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"Billige Gegentore": Fortuna fehlt die Effektivität

Enttäuscht: Fortuna-Rechtsverteidiger Matthias Zimmermann.

Enttäuscht: Fortuna-Rechtsverteidiger Matthias Zimmermann.

Foto: Getty

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf verlor das Spiel gegen den SC Freiburg trotz 1:0-Führung noch mit 1:2. Matthias Zimmermann brachte das Dilemma auf den Punkt.

Die riesige Freude von Christian Streich über den dritten Sieg im dritten Auswärtsspiel war sehr deutlich zu vernehmen. Mit einem krachenden „Ja!“ lief Freiburgs Chefcoach die Stufen vom Rasen ins Stadioninnere hinunter, blickte kurz über die Schulter und ließ im Kabinengang zwei weitere kräftige „Ja!“-Schreie hören. Als Tabellendritter empfangen die Breisgauer am nächsten Samstag den selbsternannten, aktuell aber auf Rang acht abgerutschten Bundesliga-Titelaspiranten aus Dortmund. „Das ist doch auch mal schön, in Freiburg so ein Spitzenspiel zu haben“, grinste SC-Kapitän Christian Günter nach dem 2:1 in Düsseldorf. Während Matthias Zimmermann das dauerhafte Dilemma der unterlegenen Fortunen auf den Punkt brachte.

Fortuna-Torwart Steffen: Eine Mentalitätssache

„Das zieht sich bei uns durch die letzten Wochen: Wir gehen schon wieder in Führung, kriegen billige Gegentore – und vorne fehlt uns das Glück und die Effektivität“, murrte der Rechtsverteidiger. Im eigenen Stadion wartet das Team von Friedhelm Funkel weiterhin auf den ersten Sieg, zu Abstiegsplatz 17 bleibt es bei einem hauchdünnen Polster von einem Punkt. „Wir treffen im Moment unglückliche Entscheidungen. Und die werden brutal bestraft“, erklärte Trainer Funkel. Wobei Keeper Zackary Steffen als Grund für die vielen verlorenen Zähler analysierte: „Ich denke, das ist eine Mentalitätssache. Wir schießen ein Tor und werden dadurch viel zu aufgeregt.“

Dem großen Wunsch des US-Amerikaners, erstmals in seinem Leben ein Bundesligaspiel ohne Gegentor zu beenden, kamen alle Beteiligten 40 Minuten lang entschlossen nach. Die Gäste zeigten die reifere Spielanlage, fanden in der konzentriert agierenden Düsseldorfer Defensive aber kein Schlupfloch. Steffen blieb so komplett beschäftigungslos. Sein Gegenüber Alexander Schwolow bekam bei der lauen Sonntagnachmittagskost zumindest zwei, drei Mal – weitgehend ungefährliche – Bälle zu fassen.

Hennings bringt Düsseldorf in Führung

Dieses dezente Aufwärmprogramm reichte jedoch nicht aus, um den 27-Jährigen rechtzeitig auf Betriebstemperatur zu bringen. Erik Thommy, Fortunas Leihgabe aus Stuttgart, hatte bei seinen Flanken von der rechten Seite zuvor wenig Präzision an den Tag gelegt. Die Ecken gelangen dem Mittelfeldakteur deutlich besser – vor allem in der 42. Minute, als Schwolow ihm zudem den Gefallen tat, sich bei dem Eckstoß von der linken Seite gewaltig zu verschätzen: Er lief aus dem Tor, seine Handschuhe aber griffen ins Leere – so dass der bis dahin völlig unauffällige Angreifer Rouwen Hennings am zweiten Pfosten nur noch einzunicken brauchte.

Bereits drei Minuten später schafften es plötzlich auch die Schwarzwälder mal bis in den Strafraum des Gegners – und produzierten gegen die ungeordnete Düsseldorfer Abwehr auch sofort den Ausgleich. Wobei Torschütze Jonathan Schmid, der einen Pass von Günter verwertete, noch problemloser zum Torerfolg kam als kurz zuvor Hennings.

SC-Trainer Streich nach Sieg "wahnsinnig glücklich"

Für das Streich-Ensemble scheiterte Lucas Höler nach gut einer Stunde mit einem schwach getretenen und per Videobeweis verhängten Elfmeter an Steffen. Zehn Minuten später parierte dessen Freiburger Pendant Schwolow glänzend gegen Kenan Karaman, der direkt anschließend auch die zweite Topchance mit einem Schuss weit übers Tor vergab. Was folgte, war die von Fortuna-Coach Funkel bemühte brutale Strafe: In diesem Fall vorgenommen von Einwechselspieler Gian-Luca Waldschmidt, mit seinem Siegtreffer für den SC neun Minuten vor Schluss. „Das war ein extrem enges Spiel, beide Mannschaften waren auf Augenhöhe“, erklärte Gästetrainer Christian Streich, der bekannte: „Dieser Sieg macht mich wahnsinnig glücklich.“ Und dieses Glücksgefühl des 54-Jährigen war keinesfalls zu überhören.

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