2. Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf bindet Davor Lovren langfristig

Davor Lovren in Fortunas Testspiel beim VfB Wissen, das die Düsseldorfer am Dienstag 10:0 gewannen.

Davor Lovren in Fortunas Testspiel beim VfB Wissen, das die Düsseldorfer am Dienstag 10:0 gewannen.

Düsseldorf.   Das 19-jährige Toptalent hat seinen Vertrag bis Juni 2023 verlängert. Sein Bruder war derweil bei der Weltmeisterschaft aktiv.

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Der Mittwochabend war ein ganz besonderer für die Familie Lovren. Ihr bekanntester Spross Dejan, hochdotierter Profi beim englischen Premier-League-Klub FC Liverpool, spielte mit der kroatischen Nationalmannschaft um den Einzug ins WM-Finale. Doch nicht nur wegen des 29-Jährigen, der als Innenverteidiger bei seinem Klubtrainer Jürgen Klopp gesetzt ist, waren die Lovrens in Aufregung. Dejans mehr als neun Jahre jüngerer Bruder Davor stellte am selben Tag die Weichen für seine persönliche Zukunft: Der 19-jährige Außenstürmer unterschrieb bei Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf einen Vertrag bis zum 30.­ Juni 2023.

„Ich bin sehr stolz und dankbar, diese Chance bei einem großen Traditionsverein zu erhalten“, betont Davor Lovren. Dabei wäre es doch eher an Fortuna, stolz auf diesen Coup zu sein. Im vergangenen Sommer galt es schon als große Überraschung, dass es ausgerechnet den seinerzeit knapp dem Abstieg aus der Zweiten Liga entronnenen Düsseldorfern gelungen war, sich die Dienste des Riesentalents von Dinamo Zagreb zu sichern. Damals freilich nur für zwei Jahre auf Leihbasis: Verkaufen wollte Kroatiens Topklub Lovren nicht, und vor allem dem Verhandlungsgeschick von Robert Palikuca war es zu verdanken, dass der zwölfmalige U19-Nationalspieler überhaupt losgeeist wurde.

Könner am Verhandlungstisch

Palikuca, selbst gebürtiger Kroate, stieg nach Ende seiner Profilaufbahn (die ihn zum FC St. Pauli und zu Fortuna führte) zunächst als Assistent des Vorstands, später als Leiter des Lizenzbereichs bei den Düsseldorfern ein. In dieser Funktion plant er gemeinsam mit Chefscout Uwe Klein und Vorstandschef Robert Schäfer den Kader – und erweist sich dabei als Könner am Verhandlungstisch.

Wie bei Lovren. Als sich das Talent des Offensivspielers andeutete, bot Portugals Topklub Benfica Lissabon eine Ablöse im deutlich siebenstelligen Bereich für den damals 17-Jährigen. Dinamos Führung lehnte ab, ließ sich ein paar Monate später lediglich von Palikuca zu einem Leihgeschäft überreden; allerdings mit Kaufoption. Wie unsere Redaktion erfuhr, lag die Ablöse jedoch keineswegs so hoch, wie man nach der Benfica-Offerte vermuten könnte. Über die genauen Konditionen vereinbarten die Vereine Stillschweigen, doch soll Fortunas Investition nun sogar unter der vor zwölf Monaten vereinbarten Kaufoption von 1,5 Millionen Euro liegen.

Lovrens Schnelligkeit wird wichtig

Gut verhandelt, denn nach Meinung vieler Experten ist von Lovren noch einiges zu erwarten, zumal da Fortuna in der Eliteklasse stärker auf Konter und damit auf Lovrens Schnelligkeit setzen wird. „Davor ist ein großes Talent und hat bereits in seinem ersten Jahr im deutschen Profifußball seine Qualität angedeutet“, sagt Düsseldorfs Cheftrainer Friedhelm Funkel über den 19-Jährigen. Er spielt dabei in erster Linie auf zwei spektakuläre Vorlagen an, die der Kroate im Aufstiegsjahr gab. Besonders Lovrens mit dem linken Außenrist auf den Kopf von Kaan Ayhan gezirkelte Flanke am letzten Spieltag ist da in Erinnerung geblieben. Der türkische Nationalspieler nutzte sie per Kopf zum 3:2-Siegtreffer beim 1. FC Nürnberg, die den Düsseldorfern die Zweitliga-Meisterschaft sicherte. Zudem erzielte Lovren beim wichtigen 1:0 in Braunschweig das Siegtor.

„Wir werden Davor weiter Schritt für Schritt fördern und freuen uns, dass ein so vielversprechender Spieler einen langfristigen Vertrag bei uns unterschrieben hat“, ergänzt Funkel. Lovren folgte damit den Beispielen von Marcel Sobottka, Kaan Ayhan, Marvin Ducksch und Benito Raman, die sich ebenfalls für mindestens drei Jahre an den Aufsteiger banden. Für den jungen Kroaten war es offenbar keine schwere Entscheidung. „Mit dem Aufstieg in die Bundesliga ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen“, berichtet er. „Die Bundesliga ist für mich eine der besten Ligen der Welt. Ich freue mich schon darauf, dass wir uns in der anstehenden Saison mit vielen tollen Vereinen und großen Spielern messen werden.“ (J.B.)

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