegners deshalb auch mal im Keim ersticken.“ Als Grund für die wiederholt verspielten Führungen ortete Torwart Zackary Steffen ein „Mentalitätsding“. Der 24-jährige Amerikaner füllte diesen oft sehr allgemein gehaltenen Gedanken zudem mit klarem Inhalt – indem er mangelnde Coolness und Souveränität nach dem 1:0 monierte.

Funkel fordert Einsatz im Training

Am selbstbewusstesten wirkten die Gastgeber Mitte der zweiten Halbzeit, nach den Einwechslungen der ghanaischen Offensivkräfte Bernard Tekpetey (Leihgabe vom FC Schalke 04) und Opoku Ampomah (im Sommer aus Beveren gekommen). Ein furioses Duo, von dem Friedhelm Funkel auf dem Weg zu seinem 500. Bundesligaspiel als Cheftrainer – am Freitag bei Hertha BSC – nun vor allem eines einfordert: „Sie müssen auch im Training zeigen, dass sie den Arrivierten Druck machen wollen.“

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